Niederlande Winteraussichten

Niederlande: Winteraussichten 2020/21

Februar 2021: harter Lockdown mit Ausgangssperre – dringende Empfehlung, keine Auslandsreisen zu unternehmen – steigende Impfbereitschaft – Buchungen für Sommer/Herbst 2021 – Verunsicherung in Bezug auf Reisen immer noch groß – Thema Stornobedingungen – tagesaktuelle Informationen

Leichter Rückgang bei Neuinfektionen, Ausgangssperre und weiterhin Aufforderung, bis Ende März 2021 keine Auslandsreisen zu buchen und zu unternehmen

In der Woche von 20. bis 26. Jänner 2021 wurden 35.635 Neuinfektionen gemeldet. Dies war ein leichter Rückgang von 8 % gegenüber der Woche zuvor. Der Reproduktionsfaktor verzeichnete mit 0,93 auch einen leichten Rückgang im Vergleich zur Vorwoche (0,98). Geschätzt wird, dass von den Menschen, die letzte Woche infiziert wurden, etwa 10 % die ansteckendere britische Mutation haben. Das sind doppelt so viele wie in der Woche zuvor. Auch die südafrikanische Mutation wurde in den Niederlanden bereits mehrfach nachgewiesen.

Die Niederlande haben am 6. Jänner 2021 mit den Impfungen begonnen. Bis einschließlich 24. Jänner 2021 erhielten insgesamt mehr als 160.000 Personen, hauptsächlich im Gesundheitswesen, eine erste COVID-19-Impfung. Am 22. Jänner wurde auch mit der Impfung der ersten Allgemeinmediziner begonnen.

Seit Samstag, dem 23. Jänner, gilt in den Niederlanden eine Ausgangssperre. Das bedeutet, dass jeder zwischen 21:00 und 04:30 Uhr zu Hause bleiben muss. Es ist verboten, ohne triftigem Grund auf der Straße zu sein. Die Geldstrafe beträgt 95 Euro. Es bestehen Ausnahmen, wie insbesondere wenn ein Notfall eintritt oder wenn eine bedürftige Person oder ein Tier dringend Hilfe benötigt, wenn mit dem Hund rausgegangen werden muss, bei Auslandsreisen oder wenn ein Arbeitgeber dies verlangt. Die Ausgangssperre gilt vorerst bis Mittwoch, 3. März, 4:30 Uhr in der Früh. Für alle Reisende gilt, dass bei Einreise in die Niederlande ein negativer PCR-Test vorzuweisen ist, wenn sie mit dem Flugzeug, dem Schiff, einem internationalen Zug und dem Bus in die Niederlande einreisen. Dieser PCR-Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Außerdem müssen alle Reisenden aus allen Ländern kurz vor der Abreise in die Niederlande einen Schnelltest machen, der negativ sein muss. Ebenfalls verpflichtend ist es für alle, die aus dem Ausland in die Niederlande einreisen, eine Quarantäne von 10 Tagen einzuhalten. Nach fünf Tagen kann man sich aus der Quarantäne „freitesten“ lassen.

Ein Flugverbot besteht für Flüge aus Ländern, die ein besonderes Risiko darstellen, wie das Vereinigte Königreich, Südafrika und alle Länder aus Südamerika, wobei es jedoch eine sehr begrenzte Anzahl von Ausnahmen gibt (insbesondere für Frachtflüge, für Personen, die aus medizinischen Grüßen reisen müssen, oder für die Rückführung niederländischer Staatsbürger). Mit 20. Jänner 2021 hat die niederländische Regierung eine Verlängerung des harten Lockdowns mit den bestehenden verschärften Maßnahmen bis mindestens Dienstag, 9. Februar, beschlossen, um ausreichend Kapazitäten in den Krankenhäusern zu gewährleisten.

Zudem forderte die niederländische Regierung die Bevölkerung wiederum auf, bis 31. März 2021 keine Auslandsreisen zu buchen und zu unternehmen. Dies gilt für alle Länder weltweit. Ausnahmen sind wiederum nur absolut notwendige Reisen. Touristische Reisen und Familienbesuche sind keine notwendigen Reisen. Dabei handelt es sich de facto um kein Verbot, sondern um eine dringende Empfehlung der Regierung.

