Japan Winteraussichten

Japan: Winteraussichten 2020/21

November 2020: Trotz Optimismus Bitte um Einschränkungen - Arbeitslosigkeit steigt weiter - großes Bedürfnis nach Urlaub - Social-Distance-Reisen - minimaler Kontakt zu Mitarbeitern gewünscht

Einreisebeschränkungen gelockert

Obwohl die Stimmung im Land eigentlich weitgehend optimistisch ist und die großen Ersparnisse bei Inlandsreisen viele Japaner dazu bewegen zu reisen, bittet die Regierung dennoch nach wie vor darum, von Feiern auch um Neujahr herum abzusehen. Um zu große Menschenmassen in den öffentlichen Transportmitteln zu verhindern, wird aktuell darüber diskutiert, die Neujahrsfeiertage bis zum 11. Jänner zu verlängern. Neujahr wird in Japan typischerweise mit der Familie verbracht, die meisten Geschäfte, Büros etc. bleiben üblicherweise bis 3. Jänner geschlossen.

Japan lockert die Einreisebeschränkungen. Damit entfällt die Heimquarantänepflicht für Rückreisende mit negativem PCR-Test, sofern Unterlagen über geplante Aktivitäten eingereicht und zwei Wochen keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzt werden. Diese Änderung ist ab sofort wirksam und gilt sowohl für japanische Staatsbürger als auch für Ausländer mit gültiger Aufenthaltserlaubnis in Japan. Weiters entfallen Einreiseverbote für Reisende aus Australien, Brunei, China, Hongkong, Macau, Neuseeland, Südkorea, Singapur, Taiwan und Thailand. Für Geschäftsreisende wurde der Business-Track, der bereits für Singapur und Südkorea existiert, um Vietnam erweitert.

Olympische Spiele in Tokio: verschieben oder absagen?

Laut dem Ministerium für innere Angelegenheiten und Kommunikation lag die Arbeitslosenquote im August 2020 mit 3,0 % um 0,1 Punkte über dem Vormonat und erreichte erstmals seit 3 Jahren und 3 Monaten wieder das 3-%-Niveau. Zum ersten Mal seit 3 Jahren und 3 Monaten überstieg damit die Zahl Arbeitslosen die 2-Millionen-Marke. Die Negativtendenz der effektiven Rekrutierungsquote hat sich im August ebenfalls acht Monate in Folge fortgesetzt, die Beschäftigungssituation verschlechterte sich aufgrund der andauernden negativen Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft. Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales gab am 24. September bekannt, dass die Zahl der Entlassungen im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Corona-Virus 60.439 erreicht hat. Die Zahl überstieg am 31. August 50.000 und erhöhte sich in nur 20 Tagen um weitere 10.000 Personen. Bisher sind die Prognosen im Hinblick auf eine mögliche Verbesserung der Beschäftigungssituation negativ. Es wird mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit gerechnet.

Im Rahmen einer Fragebogenumfrage unter inländischen Unternehmen von Juli bis August durch das private Forschungsunternehmen „Tokyo Commerce and Industry Research“ gab es Stimmen, die eine Absage (27,8 %) bzw. eine Verschiebung (25,8 %) der Olympischen Spiele in Tokio forderten.

Verhaltene Erwartungshaltung bei Auslandsreisen

Die Go-To-Travel-Reiseinlandskampagne wird ausgiebig genutzt und der Inlandsreisemarkt damit kräftig angekurbelt. Da Reisen während der Sommermonate nicht möglich gewesen sind, herrscht nun ein noch größeres Bedürfnis danach, die Stadt für Kurztrips zu verlassen und z. B. das Herbstlaub beim Wandern zu bewundern. Die Erwartungshaltung gegenüber Auslandsreisen ist hingegen etwas verhalten: Bei einer Umfrage des größten Reiseführers des Verlags Diamond-Big antworteten 30,4 % auf die Frage nach geplanten Reisezeit mit „Nach Juli 2021“, gefolgt von „April bis Juni 2021“ mit 24 %. Bei der vergangenen Umfrage im Juli waren die japanischen Touristen noch weitaus optimistischer, 25,7 % antworteten mit „November bis Dezember 2020“. Zusammengerechnet betrugen die Antworten „Auslandsreisen frühestens nach Jänner 2021“ und „Vorerst keine Trips außerhalb Japans“ über 90 %.

Österreich-Reisen immer noch kompliziert

Seit 28. September können die Japaner wieder ohne Visum und besondere Quarantänebestimmungen nach Österreich einreisen. Da sich Österreich in Japan allerdings weiterhin auf Gefahrenlevel 3 befindet und Japaner bei der Rückkehr ins eigene Land eine verpflichtende zweiwöchige Selbstquarantäne vornehmen müssen, sind touristische Reisen trotz allem noch kein Thema.

Berücksichtigung von Trends bei der Kommunikation

Neue Trends beim Reisen sollten berücksichtigt werden, wie z. B. das Social-Distance-Reisen: Anstelle von Reisen zu fernen Orten gewinnt der Mikrotourismus an Bedeutung. Reisende präferieren nahe Reisedestinationen, die wenig überfüllt sind. Beim Check-in wünscht sich der Großteil der Touristen möglichst minimalen Kontakt zu Mitarbeitern (Hotels, Airline etc.). Ein anderer Trend ist „Next Normal“: Bargeldlose Zahlungen nehmen an Bedeutung zu, Verbraucherdienste konzentrieren sich darauf, dass Sicherheit und Bequemlichkeit bei der Verwendung im Vordergrund stehen. Es wird prognostiziert, dass die Gruppe der unter 40 Jahre alten Japaner als erste wieder motiviert sein wird zu reisen.