Kroatien Winteraussichten

Kroatien: Winteraussichten 2020/21

November 2020: Maßnahmen erneut verschärft - Wirtschaft stark getroffen wg. Tourismus - Bedürfnis nach Urlaub besteht - kurzfristige Buchungen - Sicherheit wird mehr beachtet - Inspiration und Information

Schärfere Maßnahmen

Seit 27. Oktober gelten in Kroatien schärfere epidemiologische Maßnahmen: Maskenpflicht im Freien, wenn kein physischer Mindestabstand von 1,5 Meter gewährleistet ist, Sportereignisse ausschließlich ohne Zuschauer, max. 50 Personen bei öffentlichen Veranstaltungen und Versammlungen (private Feiern mit max. 15 Personen). Bürger und Aufenthaltsberechtigte aus EU-, EWR-, Schengen-Ländern können ohne Angabe eines Grundes, d. h. genauso wie vor den COVID-19-bedingten Einschränkungen, nach Kroatien einreisen, sofern sie keine Krankheitssymptome aufweisen und die epidemiologischen Empfehlungen, die sie beim Grenzübertritt erhalten, einhalten.

Einreise nach Österreich: Österreich verlangt bei der Einreise aus COVID-19-Risikogebieten die Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses über einen negativen molekularbiologischen SARS-CoV-2-Test, der max. 72 Stunden alt sein darf. In Kroatien werden 13 Regionen (Gespanschaften) sowie die Stadt Zagreb als Risikogebiete eingestuft, aus sieben Regionen ist aber für die Einreise kein ärztliches Zeugnis über einen negativen molekularbiologischen SARS-CoV-2 Test notwendig. Die Zuordnung kann sich jederzeit ändern.

Starke Abhängigkeit vom Tourismus

Als stark tourismusabhängiges Land ist Kroatien von der Corona-Krise massiv betroffen. Nach einem respektablen BIP-Wachstum von 2,9 % im Jahr 2019 stagnierte das BIP im ersten Quartal 2020 (+0,4 %) und ging im zweiten Quartal mit -15,1 % stärker zurück als erwartet. Das konsolidierte reale BIP im ersten Halbjahr ging um 7,8 % zurück. Die BIP-Erwartungen für 2020 liegen bei zwischen -8,6 % und knapp -10 %. Die wichtigsten Wachstumstreiber Kroatiens brachen im zweiten Quartal massiv ein: Privatkonsum -14 %, Investitionen -14,7 %, Warenexporte -10,6 %, Dienstleistungsexporte -67,4 %. Die Dienstleistungsexporte sind stark tourismusdominiert und die Corona-Krise hatte den Tourismus im ersten Quartal bereits gedämpft. Im zweiten Quartal kam er fast vollständig zum Erliegen. Der Juli und der August brachten allerdings bessere Ergebnisse als erwartet. Um die Auswirkungen der Krise abzufedern, hat Kroatien ein großzügiges Unterstützungspaket für die Wirtschaft in Höhe von rund 9 % des BIP geschnürt. Die Unterstützungsmaßnahmen umfassen Lohnzuschüsse, Steuerstundungen bzw. -erlässe, Zugang zu günstigen Finanzierungen und seit Juli auch eine Variante der Kurzarbeit. Seit Anfang Juli ist der Nutzerkreis auf die am meisten betroffenen Branchen wie Tourismus, Personenverkehr etc. beschränkt.

Wenn, dann Skiurlaub

Das Bedürfnis nach Winterurlaub in der Zielgruppe der Skifahrer besteht weiter. Ob aber dann auch letztendlich gereist wird, hängt von vielen Faktoren ab. Exotische Winterreisen bzw. Sonnendestinationen verlieren an Bedeutung. Falls der Gürtel enger geschnallt werden muss, wird die Sehnsucht nach Advent im eigenen Land gestillt werden.

Prinzipiell präferieren die Kroaten den reinen Skiurlaub. Alles, was darüber hinausgeht, ist ein Add-on und nicht essenziell für die Urlaubsentscheidung.

Die Zielgruppe, die sich einen Winterurlaub leisten kann, wird in diesem Winter kleiner. Viele Klein- und Familienunternehmen, die im Tourismus arbeiten, kämpfen mit finanziellen Schwierigkeiten. Darüber hinaus haben zahlreiche Familien mit schulpflichtigen Kindern bereits viele Urlaubstage im Frühjahr aufgebraucht. Man kann sich eine 14-tägige Quarantäne zeitlich nicht leisten und die Kosten der Tests verteuern den Urlaub. Es gibt viele Personen, die ältere Personen in der Familie zu betreuen haben und bei längerem Fernbleiben nicht entsprechend helfen könnten.

Das erwartet die Betriebe in Österreich

Momentan ist die Einreise aus Kroatien nur mit negativem Test möglich und es bleibt offen, wie sich diese Situation im Laufe des Herbstes ändert. Die Buchungen werden sehr kurzfristig getätigt, flexible Stornobedingungen sind ein Muss. Zu erwarten ist, dass die traditionellen organisierten Skigruppen und Skikurse an Bedeutung verlieren und zukünftig individuelle Buchungen dominieren.

Einstellung zu Reisen in Österreich

Die Einstellung zu Österreich-Reisen hat sich geändert: Man achtet eine Spur mehr auf Sicherheit und den Sicherheitsabstand. Die Regelungen der Liftgesellschaften und Skipistenbetreiber werden entscheidende Auswirkungen auf den Winterurlaub haben. Das Image von Österreich bleibt weiterhin positiv, man vertraut der angebotenen Qualität und den Leistungen.

Inspiration, Information, Regelungen am besten in Landessprache

Sanfte Kommunikation ist aggressiver Werbung definitiv vorzuziehen, d. h. eine ausgeglichene Kombination aus Inspiration und Information. Die Sicherheitsregelungen sollten so aktuell wie möglich gehalten und in Landessprache online kommuniziert werden.