Der öffentliche Verkehr ist nur noch für notwendige Fahrten vorgesehen. Zu Hause können maximal zwei Gäste empfangen werden. Draußen dürfen sich maximal zwei Personen, die nicht im gleichen Haushalt leben, mit 1,5 Meter Abstand, jedoch nur außerhalb der Ausgangssperre, treffen. Hotels bleiben geöffnet, dürfen aber ihre Gäste nicht mehr bewirten. Cafés und Restaurants bleiben geschlossen. Speisen und Getränke aus der Gastronomie können abgeholt werden. Alle nicht wesentlichen Geschäfte sind seit 15. Dezember ebenfalls geschlossen. Supermärkte, Metzger, Bäcker, Drogerien, Tankstellen, Optiker und auch Wochenmärkte bleiben geöffnet. Mit diesen weiterhin aufrechten Maßnahmen und aufgrund des bestehenden und auf 31. März 2021 verlängerten Reisehinweises „Code Orange“ (10-tägige Heimquarantäne bei Einreise) der niederländischen Regierung für Gesamtösterreich ist die ehemals positive Stimmung in den Niederlanden nun endgültig getrübt. Die Niederländer sind pessimistischer geworden, auch in ihren Reiseentscheidungen und bei Buchungen.

Laut einer Umfrage sind drei Viertel der Befragten der Meinung, dass Auslandsreisen zurzeit unverantwortlich sind, auch im Hinblick auf mögliche Skiurlaube. Die Impfbereitschaft ist gemäß einer Befragung im Auftrag der öffentlich-rechtlichen niederländischen Rundfunkanstalt zwischen 30. Dezember 2020 und 4. Jänner 2021 auf 75 % gestiegen: Drei von vier Niederländern sagen, sie wollen „sicher“ oder „wahrscheinlich“ gegen Corona geimpft werden. Mitte Dezember lag die Impfbereitschaft bei 69 %, Ende November bei 66 %. Die Impfbereitschaft bei Männern ist mit 79 % geringfügig höher als bei Frauen mit 72 %. Die Befragung hat auch gezeigt, dass die Impfbereitschaft bei älteren Menschen (über 55 Jahre) mit 86 % viel höher ist als bei jungen Menschen mit 65 %. Eine Befragung des „Rijksinstituut voor Volksgezondheid“, die um den Jahreswechsel durchgeführt wurde, zeigt, dass das Vertrauen in die Politik gesunken ist. 45 % der Befragten stehen dem Ansatz der Regierung (sehr) positiv gegenüber, was im Vergleich zu November einen Rückgang von 58 % darstellt. Darüber hinaus haben die Befragten im Vergleich zur vorherigen Umfrage im November weniger die Vorstellung, dass die Regierung verschiedene soziale Interessen richtig abwägt und ihre Entscheidungen nachvollziehbar erklärt (von 63 % auf 56 % gesunken). Die Umfrage hat auch gezeigt, dass junge Erwachsene (16–24 Jahre) beim psychischen Wohlbefinden am schlechtesten abschneiden. Eine Befragung des „Sociaal en Cultureel Planbureau“ (SCP) in den Niederlanden im Oktober 2020 zeigte, dass die Niederländer einander pessimistischer gegenüberstehen als zu Beginn der Corona-Krise. Viele Befragte sind besorgt darüber, dass andere die Corona-Maßnahmen nicht einhalten. Eine Mehrheit der Befragten ist der Meinung, dass die Corona-Krise die Unterschiede zwischen Jung und Alt oder zwischen Arm und Reich vergrößert. Die Kontroversen über das Virus und die Maßnahmen führen ebenfalls zu Widersprüchen. Weiters bestehen Bedenken hinsichtlich der langfristigen sozialen und wirtschaftlichen Folgen sowie der Folgen von Stress und Isolation.

Die Wirtschaft wird sich 2021 erholen, vorausgesetzt, das Coronavirus ist unter Kontrolle

2021 werde die Wirtschaft anziehen und ein Wachstum von fast 3 % verzeichnen, prognostiziert das niederländische Forschungsinstitut „Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis“ (CPB). Lag die Arbeitslosenrate in den Niederlanden 2019 noch bei 3,4 % und 2020 bei 4,1 %, so dürfte sie 2021 auf mehr als 6 % ansteigen. Eine Erholung des Arbeitsmarktes ist erst 2022 zu erwarten. Dieses relativ optimistische Szenario geht davon aus, dass das Coronavirus unter Kontrolle gebracht werden kann. Da es immer noch sehr ungewiss ist, wie sich die Pandemie entwickeln wird, hat das CPB auch ein weniger optimistischeres Szenario ausgearbeitet. In diesem Fall wird die Wirtschaft 2021 um etwas weniger als 1 % schrumpfen und die Arbeitslosigkeit bis Ende 2021 auf mehr als 8 % steigen. Die Corona-Rezession wird sich negativ auf das Lohnwachstum im Jahr 2021 und damit auch auf die Kaufkraftsteigerung auswirken. Die Lohnerhöhungen im Rahmen von Tarifverträgen (CAOs) werden von 2,5 % im Jahr 2020 auf 1,4 % im Jahr 2021 sinken. Infolge der Verringerung der finanziellen Belastung wird die Kaufkraft weiterhin um 1,0 % steigen, obwohl diese unter 2,2 % liegt.

