Ukraine Tourismusausblick

Ukraine: Tourismusausblick

Oktober 2021: sehr geringe Impfquote – geringeres BIP-Wachstum erwartet – Zielgruppe resistent – kurzfristige Buchungen erwartet, wenn Bedingungen bekannt sind – günstige Angebote kommunizieren

Impfung als „Freikarte“ fürs Reisen

Die Impfbereitschaft der Ukrainer*innen ist sehr gering: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung plant nach wie vor nicht, sich in naher Zukunft impfen zu lassen. In der Hauptstadt Kiew ist die Impfbereitschaft wesentlich größer als auf dem Land. Die Infektionszahlen steigen langsam an, aber die Situation bleibt stabil – Einschränkungen oder Maßnahmen sind mit Ausnahme der Maskenpflicht in der ukrainischen Hauptstadt Kiew so gut wie nicht zu bemerken. Die EU-weite Anerkennung des ukrainischen „Grünen Passes“ im August hat mehr Mobilität in Richtung Europa erzeugt. International anerkannte Impfstoffe sind insbesondere in den großen Städten der Ukraine gut verfügbar. Im Herbst erwarten ukrainische Behörden, aber auch Reiseveranstalter einen durch die Aussicht auf uneingeschränkte Reisemöglichkeiten bedingten Anstieg der Durchimpfungsrate: Die Impfung wird damit zu einer Art „Freikarte“ fürs Reisen.

Zielgruppe für „Urlaub in Österreich“ weitgehend resistent gegen wirtschaftliche Schwankungen

Die BIP-Prognose von Morgan Stanley wurde von +4,5 % auf +3,4 % korrigiert. Laut einer neuen Studie von OLX sind 42 % der kleinen und mittleren Unternehmen nicht auf einen möglichen neuen Lockdown vorbereitet. 70 % der befragten Unternehmer*innen glauben, dass sich die wirtschaftlichen Konsequenzen der Pandemie negativ auf ihr Geschäft auswirken. Die urbane Zielgruppe für einen Urlaub in Österreich ist jedoch weitgehend resistent gegen wirtschaftliche Schwankungen.

Gute Buchungslage prognostiziert

Das Interesse an einem Winterurlaub in Österreich ist ungebrochen. Ein Unsicherheitsfaktor bleiben die Einreisebedingungen. Derzeit ist die Einreise für vollständig geimpfte Gäste aus der Ukraine in Österreich uneingeschränkt möglich. Wenn sich daran nichts ändert – z. B. durch eine weitere Infektionswelle oder geänderte Einreisebedingungen in Österreich –, wird ein Urlaub in Tirol oder Salzburg wie in der Vor-Corona-Zeit hoch im Kurs stehen. Ukrainische Reiseveranstalter berichteten Anfang Oktober von einer unerwartet guten Nachfrage und Buchungslage und rechnen mit vielen kurzfristigen Buchungen gegen Jahresende, wenn die Einreisebedingungen günstig und klar ersichtlich sind.

Wunsch, nach Europa zu reisen

Grundsätzlich ist das Interesse an Europa nach der langen Pause sehr groß. In jedem Fall ist die Möglichkeit einer unbeschwerten Einreise für den Tourist*innen-Strom entscheidend. Nicht nur beim Winterurlaub, auch bei den Kurzurlaubszielen könnte Österreich im kommenden Winter zu den Topdestinationen zählen. Wenn, wie derzeit der Fall, vollständig geimpfte Personen aus der Ukraine im Winter nach Österreich einreisen dürfen, dann kann mit einer intakten Nachfrage aus der Ukraine gerechnet werden.

Stornobedingungen wichtig

Die Preissensibilität ist gestiegen, günstige Angebote stehen im Fokus. Erleichterte Stornobedingungen sind für die Gäste wichtig. In der Kommunikation sollte darauf geachtet werden, das Unbeschwerte am Urlaub in den Fokus zu stellen. Gesundheitsstandards und Corona-Sicherheitsmaßnahmen sind für ukrainische Gäste kein entscheidendes Thema, da ohnehin von einem hohen Level an Sicherheit in Österreich ausgegangen wird.