Arabische Länder Winteraussichten

Arabische Länder: Winteraussichten 2020/21

Februar 2021: optimistische Stimmung – Impfungen – BIP-Entwicklung generell im Minus – Warten auf Öffnung Europas – neue Direktflüge nach Salzburg in Planung

Zügige Verabreichung der Impfungen

Die Zahl der Infektionen ist in den meisten Golfstaaten mit Ausnahme der Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) sehr gering. In Saudi-Arabien liegt z. B. die 7-Tage-Inzidenz seit Wochen bei ca. 7.

In den VAE steigen die Zahlen, da Dubai für den Tourismus seit Monaten komplett offen ist und wieder spürbar Touristen aus der ganzen Welt ins Land gekommen sind, auch aus Hochrisikogebieten. Gleichzeitig haben die VAE aber mit Stand Ende Jänner weltweit nach Israel die meisten COVID-19-Impfungen verabreicht. Mehr als 3 Millionen Dosen bei knapp 10 Millionen Einwohnern. Das (realistische) Ziel der Regierung ist es, bis Ende März 50 % der Bevölkerung zu immunisieren. Diese Tatsache sowie kürzlich wieder eingeführte Restriktionen werden voraussichtlich dafür sorgen, dass auch in den VAE die Zahlen wieder sinken.

Impfskeptiker gibt es im Golfraum kaum. Die Regierungen wollen nahezu 100 % der Bevölkerung immunisieren. Während es keinen offiziellen Impfzwang gibt, ist davon auszugehen, dass bestimmte Aktivitäten (Visaverlängerung, kostenlose COVID-Tests etc.) ohne Impfung in Zukunft nicht möglich sein werden.

Ansonsten gehen in allen Golfstaaten die Öffnungstendenzen weiter voran. Saudi-Arabien plant, das Land mit 31. März 2021 wieder für den Tourismus zu öffnen. Es sind auch in Saudi-Arabien, Kuwait und Katar genügend Impfdosen für die Bevölkerung gesichert, die Impfrate ist aber bei Weitem noch nicht so hoch wie in den VAE. Der kleine Golfstaat Bahrain steht bei den Pro-Kopf-Impfungen der Bevölkerung weltweit an dritter Stelle.

Generell ist die Stimmung in allen Golfstaaten optimistisch. Auch wirtschaftlich und politisch ist die Region wieder enger zusammengerückt. Das knapp vier Jahre andauernde Embargo des Staates Katar wurde aufgehoben und die sechs Golfstaaten präsentieren sich wieder als eine Einheit. Das bedeutet auch für das künftige Reisen, dass wieder eine Anreise aus den anderen Golfstaaten über Qatar Airways (17 Flüge pro Woche vor der Corona-Krise nach Wien) möglich sein wird.

Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stabilisierung

Weiterhin muss zwischen der wirtschaftlichen Lage der Expats und jener der lokalen Bevölkerung unterschieden werden. In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), in Kuwait und Katar beträgt der Anteil der lokalen Bevölkerung zwischen 12 und 28 %. In Saudi-Arabien jedoch liegt die Zahl der Einheimischen bei fast 70 %. Hier ist also auch die lokale Bevölkerung stärker von Themen wie Arbeitslosigkeit, gekürzten Förderungen etc. betroffen. In den VAE ist für 2020 ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 6,6 % prognostiziert. In Saudi-Arabien wird mit einem BIP-Rückgang von bis zu 5,4 % gerechnet. In Kuwait geht man von einem Rückgang des BIP um 8,1 % aus und in Katar von einem Rückgang des BIP um 4,5 %. Die Ölpreis-Lage, die schwierige Situation der internationalen Fluglinien und der fehlende Tourismus setzen den Ländern besonders zu. Gleichzeitig sind die staatlichen Finanzreserven aller Länder extrem hoch. Das heißt, die lokale Bevölkerung und lokale Unternehmer werden in den Golfstaaten stark unterstützt, während Expats und ausländische Investoren kaum staatliche Hilfe bekommen. Es wird in Kauf genommen, dass diese in ihre Heimat zurückgehen bzw. dass Unternehmen abwandern.

