Arabische Länder Winteraussichten

Arabische Länder: Winteraussichten 2020/21

November 2020: Lockerungen beim Reisen - Zielgruppe wartet auf Europas Lockerungen - Lage in Europa als Ganzes ist ausschlaggebend - Stützung der Bevölkerung und der Unternehmen

Länderweise Lockerungen bei den touristischen Reisen

In den am stärksten betroffenen Ländern Saudi-Arabien und Katar gehen die COVID-19-Fälle weiter zurück. In den anderen Ländern findet im Gegensatz zu Europa kein Anstieg statt. Vor allem die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) setzen weiter auf intensives Testen (mehr als 100.000 Tests täglich) sowie Maskentragen und Social Distancing. Zusammengefasst ist somit die Lage weiterhin unter Kontrolle und das tägliche Leben ist bis auf das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in fast allen Ländern wieder mit der Zeit vor COVID-19 vergleichbar.
In den VAE haben die Schulen mit 30. August wieder begonnen. In den anderen Golfstaaten wird langsam dazu übergegangen, Distance Learning durch Präsenzunterricht zu ersetzen.
 
Was das Reisen betrifft, ist in den VAE ein touristisches Reisen möglich, Ausnahme ist das Emirat Abu Dhabi. Das Emirat Dubai lockerte die Einreisebestimmungen für 56 Länder weltweit mit Hinblick auf die kommende Wintersaison. Aus Saudi-Arabien ist weiterhin kein internationales Reisen möglich, jedoch sind seit 1. November wieder internationale Pilgerreisen im größeren Umfang nach Mekka und Medina erlaubt. Aus Bahrain, Kuwait, Katar und dem Oman kann man mit Einschränkungen reisen, d. h., eine 7- bis 14-tägige Heimquarantäne ist notwendig. Gerade bei Saudi-Arabien fällt jedoch auf, dass es trotz der Tatsache, dass Reisen offiziell nur in Ausnahmefällen (medizinische bzw. familiäre Notfälle) möglich ist, sieben bis acht Flüge täglich nach Dubai gibt, wo man vermehrt Touristen aus Saudi-Arabien sieht.

Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stabilisierung

Weiterhin muss zwischen der wirtschaftlichen Lage der Expats und der lokalen Bevölkerung unterschieden werden. In den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Kuwait und Katar beträgt der Anteil der lokalen Bevölkerung zwischen 12 und 28 %. In Saudi-Arabien jedoch liegt die Zahl der Einheimischen bei fast 70 %. Hier ist also auch die lokale Bevölkerung stärker von Themen wie Arbeitslosigkeit, gekürzten Förderungen etc. betroffen. In den VAE ist für 2020 ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,5 % prognostiziert. In Saudi-Arabien wird mit einem BIP-Rückgang von bis zu 5 % gerechnet. Die Ölpreis-Lage, die schwierige Situation der internationalen Fluglinien und der fehlende Tourismus setzen den Ländern besonders zu. Gleichzeitig sind die staatlichen Finanzreserven aller Länder extrem hoch. Das heißt, die lokale Bevölkerung und lokale Unternehmer werden in den Golfstaaten stark unterstützt, während Expats und ausländische Investoren kaum staatliche Hilfe bekommen. Es wird in Kauf genommen, dass diese in ihre Heimat zurückgehen bzw. dass Unternehmen abwandern.

Um die Staatseinnahmen zu erhöhen, wurde in Saudi-Arabien die Mehrwertsteuer von 5 auf 15 % angehoben. In den VAE wurden die Steuerabgaben für die Hotellerie und Gastronomie bis zum Jahresende reduziert, um die Branche zu unterstützen. Aufgrund der starken Abhängigkeit von Importen soll vor allem in den VAE in Zukunft vermehrt in Eigenproduktionen, insbesondere in der Lebensmittelindustrie, investiert werden. Das Friedensabkommen der VAE mit Israel, über welches weltweit in den Medien berichtet wird, hat auch zum Ziel, die gegenseitige Wirtschaft zu stärken und die Region als Ganzes politisch und wirtschaftlich stabiler zu machen.

Reisen, sobald wieder möglich

Generell gibt es ein Bedürfnis nach Urlaub und danach, das Land verlassen zu dürfen. In Saudi-Arabien und im Oman ist dies weiterhin offiziell nicht möglich – in Bahrain, Kuwait und Katar mit Einschränkungen (Quarantäne nach Rückkehr). Nur in den VAE ist die Möglichkeit zu verreisen relativ gut. Es ist in allen Emiraten außer Abu Dhabi keine Quarantäne nach der Rückkehr nötig und Staatsbürger der VAE müssen erst bei der Ankunft einen COVID-19-Test absolvieren, was die Rückreise erleichtert. Gleichzeitig besteht aufgrund der Einreisebeschränkungen nach Europa sowie in viele andere Staaten kaum die Möglichkeit zu reisen. Das heißt, sobald die Zielgruppe wieder reisen darf, wird sie dies auch machen.
 
Die lokale Reisebranche berichtet allerdings, dass bereits Reisen in ausgewählte Länder von einem Teil der lokalen Bevölkerung unternommen werden. Dies sind: die Malediven, Seychellen sowie Bosnien und Serbien. Also in Länder, in denen kein touristisches Einreiseverbot gegeben ist. Gerade in einer so mobilen Region wie den Golfstaaten zählt das Reisen noch mehr zum Alltag der Menschen als in anderen Teilen der Welt. Ein explizites Bedürfnis nach Winterdestinationen bzw. Wintersport gibt es sicherlich nur bei einem kleinen Teil der Zielgruppe. Gleichzeitig zeigte sich in den letzten Wintersaisonen ein verstärktes Interesse der lokalen Bevölkerungen, Österreich zu „untypischen“ Zeiten zu besuchen. Die zweite Welle in Europa ist jedoch in den Medien präsent und würde sich auf die Reiseentscheidung auswirken, sofern ein Reisen erlaubt wäre.

Zweite Welle in Europa im Fokus

Österreich wird in den Medien derzeit nicht explizit erwähnt. Generell ist man sich der zweiten Welle in Europa bewusst und es wird darüber berichtet.

Kommunikation: Kontakt halten

Derzeit gilt es, Kontakt zu den Multiplikatoren (Reisebranche, Journalisten, Airlines etc.) zu halten und so das positive Bild des Urlaubslandes Österreich weiter zu verstärken. Auf Social Media sind sowohl die Sicherheitsthematik als auch die Erzeugung eines positiven Sentiments für die Zeit, in der das Reisen wieder möglich sein wird, wichtig.