Mittelfristiger Ausblick 2022–2025

Die Wirtschaft erholt sich allmählich von der Corona-Rezession. Das BIP-Wachstum im Zeitraum 2022–2025 werde 1,5 % pro Jahr betragen, prognostiziert das niederländische Forschungsinstitut „Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis“ (CPB). Die statistische Kaufkraft steigt in diesem Zeitraum nicht an. Die Arbeitslosigkeit wird 2025 allmählich auf
4,5 % sinken. Das auf unveränderter Politik beruhende Staatsdefizit sinkt 2025 ebenfalls auf 1,2 % des BIP. Die Corona-Krise wird zudem die Nachhaltigkeitsbilanz verschlechtern. Diese gibt einen Hinweis darauf, inwieweit die finanzielle Belastung auf künftige Generationen verlagert wird. Nach den aktuellen Prognosen von CPB beträgt der „Sustainability Gap“, also die Nachhaltigkeitslücke, 2,4 % des BIP.

Wirtschaftliches Stimmungsbild

Nach dem Rückgang von 8,5 % im zweiten Quartal 2020 stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach der zweiten Berechnung des „Centraal Bureau voor de Statistiek“ (CBS) im dritten Quartal 2020 gegenüber dem Vorquartal um 7,8 %. Mehr als die Hälfte dieses Wachstums, das größte aller Zeiten, ist auf den starken Anstieg des Haushaltskonsums zurückzuführen. Das Wachstum im dritten Quartal gleicht jedoch nicht den Rückgang in den ersten beiden Quartalen aus. Gegenüber dem vierten Quartal 2019 schrumpfte die niederländische Wirtschaft in den ersten drei Quartalen 2020 insgesamt um 2,9 %. Insgesamt hat die Handelsbilanz jedoch einen positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum geleistet. Aus einer Umfrage des CBS in den Niederlanden im Jänner 2021 geht hervor, dass die Verbraucher die Wirtschaft in den nächsten zwölf Monaten etwas weniger düster sehen, während sie die wirtschaftliche Situation in den letzten zwölf Monaten etwas negativer beurteilen. Die Finanzlage sehen die Verbraucher in den nächsten zwölf Monaten etwas optimistischer, die Zeit für große Einkäufe sehen sie jedoch im Jänner 2021 ungünstiger als im Dezember 2020.

Leicht steigendes Buchungsaufkommen für Sommer/Herbst 2021

Die niederländische Regierung forderte am Freitag, dem 22. Jänner 2021, die Bevölkerung wiederum auf, bis 31. März 2021 nicht ins Ausland zu reisen und auch keine Reisen zu buchen, die bis einschließlich 31. März 2021 stattfinden. Dabei handelt es sich um eine dringende Empfehlung. Aus diesem Grund bleibt die Verunsicherung bei den Niederländern groß. Die Regierung sieht die Entwicklung weiterhin als sehr besorgniserregend an. Um das Reisen zu verhindern, arbeitet das Infrastrukturministerium mit Fluggesellschaften und Buchungsplattformen zusammen, um den Verbrauchern den überzeugenden Rat zu geben, nicht in den Urlaub ins Ausland zu fliegen bzw. zu fahren. Alle Reisenden aus Risikogebieten, die mit dem Flugzeug oder Schiff in die Niederlande kommen, müssen einen negativen Schnelltest nachweisen können, der innerhalb von vier Stunden vor Abflug durchgeführt wurde, zusätzlich zu dem bereits obligatorischen negativen PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Insbesondere seit der dringenden Empfehlung der Regierung, auf Reisen bis 31. März 2021 zu verzichten, haben Reiseveranstalter, die Pauschalreisen anbieten, vereinbart, nicht mehr zu Code-Orange-Zielen zu fliegen. Etliche Urlaubsflüge zu Wintersportgebieten sind bereits abgesagt worden. Viele Konsumenten haben auf die spätere Saison umgebucht.

