Südostasien Mood Monitoring

Südostasien: Mood Monitoring

Ende Juli 2020: Thailands Stolz - BIP-Rückgang - digitaler Medienkonsum - Sicherheitsbedürfnis hoch - keine Änderung beim Österreich-Image - FIT-Bereich nun noch wichtiger

Tw. Lockerung trotz Neuerkrankungen

In den südostasiatischen Ländern wie Singapur, Thailand und Indonesien haben weitere Lockerungen der Einschränkungen sowie die Wiederöffnung der Schulen und Gebetshäuser und touristischer Attraktionen einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Rückkehr zur Normalität bedeutet. Jedoch befindet sich Singapur weiterhin auf dem 10. Platz im weltweiten Ranking der COVID-19 Infektionen pro Einwohnerzahl, der Großteil der Neu-Erkrankten wird immer noch in Arbeiterwohngegenden festgestellt.

In manchen Staaten führt die geringe Zahl der COVID-19-Fälle bzw. die Eindämmung der Epidemie zu einer Art von Nationalstolz, der erhalten werden will. Dies sieht man in Südostasien am Beispiel des Landes Thailand. In Thailand gibt es seit einiger Zeit kaum noch Neuinfektionen. Alle Neuinfektionen kommen momentan von zurückkehrenden Arbeitern, nachdem Repatriationsflüge nun erlaubt sind. Anstatt jedoch zu versuchen, das stark vom Tourismus und dem internationalen Reisen abhängige Land zu öffnen, bleibt das Land weiterhin international abgeschottet und es wird verstärkt auf Inlandstourismus gesetzt. In den letzten Wochen ist das alltägliche Leben in Thailand fast wieder zur Normalität zurückgekehrt, mit der Öffnung aller öffentlichen und touristischen Einrichtungen sowie Schulen.

Rückgang beim BIP

Generell wird versucht, anhand von "travel bubbles" Vereinbarungen für das Reisen (vor allem bei den Geschäftsreisen) zwischen einzelnen Ländern zu treffen. Hier ist vor allem Singapur bereits in Abstimmung mit Ländern wie China, Australien, Neuseeland sowie den Nachbarländern wie Malaysia. Thailand lässt bisher nur Reisende weniger Länder (Japan, China, Südkorea, Hong Kong und Singapur) wieder ins Land und dies gilt auch nur für Investoren und Geschäftsreisende.

Tourismus ist noch in keinem der Länder offiziell wieder erlaubt und alle Regierungen raten weiterhin von internationalen Reisen ab. Die meisten Grenzen sind offiziell noch geschlossen (abgesehen von einzelnen Ausnahmeregelungen). Die Wirtschaft leidet in allen Ländern stark unter den fehlenden internationalen Beziehungen und der Abschottung des größen Handels- und Tourismuspartners China. Die BIP-Prognose für 2020 in Thailand läßt einen Rückgang von 6,7 % erwarten und in Singapur von 5,8 %.

1 Tag fix für Online-Self-Learning?

Wie überall hat der digitale Medienkonsum stark zugenommen. Besonders Singapur hat die Digitalisierung im Alltag mit der Einführung der verpflichtenden Corona-Tracking-App stark vorangetrieben. Aufgrund des Erfolges von Online-Home-Schooling in Singapur denkt die Regierung daran, zukünftig einen Tag pro Woche Online-Self-Learning einzuführen.

Sicherheitsbedürfnis

Das subjektive Sicherheitsbedürfnis in manchen Staaten ist höher geworden. Obwohl alle südostasisatischen Länder extrem stark vom Tourismus abhängig sind, tendieren die jeweiligen Regierungen mit Zustimmung der Bevölkerungen zu einer möglichst späten Öffnung für internationale Touristen, um die niedrigen COVID-Zahlen nicht zu gefährden und Neuerkrankungen zu verhindern. Aufgrunddessen wird auch besonders auf die Unterstützung der eigenen Wirtschaft gesetzt und in allen Ländern der Inlandstourismus mit guten Angeboten sehr stark beworben.

Teilweise: Tendenz zur Isolation

Generell scheinen sich in Asien (mit Ausnahmen wie z.B. den Golfstaaten) Abschottungstendenzen gegenüber dem Rest der Welt zu entwickeln. Alle Regierungen tendieren weiterhin dazu, die Länder weitgehend zu isolieren, um die Corona-Neuinfektionen möglichst niedrig zu halten und die Pandemie im eigenen Land im Griff zu haben.

Diese Strategie wird von den Bevölkerungen der jeweiligen Länder mitgetragen, auch wenn diese teilweise sehr stark unter den Einbrüchen in allen möglichen Wirtschaftssektoren leiden. Es herrscht jedoch herrscht ein großes Vertrauen und Verständnis für die gesetzten Maßnahmen der jeweiligen Regierungen vor. So hat Thailand zum Beispiel den Ausnahmezustand bis Ende Juli erneut verlängert.

Wirtschaftliche und touristische Abhängigkeiten

Länder wie Singapur und Thailand (hier auch besonders der Tourismusbereich) sind extrem vom freien Reisen in einer globalisierten Welt abhängig. Dennoch finden die Öffnungen nur sehr schleppend statt.

Im Falle von Singapur geschieht dies durch gezielte Vereinbarung mit ausgewählten Ländern zu Reisekorridoren z.B. mit Malaysia (geplant ab August) nach China, Australien und Neuseeland (nur für Geschäftsreisende).

Ähnlich sieht die Situation in Thailand aus: Hier sind nun seit einigen Wochen die Grenzen für Investoren und Geschäftsreisende aus ausgewählten asiatischen Ländern wieder offen. In Thailand ist allerdings laut Tourismusministerium nicht vor dem 4. Quartal 2020 mit einer Öffnung für den internationalen Tourismus zu rechnen (weder In- noch Outbound).

In Indonesien sind ebenfalls Travel Bubbles mit ähnlichen asiatischen Nachbarländern geplant, um besonders den Inseltourismus wieder zu beleben, jedoch wird dies nicht vor Herbst 2020 geschehen.

Wettbewerbsvorteil bei Destinationen mit Möglichkeit zu Social Distancing

Österreich wurde unserer Beobachtung nach auch weiterhin in Südostasien nicht explizit in den Medien erwähnt. Daher hat sich auch das Image des Urlaubslandes nicht verändert - es wird weiterhin als attraktives und sicheres Reiseziel angesehen. Die Nachfrage nach Europa-Reisen innerhalb der Zielgruppe wird zukünftig auch gegeben sein. Die Frage ist, ab wann z.B. im Gruppensegment Fernreisen wieder möglich sein werden. Es wird daher noch stärker der Fokus auf FIT-Reisen und exklusive Kleingruppen (bzw. Familienreisen) gelegt werden. Hygienemaßnahmen werden bei der Zielgruppe eine noch wichtigere Rolle spielen als bisher. Orte, an denen Social-Distancing gut möglich ist, werden einen Wettbewerbsvorteil haben.


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