Polen Winteraussichten

Polen: Winteraussichten 2020/21

November 2020: Ganz Polen rote Zone - dennoch Urlaubswunsch - wenn, dann sehr kurzfristige Buchungen - Social Distancing auch Thema beim Urlaub - Immunsystem stärken

Weitere Verschärfungen

Polen notiert fast jeden Tag einen Rekord an Erkrankungen, zurzeit ca. 20.000 Infizierte am Tag. Es ist abzusehen, dass diese Zahl in den kommenden Wochen drastisch steigen wird. Wegen der Verschärfungen in Bezug auf das Abtreibungsgesetz sind am Freitag, dem 30. November 2020, ca. 200.000 Frauen auf die Straßen gegangen, um für ihre Rechte zu kämpfen. Leider kann es sein, dass sich viele von den Teilnehmerinnen gegenseitig ansteckten.

Polen scheint zurzeit auf die zweite COVID-19-Welle nicht vorbereitet zu sein. Am Samstag, dem 24. Oktober, wurde ganz Polen bis auf Widerruf als eine rote Zone eingestuft. Für die Klassen 4 bis 8 der Sekundarstufe I wurde ein Fernunterricht eingerichtet, Kinder und Jugendliche bis zu 16 Jahren dürfen zwischen 8 und 16 Uhr nur in Begleitung eines Erwachsenen in die Öffentlichkeit gehen. Restaurants wurden geschlossen, Bestellungen dürfen allerdings abgeholt werden. Weiters gilt ein Verbot für Versammlungen von mehr als fünf Personen. Sanatorien wurden geschlossen und Senioren gebeten, zu Hause zu bleiben. Zusätzlich wurde eine Empfehlung zur Telearbeit ausgesprochen.

Prognose für 2021: 3 % Wachstum

Polens Wirtschaftsindikatoren erreichten zwischenzeitlich historische Tiefstände. Die negativen Auswirkungen könnten im Gesamtjahr jedoch geringer ausfallen als befürchtet. Noch zu Beginn des Jahres gingen wir für Polen für 2020 von einem Wirtschaftswachstum von 4,1 % aus, dieses Szenario wurde durch die COVID-19-Pandemie umgekehrt. Nun gehen die Prognosen von einer Rezession der polnischen Wirtschaft von 4 % im Jahr 2020 aus. Dies ist die erste Rezession in Polen seit 30 Jahren. Das erste Quartal 2020 zeigte noch ein BIP-Wachstum von 2 % und das zweite Quartal einen Rückgang um 8,2 %. Diese Zahl ist besser als die Prognose, denn Analysten gingen von bis zu minus 9,5 % im zweiten Quartal aus. „Fitch Ratings“ erwartet für 2020 einen Rückgang des polnischen BIP um 3,5 %, für 2021 ein Plus von 4,5 % und für 2022 ein Plus von 3,3 %. Die Agentur erwartet ein starkes Wachstum bei Investitionen – speziell im öffentlichen Bereich – ab dem vierten Quartal 2020. Hier werden auch die EU-Unterstützungen eine relevante Rolle spielen. Es zeigt sich die Stärke des polnischen Marktes, denn innerhalb der EU weist er die geringste Rezession auf. Faktoren dafür sind die gute Finanzsituation, die Haushaltsreserven des Staates und der rasch wieder anziehende Konsum.

Urlaubssehnsucht gegeben

Die Polen sind wegen der unerwarteten und nicht diskutierten Entscheidungen der Regierung verunsichert. In dieser Situation ist es schwierig, irgendetwas zu planen. Die Leute sehnen sich nach Urlaub und Freiheit. Die September-Zahlen aus Österreich zeigen, dass viele Polen ihren Urlaub in Österreich verbracht haben. Laut Angaben von polnischen Reiseveranstaltern hat sich das Entscheidungsverhalten der Polen geändert, das heißt, sie entscheiden sich kurzfristig für einen Urlaub. So fällt beispielsweise am Donnerstagabend die Entscheidung, dass man am Samstag in den Urlaub fährt.

Art des Urlaubs ändert sich

Österreich steht nach wie vor für Qualität bei den Polen, das Land gilt als Vorbild, was die Präventionsmaßnahmen gegen COVID-19 betrifft. Am Bild von Österreich hat sich nichts geändert. Was sich ändern wird, ist die Art des Urlaubs, an welchem die Polen interessiert sind. Jetzt werden Angebote gewählt, bei denen Social Distancing möglich ist: eher kleine Hütten, Pensionen oder Urlaub am Bauernhof als große Hotels, in denen man riskiert, viele Leute auf einmal zu treffen. Man erwartet, dass die Hygienemaßnahmen und das Abstandhalten befolgt werden, auch in Skiliften oder Gondeln.

Vor allem: Fokus auf Image

Wenn es um den Winterurlaub geht, dann sollte die sportliche Aktivität hervorgehoben werden: aktiv sein, um das Immunsystem zu stärken. Im Fokus sollten auch die vor Ort geltenden Hygienemaßnahmen stehen. Die Leute wollen sich sicher fühlen, weil sie in einer unsicheren Zeit leben. Zusätzlich sollten die österreichischen Partner auch klare und flexible Stornobedingungen einführen.