Das Interesse an Reisen sowie die Urlaubs- und Reiselust sind in den Niederlanden generell hoch. Niederländische Reiseveranstalter berichten über ein beginnendes und leicht steigendes Buchungsaufkommen für Sommer/Herbst 2021. Die großen Player sind im Allgemeinen optimistisch. Auch in diesem Jahr sind Inlandsurlaub, Nahdestinationen und erdgebundene Ziele (Autorreisen) wieder gefragt. Besonders nachgefragt sind ruhige Reiseziele, Aktivurlaub (Wandern und Radfahren), kleine Hotels und Ferienwohnungen. Sicherheit und größtmögliche Privatsphäre sowie Reisen im Familienverbund sind weiterhin höchst relevant. Einige Reiseveranstalter berichten auch von einem Revival der Busreisen, nachgefragt vor allem von einer älteren Zielgruppe. Langsam steigt auch das Interesse an Flug- und Ferndestinationen. Eine Umfrage der Plattform für Urlaube in den Bergen indebergen.nl im Zeitraum von 9. bis 21. Dezember 2020 hat gezeigt, dass die Niederländer große Lust auf einen Urlaub in den Bergen haben. Fast drei Viertel der Befragten gaben an, dass sie im nächsten Sommer einen Bergurlaub planen. Nur 25 % der Befragten wissen es noch nicht und 2 % haben nicht vor zu verreisen. 50 % der Befragten, die nicht verreisen wollen, tun dies aufgrund der COVID-19-Situation. Mehr als ein Fünftel der Befragten gaben an, ihren Urlaub für 2021 bereits gebucht zu haben. Fast die Hälfte buchte im dritten Quartal 2020 und ein Viertel in den letzten drei Monaten des Jahres 2020. Die Befragten gaben auch an, dass sie ihren Sommerurlaub von 2020 auf 2021 verschoben haben. Mehr als drei Viertel sagen, dass sie 2021 nach Österreich fahren werden. Es folgen Italien (10 %), die Schweiz
(7 %) und Deutschland (6 %). Nahezu zwei Drittel gaben an, dass sie im Jahr 2021 wegen der Corona-Krise später als sonst einen Urlaub buchen werden. Ein Fünftel der Befragten gaben an, dass sie Urlaub last minute buchen wollen. Ein weiteres Fünftel der Befragten rechnet damit, ein bis zwei Monate vor Urlaubsbeginn zu buchen. Ein Viertel der Befragten ist noch unschlüssig, wann es Bergurlaub bucht. In den Monaten Juli und August sind 75 % der Reisen geplant. Der August (35 %) ist der beliebteste Monat für Bergurlaub, gefolgt von Juli (26 %), Juni (18 %), September (14 %) und Mai (2 %). Bei der Wahl des Verkehrsmittels, um das Urlaubsziel zu erreichen, setzen die Niederländer auch im Jahr 2021 noch stärker auf das Auto.

Flexible Stornobedingungen nötig

Ein großes Thema sind weiterhin Stornobedingungen: Um Planungs- und vor allem finanzielle Sicherheit zu haben, stehen flexible, großzügige und kulante Stornobedingungen an oberster Stelle der Konsumentenwunschliste. Die meisten Reiseveranstalter bieten sehr flexible und kulante Storno- bzw. Umbuchungsbedingungen und reagieren mit Geld-zurück-Garantien im Falle von COVID-19-bezogenen Änderungen bei den Reisewarnungen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird noch wichtiger, wobei die Qualitätsansprüche gleichbleibend hoch sind. Hinzu kommen die hohen Anforderungen an Sicherheit und Hygienestandards. Es besteht eine hohe Sensibilität gegenüber negativen Corona-Nachrichten. Insgesamt steigt die Nachfrage nach Ferienwohnungen und -appartements sowie Chalets.

Impfbereitschaft bei Reisen

Eine im Jänner 2021 in den Niederlanden durchgeführte Umfrage von zoover.nl (Urlaubsbewertungs- und Buchungsplattform) zeigt, dass mehr als acht von zehn Niederländern (81,9 %), die in diesem Jahr Urlaub im Ausland machen möchten, bereit sind, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen, wenn dies obligatorisch ist. Zudem stimmten fast drei Viertel (71,1 %) der Befragten in den Niederlanden zu, dass eine Impfung bei Reisen ins Ausland obligatorisch sein sollte. Die Umfrage hat auch gezeigt, dass sechs von zehn Niederländern Urlaub im Ausland machen wollen, vier von zehn wollen ein Flugzeug nehmen, mehr als 50 % planen, mit dem Auto zu fahren, und 5 % wählen eine andere Art des Reisens. Bis anhin betrug die Aufteilung zwischen Auto und Flugzeug 50 : 50, daher ist aus der Umfrage eine kleine Verschiebung in Richtung Autourlaub ersichtlich.

