Russische Föderation Winteraussichten

Russische Föderation: Winteraussichten 2020/21

November 2020: Impfstoff ab Jänner 2021 - Reisen ins Ausland teuer wegen Wechselkurs - Bedürfnis nach Auslandsurlaub - Zuversicht vermitteln

Erneut Einschränkungen im Alltag

Aktuell befinden sich Russland und seine Hauptstadt Moskau mit Rekordzahlen in der „Plateauphase“ der herbstlichen COVID-19-Pandemie. Während die Maßnahmen sukzessive verschärft werden – von einem Lockdown ist Anfang November nach zuletzt auf hohem Niveau stagnierenden Infektionszahlen aber nicht die Rede –, stellen die Medien bereits „Licht am Ende des Tunnels“ in Aussicht. Laut Medien wird sich ab Mitte November die Lage bessern, ab Jänner 2021 wird nach Angabe der Medien der russische Impfstoff flächendeckend zur Anwendung kommen. Das Gros der Bevölkerung vertraut den Nachrichtensendern. Allerdings werden die Auflagen der Regierung vielfach umgangen, so lassen z. B. Sportvereine zu Tagesrandzeiten oder auf inoffiziellen Plätzen trainieren, um den staatlichen Kontrollen zu entkommen.

Durch Rubelfall: Reisen teurer

Aufgrund der andauernden und zusätzlichen Einschränkungen Anfang Oktober bangen nach der Sommerpause wieder mehr Arbeitnehmer um ihren Arbeitsplatz. Die Kaufkraft des Rubels ist auf ihrem tiefsten Stand seit 2016 angelangt: Der Konsum importierter Waren und das Reisen ins Ausland (das derzeit de facto noch nicht möglich ist) sind dadurch deutlich teurer geworden.

Bedürfnis nach Auslandsurlaub stark, Umsetzung fraglich

Das Bedürfnis nach Urlaub ist vor allem in der städtischen Bevölkerung groß, besonders bei der kaufkräftigen Zielgruppe, für die mehrere Auslandsreisen pro Jahr zur Gewohnheit geworden sind und die wie auch der Rest der Bevölkerung das Land seit dem Lockdown im Frühjahr nur sehr eingeschränkt verlassen kann. Aufgrund der Rubel-Schwäche ist die Kaufkraft eingeschränkt, was vor allem in der Moskauer Mittelklasse Auswirkungen auf die Präferenz bei den Urlaubsdestinationen hat. Nichtsdestotrotz stehen im Bereich der alpinen Winterurlaube alpine Destinationen hoch im Kurs. Eine Kurzumfrage der Österreich Werbung Ende September in mehreren skiaffinen Social-Media-Communitys hat ergeben, dass, sollten die Reisebeschränkungen aufgehoben werden, fast 65 % der Befragten ausländische Destinationen bevorzugen und nur 35 % die russischen Wintersportgebiete ins Auge fassen. Österreich steht dabei (knapp vor Italien und mit deutlichem Abstand zu Frankreich und der Schweiz) an erster Stelle.

Grundvertrauen in österreichische Qualität

Das Image Österreichs als qualitativ hochwertige und sichere Urlaubsdestination ist ungebrochen. Aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wird bei der Suche nach potenziellen Urlaubsdestinationen im Winter noch mehr Wert auf ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis gelegt. Österreich hat dabei im Wettbewerb mit den anderen alpinen Winterdestinationen eine gute Marktstellung.

„Normalität“ gefragt

Russische Gäste sehnen sich vor dem Hintergrund der bestehenden Einschränkungen im eigenen Land nach möglichst weitgehender „Normalität“ im Urlaub. Das generell sehr große Vertrauen in die Qualität und die Sicherheit in alpinen Destinationen bedingt, dass in der Kommunikation vor allem die Zuversicht vermittelt werden muss, dass das Urlaubserlebnis durch die Auflagen vor Ort in Österreich nicht eingeschränkt oder getrübt wird.