Südkorea Mood Monitoring

Südkorea: Mood Monitoring

Mitte Mai 2020: Koreaner wieder deutlich vorsichtiger - sogar Änderung bei Esskultur - Gesundheit im Fokus - noch keine Fernreisen in Sicht - Reisen im eigenen Land möglich - Vertrauen schaffen

Urlaubsfotos aus der eigenen Wohnung

Die koreanische Regierung implementierte bereits vor über einem Monat Social Distancing Maßnahmen. Durch strikte Einhaltung dieser Regulierungen gelang es, die Zahlen der Neuinfektionen schnell sehr gering zu halten, wodurch die koreanische Bevölkerung sich zusehends entspannte und auch deutlich salopper mit der Einhaltung der Vorschriften umging. Während der freien Tage der Golden Week (Ende April bis 5. Mai) wurden allerdings durch einen neuen Corona-Cluster in einem Nachtclub 148 neue Fälle gemessen. Die Regierung befürchtete eine erneute Verbreitung des Virus. Koreaner werden dadurch wieder deutlich vorsichtiger, auch wenn sich dieser Infektions-Cluster nicht weiter verbreitet hatte.

Viele Koreaner posten alte Reisefotos, um damit ihre Vorfreude auf und den Wunsch nach Reisen auszudrücken. Vor allem Travelholic, eine der einflussreichsten Social Media Seiten der Reiseindustrie Koreas motiviert Instagram User, an ihren Challenges wie zum Beispiel „Fake Travelling“, also gestellten Urlaubsfotos in den eigenen vier Wänden, teilzunehmen.

Beeinflussung bis hin zur Esskultur

In Korea ist es eigentlich weit verbreitet, beim gemeinsamen Essen unterschiedliche Speisen auf verschiedenen Tellern angerichtet, zu teilen. Aus Angst vor einer Ansteckung versuchen Koreaner nun allerdings diese Besonderheit ihrer Esskultur zu vermeiden und eigene Gerichte zu bestellen. Die Quarantäne-Vorschriften und die damit verbundenen hohen Aufenthaltszeiten zuhause sorgen für einen starken Anstieg bei digitalen Medien. Vor allem die Nachfrage von Video-Streaming-Seiten wie Youtube und Netflix stieg rapide an. Um möglichst wenig Zeit draußen zu verbringen, aber dennoch nicht auf die tägliche Portion Sport verzichten zu müssen, kletterte auch die Nachfrage nach Home-Training-Produkten stark nach oben. Einen hohen Nachfragezuwachs verzeichnen auch Lieferservices sowie Drive Through Services. Fast Food-Ketten, Coffee Shops, aber auch Department Stores und Lebensmittelläden bieten Onlinebestellfunktionen an, durch die die georderten Produkte zu einer bestimmten Zeit mit dem Auto am Drive Through-Schalter abgeholt werden können. Mehr und mehr Firmen bieten nun auch Home-Office an, Schulen versuchen sich an Online-Unterricht.

Neue Ideen für Versicherungen

Wie auch in anderen Ländern legen Koreaner seit dem Ausbruch der Pandemie sehr großen Wert auf Gesundheit. Die Nachfrage nach Desinfektionsmittel, aber auch nach gesundem Essen ist deutlich gestiegen. Darüber hinaus arbeiten Versicherungsfirmen gerade an neuen Ideen für neue Versicherungsprodukte im Falle von Katastrophen (Corona, Erbeben, etc.)

Protektionismus befürchtet

Experten erwarten, dass die Regulierungen für den Warenhandel strenger werden, um lokale Produkte zu schützen. Dies kann sich zumindest vorübergehend negativ auf die Globalisierung auswirken. Da aufgrund der eingeschränkten Flugverbindungen und geschlossenen Grenzen kaum Möglichkeit für Reisen ins Ausland besteht, beschäftigen sich Koreaner auch noch nicht im Detail mit Fernreisen.

Reisen im eigenen Land

Die Einstellung zu und das Bild von Österreich wurde von der Corona-Krise nicht wirklich beeinflusst. Die Situation in Italien dominiert nach wie vor die Medienberichterstattung über die Auswirkungen der Pandemie in Europa. Momentan reisen Koreaner bereits wieder im eigenen Land, wie zum Beispiel in die Gangwon Provinz oder nach Jeju.

Österreicher beim Österreich-Urlaub zeigen

Zu zeigen, dass Österreicher (bald) wieder im eigenen Land reisen, kann dabei helfen, Koreanern zu vermitteln, dass Reisen nach Österreich wieder sicher sind.


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