Um die Staatseinnahmen zu erhöhen, wurde in Saudi-Arabien die Mehrwertsteuer von 5 % auf 15 % angehoben. In den VAE wurden die Steuerabgaben für die Hotellerie und Gastronomie bis zum Jahresende reduziert, um die Branche zu unterstützen. Aufgrund der starken Abhängigkeit von Importen soll vor allem in den VAE in Zukunft vermehrt in Eigenproduktionen, insbesondere in der Lebensmittelindustrie, investiert werden. Das Friedensabkommen der VAE mit Israel, über welches weltweit in den Medien berichtet wird, hat auch zum Ziel, die gegenseitige Wirtschaft zu stärken und die Region als Ganzes politisch und wirtschaftlich stabiler zu machen.

Das „Abraham Accords“ genannte Friedensabkommen zwischen derzeit den VAE, Bahrain und Israel soll in weiterer Folge auch auf die anderen Golfstaaten, allen voran Saudi-Arabien, ausgeweitet werden. Dies garantiert neue gegenseitige Investitionsmöglichkeiten und wird als ein zusätzlicher Faktor, der die wirtschaftliche Erholung im Golfraum beschleunigt, wirken. Die VAE erleichtern die Ansiedelung ausländischer Unternehmen in letzter Zeit durch verschiedene Maßnahmen wie leichter erhältliche Visa für Arbeitnehmer und die Möglichkeit für ausländische Firmen, ein 100%iges Eigentumsrecht zu erhalten. Dies war bis jetzt für die meisten ausländischen Unternehmen nicht möglich und oft ein Hindernis für Betriebsansiedelungen.

Mittelfristig wird sich die Aufhebung des Katar-Embargos auch wirtschaftlich positiv auf den Golfraum auswirken. Auch die hohe Impfrate in den meisten Golfstaaten sollte für eine schnellere Erholung der Wirtschaft sorgen. Ebenso ist der Ölpreis derzeit leicht im Steigen begriffen, was positive Auswirkungen auf alle Golfstaaten hat. Gefahren wie der Immobilienpreisverfall in den VAE aufgrund des Überangebots bleiben natürlich bestehen.

Airlines planen Routen mit Fokus Europa

Die VAE selbst sind als Urlaubsdestination schon seit Monaten geöffnet, mit allen damit verbundenen Vorteilen und Risiken. Bei den Bewohnern der Golfstaaten selbst ist die Reiselust hoch wie nie. Vor allem da im vorherigen Sommer der traditionelle „Hitzefluchturlaub“ gefehlt hat, ist dieses Jahr das Bedürfnis zu reisen besonders hoch. Unsere Zielgruppe ist weiterhin finanziell nicht so stark von der Krise betroffen, das heißt, der Urlaub bleibt leistbar. Die Durchimpfungsrate wird bis zum Sommer extrem hoch sein und ein Urlaub in Europa wird wahrscheinlich eher nicht als großes Risiko wahrgenommen werden. Die Airlines planen ihre neuen Routen bzw. die Wiederaufnahme der eingestellten Routen im ersten Halbjahr 2021 mit Fokus auf Europa, da die populären Reiseziele in Asien etc. voraussichtlich noch länger geschlossen sein werden. Sollte eine Einreise für Drittstaaten im Sommer 2021 in die EU bzw. nach Österreich möglich sein, ist davon auszugehen, dass dieses Angebot sehr stark in Anspruch genommen wird.

Neue Direktflüge nach Salzburg geplant

Sollten Drittstaatenangehörige im Sommer 2021 nach Österreich einreisen dürfen, ist jedenfalls mit Gästen zu rechnen. Das Interesse und die Reiselust sind gegeben, die finanziellen Rahmenbedingungen für die Zielgruppe passen und die COVID-19-Impfrate in den Golfstaaten gehört zu den stärksten weltweit. Zudem sind neue Direktflüge aus Dubai (Flydubai) sowie Saudi-Arabien (Flynas) nach Salzburg geplant, was die Destination Österreichs als Ganzes nochmals aufwertet.

Kommunikation: Kontakt halten

Zum einen ist es wichtig, weiterhin Awareness zu schaffen bzw. im Bewusstsein der Zielgruppe zu bleiben. Sobald ein Reisen nach Österreich wieder erlaubt ist, sollen die konkreten Urlaubsinfos und Reisemöglichkeiten wieder aktiv an die B2B- und B2C-Zielgruppe kommuniziert werden.