Kaum Änderungen bei der Einstellung zu Österreich-Reisen

Niederländer haben Lust auf Österreich-Reisen und das Interesse ist weiterhin groß. Mit dem weiterhin geltenden Reisehinweis der niederländischen Regierung „Code Orange“ für ganz Österreich und dem Aufruf, bis 31. März 2021 nicht zu verreisen, bleibt auch die Verunsicherung bei den Niederländern in Bezug auf Reisen groß. Reisen werde zukünftig anders sein, lautet das Fazit einer Expertenrunde der Reisebranche in den Niederlanden: weniger weit, weniger Flüge über kurze Strecken, mehr Aufmerksamkeit für Nachhaltigkeit, Sicherheit und Kontrolle. Die Niederländer sind jedoch bestrebt, diesen Sommer wieder zu reisen. Das Bedürfnis und die Bereitschaft zu reisen sind bei vielen Niederländern groß. Es besteht ein großer Wunsch nach Urlaub, weil viele Niederländer im vergangenen Jahr nicht auf Urlaub gefahren sind. Unter anderem sind Autodestinationen in der Nähe, kleine Orte, Urlaub in der Natur oder auf Campingplätzen beliebte Suchbegriffe der Niederländer bei der Online-Urlaubssuche. Eine morphologische Studie der ÖW zu Winterurlaub hat gezeigt: Die Niederländer haben Lust auf Österreich sowie Interesse an und Lust auf Wintersporturlaub. Derzeit sind die Niederländer allerdings in abwartender Haltung: Die Rahmenbedingungen (Corona-Situation im eigenen Land und in Österreich) müssen sich entspannen und gelockert werden. Ein großer Vorteil für Österreich ist die Tatsache, dass Österreich in den Niederlanden einen sehr hohen Stammgästeanteil hat (65 % der niederländischen Gäste wählen jedes Jahr bzw. regelmäßig die gleiche Region in Österreich; 87 % sind generell österreichtreu). Hier sind eine hohe Bekanntheit und Vertrautheit mit Österreich, mit der Region, ja auch mit dem Gastgeber vorhanden – Österreich punktet mehr denn je als sicheres, bekanntes und vertrautes Urlaubsland mit intakter sowie spektakulärer Natur, Berg- und Naturlandschaft.

Wichtig für den niederländischen Gast bleiben Gemeinschaftserlebnisse. Gemeinsam Zeit zu verbringen ist weiterhin eine wichtige Motivation für Urlaub in Österreich, sei es mit der Familie bzw. im Familienverband, sei es in einer Mehrgenerationen-Konstellation oder mit Freunden. Dies ist auch am hohen Familienanteil unter den niederländischen Gästen ersichtlich. Zusätzlich ist die Erdgebundenheit ein erwähnenswerter Vorteil für Österreich, und zwar in puncto Flexibilität, Einfachheit und kurzfristiger Erreichbarkeit. Bezogen auf die Art der Anreise liegt die Autoanreise bereits bei über 80 %. Die Reiseveranstalter fokussieren sich deshalb noch mehr auf die Selbstanreise.

Laufende Kommunikation über aktuelle Situation

Laufende Kommunikation über die Situation und tagesaktuelle Informationsweitergabe an die Reisebranche und Gäste werden zusammen mit authentischer Kommunikation wichtiger denn je. Vertrauen und Zuversicht zu schaffen, Gesundheit, Hygiene und Sicherheit (Aufstellen und Kommunizieren von klaren Regeln) sowie Flexibilität zu zeigen sind Aspekte, die in der Kommunikation zudem einen wichtigen Stellenwert einnehmen, da sie auch als Auswahlkriterien bei der Suche nach der richtigen Feriendestination eine bedeutende Rolle spielen. Die niederländischen Gäste wünschen sich einen sicheren und erholsamen Urlaub in Österreich.

Es besteht eine große Erwartungshaltung, dass die Einschränkungen bzw. Maßnahmen hinsichtlich der Sicherheitsvorschriften und Gesundheitsprotokolle klar und eindeutig kommuniziert werden. Hier besteht bei allen Gästen, auch bei den Stammgästen, ein hoher Informationsbedarf. Einheitlicher Tenor in der Reisebranche: Die Information über die Situation in den Destinationen, über Hygiene- und Sicherheitsvorschriften ist zentral und wichtig, um das Vertrauen beim Konsumenten und auch in der Reisebranche selbst zu stärken. In der Bildsprache sollten derzeit keine Bilder eingesetzt werden, die viele Menschen ohne Sicherheitsabstand zeigen.