Rumänien Winteraussichten

Rumänien: Winteraussichten 2020/21

Oktober 2020: Bevölkerung abwehrende Haltung - Wirtschaft soll 2021 wieder wachsen - Hoffen auf entspannte Situation im Jänner/Februar - geringe Infektionsrate ist Urlaubsargument - Sicherhheitsmaßnahmen aktiv erwähnen

Österreich zählt nun zu den Risikogebieten

Wie im restlichen Europa nimmt die Zahl der Corona-Fälle auch in Rumänien zu. Rumänien befindet sich seit Montag, den 9. November, in Teilquarantäne. Alle Schulen im Land steigen auf das Online-System um, mit Ausnahme von Kindergärten und After-schools. Mitarbeiter - sowohl aus dem staatlichen, als auch aus dem privaten Sektor - arbeiten von zu Hause aus, so sie diese Möglichkeit haben. Der Mund-Nasen-Schutz ist - unabhängig von der Inzidenzrate in der jeweiligen Region – in allen offenen und geschlossenen öffentlichen Räumen verpflichtend. Die Bewegungsfreiheit ist stark eingeschränkt. Zwischen 23:00 und 05:00 Uhr darf man nur noch für folgende Gründe den eigenen Haushalt verlassen: Reisen aus beruflichem Interesse, auch zwischen Haus / Haushalt und dem Ort / den Orten der beruflichen Tätigkeit und zurück; Reisen für medizinische Hilfe, die nicht verschoben oder aus der Ferne durchgeführt werden kann, sowie für den Kauf von Arzneimitteln; Reisen von Personen, die sich auf der Durchreise befinden oder Reisen unternehmen, deren Zeitintervall sich mit der Sperrfrist überschneidet; Reisen aus berechtigten Gründen, z. B. zur Betreuung/Begleitung des Kindes, zur Unterstützung älterer, kranker oder behinderter Menschen. Diese Maßnahmen wurden nach drei Tagen, in denen die Zahl der neuen COVID-19-Fälle dramatisch anstieg, angekündigt.

In Bezug auf Reisewarnungen wird die Liste der Länder mit epidemiologischem Risiko jeden Montag aktualisiert. Seit 3. November gibt es eine neue Reisewarnung für Österreich. Premierminister Ludovic Orban sagte, dass es keine Wiedereinsetzung der Quarantäne auf nationaler Ebene in Rumänien geben wird. Der Premierminister erklärte, dass Maßnahmen ergriffen wurden und ihre Wirksamkeit erwartet wird. Das Ziel ist, die Wirtschaft so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

Wirtschaft den Umständen entsprechend stabil

Laut Eurostat gehörte Rumänien im zweiten Quartal 2020 zu den am wenigsten betroffenen EU-Mitgliedstaaten, was vorübergehende Entlassungen, kürzere Arbeitszeiten und den Verlust von Arbeitsplätzen betrifft. Rumänien belegte nach der Tschechischen Republik und der Slowakei den dritten Platz auf der Liste der wirtschaftlich am wenigsten betroffenen Länder. Der Staat hat verschiedene wirtschaftliche Maßnahmen getroffen, darunter eine erneute Anpassung des Budgets, die von der Regierung am 14. August angenommen wurde. Die Gesamtausgaben werden nochmals gesteigert und damit stehen mehr für Sozialhilfe und für Notreservefonds zur Verfügung. Die langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Krise sind momentan nicht absehbar.

Reiselust, aber Unsicherheit

Die Reiselust ist immer noch da. Das zeigen uns trotz der Unsicherheit sowohl die Interaktionen in den sozialen Medien als auch die Gesamtanzahl der Nächtigungen der Rumänen im Zeitraum von Mai und September. 100.000 Nächtigungen sind angesichts der strengen Maßnahmen bei der Einreise nach Österreich ein klares Zeichen für das Bedürfnis nach Urlaub in Österreich.

Das gilt auch für die Wintersaison. Es herrscht jedoch Unsicherheit, ob und wie diese durchführbar sein wird. Das Thema wurde von mehreren Fernsehsendern übernommen und einige davon haben sich mit lokalen Reiseveranstaltern in Österreich in Verbindung gesetzt, um die Situation zu beleuchten. Der zweite Lockdown in Österreich hat für Aufregung gesorgt, besonders weil einige Reiseveranstalter bereits kleine Gruppen zum Saisonstart geplant hatten.

Weiterhin Interesse an Urlaub in Österreich

Prinzipiell besteht weiterhin ein großes Interesse an Urlaub in Österreich. In den Wochen, bevor Österreich als Risikogebiet eingestuft wurde, gab es viel Dynamik im Hinblick auf Reisen nach Österreich: Viele kleine Reisebüros haben mitgeteilt, dass sie Anfang Dezember mit kleinen Gruppen den Saisonstart in Österreich organisieren werden. Gemäß einer Marktrecherche der größten Onlinereisevermittler in Rumänien sind die Hauptkriterien bei der Auswahl einer Destination eine geringe COVID-19-Infektionsrate (53 % der Befragten) und eine relativ geringe Auslastung der Destination (39 %). Österreich punktet mit viel Bewegungsraum und mit der unmittelbaren Nähe besonders zum Westen Rumäniens.

Der partielle Lockdown in Österreich wird sicherlich kurzfristige Auswirkungen auf die sowieso bescheidenen Buchungen haben, aber auch die Perspektive eines Kurzurlaubs während der traditionellen Nationalfeiertage Rumäniens Ende November, Anfang Dezember scheint jetzt ein ferner Traum zu sein.

Sicherheitsmaßnahmen kommunizieren

Laut der Vola-Studie überzeugt die erfolgreiche Kommunikation folgender Sicherheitsmaßnahmen die Rumänen davon, in naher Zukunft zu reisen: zusätzliche Desinfektionsmaßnahmen, Einhaltung der sozialen Distanz, Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, effiziente Luftfilterung und kontaktloses Bezahlen. Laut „Travelport“ sind viel Platz und eine relativ geringe Auslastung der Destination gute Anreize für Reisende.