Belgien Winteraussichten

Belgien: Winteraussichten 2020/21

November 2020: Gewichtzunahme und Einsamkeit - Wirtschaftserholung im dritten Quartal - Last-minute-Buchungen - Sicherheit vermitteln

Psychisches Wohlbefinden leidet zunehmend

Das Steigen der Infektionszahlen und die Einführung strengerer Maßnahmen sorgen dafür, dass sich die Bevölkerung zunehmend unwohl fühlt bzw. ängstlicher ist als noch zu Beginn der Corona-Krise. Das wirkt sich auf das psychische Wohlbefinden aus: Einsamkeit und als Folge Depressionen machen sich breit. Auch die Selbstmordrate steigt vor allem in der Eventbranche erheblich an. Die kostenlose Hotline „Tele-Onthaal“, bei der Menschen, die über ihre Probleme sprechen möchten, anrufen können, verzeichnet eine Zunahme der Anrufe von 14 %. Jeder vierte Flame hat während der letzten Monate Gewicht zugenommen. Mehr Snacks und weniger Bewegung lassen die Waage nach oben schnellen. Obwohl in den letzten Monaten überwiegend von zu Hause gearbeitet wurde und momentan Telearbeit sogar verpflichtend ist, spiegelt sich die Corona-Angst auch in den Verkehrsauswertungen wider. Öffentliche Verkehrsmittel werden wegen der Angst vor Ansteckung zunehmend gemieden und der Privat-Pkw ist wieder vermehrt im Einsatz. Gefordert werden eine erhöhte Frequenz und zusätzliche Fahrzeuge im öffentlichen Verkehr, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die Teilnehmeranzahl bei Hochzeiten, Begräbnissen und anderen Familienfeiern ist wieder auf ein Minimum beschränkt.

Viele neue Initiativen entstanden

Nach dem Corona-Schock von April bis Juni erholte sich die belgische Wirtschaft im dritten Quartal. Nach einer ersten Schätzung des Instituts für Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung gab es ein Wachstum von 10,7 % gegenüber dem zweiten Quartal.

Ein Rekordjahr verzeichnen unterdessen Secondhand-Läden. Insbesondere Kleidung und Haushaltswaren sind beliebt. In Zusammenarbeit mit 37 Shops wurde kringshop.be, ein Webshop für Secondhand-Ware, gelauncht. Diese Initiative sichert außerdem Arbeitsplätze für Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt wenig oder keine Chancen haben. Der Onlineverkauf nahm während der letzten Monate stark zu. Zustelldienste bestätigen, dass die Belgier aus Angst vor erneuten Schließungen und einem erhöhten Ansturm auf Geschäfte in der Vorweihnachtszeit bereits jetzt ihre Weihnachtskäufe erledigen.

Jede dritte Bezahlung im Geschäft erfolgt mittlerweile kontaktlos. Die Corona-Krise brachte einige findige Leute auf geschäftstüchtige Ideen: Mehr als 11.000 Flamen haben in den letzten Monaten ihr eigenes Unternehmen gegründet. Corona und all die Mittel, die zur Bekämpfung des Virus von der Bevölkerung verwendet werden, bergen zusätzlich ein Müllproblem. Viele Masken landen statt im Müll auf der Straße und werden durch Wind und Wetter bis ins Meer geweht. Gelangt ein Mund-Nasen-Schutz ins Wasser, dauert es bis zu 450 Jahre, bis er sich zersetzt hat. Das betrifft auch Desinfektionsmittel-Flaschen und Einweghandschuhe.

Kaum Buchungen

Da die Virologen des Landes von Skireisen abraten, gibt es kaum neue Buchungen für die kommende Wintersaison. Zum Vergleich: Im vorigen Jahr wurden zu diesem Zeitpunkt bereits dreimal so viele Reisen gebucht. Generell gibt es einen Trend zu Last-minute-Buchungen bzw. Urlaub im eigenen Land. Im September wurden 69 % mehr Inlandsbuchungen verzeichnet als im Vorjahr.

Momentan keine Prognosen möglich

Die Einstellung zu Urlaub in Österreich ist weitgehend positiv. Ein kurzes Aufflackern von Kritik gab es allerdings aufgrund der Menschenansammlungen zum Start der Skisaison. Da für alle Bundesländer Österreichs momentan die höchste Reisewarnstufe ausgesprochen ist, bleibt unklar, wie sich dies auf die kommende Wintersaison auswirken wird.

Gefühl der Sicherheit

Belgier wollen besonders sicher reisen. Menschenansammlungen in beliebten Urlaubsdestinationen wollen sie meiden. Bilder mit Menschenansammlungen sollten selbstverständlich vermieden werden. Da in Bezug auf Urlaub teils große Unsicherheit herrscht, sollte ein Gefühl der Sicherheit in der Kommunikation mitschwingen, wobei für einen sicheren Winterurlaub in dieser Wintersaison Hygiene und Schutzmaßnahmen wichtig sind. Gerade die jüngere Zielgruppe von 18 bis 29 Jahren wird dieses Jahr sehr gerne last minute buchen. Die Ansprache der Stammgäste ist in diesem Winter umso wichtiger, da diese eher früher buchen. Eine gezielte Kommunikation ist daher von Vorteil: Stimmungsvolle Winterlandschaften und sanfte Aktivitäten im Freien sprechen Gäste an, die Stille und Erholung fernab vom hektischen Alltag suchen.