Slowenien Mood Monitoring

Slowenien: Mood Monitoring

Mitte Mai 2020: Proteste - Epidemie für Slowenen zu Ende - Digitales und Lokales am Vormarsch - Freiheit, Selbstbestimmtheit und Bewegung - Sauberkeit, Nachhaltigkeit und Umwelt weiterhin wichtig - Online-Kommunikation mit subtiler Vermittlung von Sauberkeit

Maßnahmen und Proteste

Nach einem rasanten Anstieg der Fallzahlen auch in Slowenien, hat die slowenische Regierung am 12.3. den epidemiologischen Notstand ausgerufen. Strenge Einschränkungen, Schließung der Geschäfte und Dienstleistungen, sogar Einschränkung der Bewegungsfreiheit auf die Neben- oder Hauptwohnsitzgemeinde wurden eingeführt. Die Einschränkungen wurden bereits seit 18.4. schrittweise gelockert.

Es kam am 27.4. zu Anti-Regierungs-Protesten in der Hauptstadt Ljubljana und in der zweitgrößten Stadt Maribor. Die Proteste richteten sich in erster Linie gegen die Corona-Maßnahmen, die in Slowenien im Gegensatz zu den Nachbarländern mit einem geringeren Tempo gelockert werden. Für Unzufriedenheit unter den Bürgern sorgten insbesondere die Bewegungsbeschränkungen auf die eigene Wohngemeinde, die mit 30.4. aufgehoben wurde. In der Hauptstadt von Slowenien haben etwa 3.000 Menschen am 8.5. bei einer Fahrrad-Demo gegen die Regierung mitgemacht. Ihr Vorwurf war, dass die Coronavirus-Krise benutzt werde, um Medien und Justiz einzuschränken.

Die Ergebnisse der COVIDiSTRESS Global Survey zeigen ein hohes Stress-Level (4. Platz unter den befragten Ländern). Das allgemeine Vertrauen in die Regierung liegt im mittleren Bereich unter den befragten Ländern, gleichauf mit dem Vertrauen, dass die Regierung die richtigen Entscheidungen im Kampf gegen das COVID-19-Virus trifft. Die Slowenen hielten die Maßnahmen für zu streng (1.Stelle unter den befragten Ländern).

Slowenien hat nach einem erheblichen Rückgang der Ansteckungszahlen die Coronavirus-Pandemie am 15.5. für beendet erklärt. Die slowenische Regierung sah sich allerdings am 17.5. spät abends gezwungen, die weitgehenden Grenzöffnungen vom 15.5. wieder zurückzunehmen. Nun sind viele der Slowenen verunsichert und können das Ausmaß der Pandemie in Slowenien nicht mehr einordnen.

Mehr digital und lokal

Die Bewegungsfreiheit wurde am Anfang der Epidemie stark eingschränkt, digitale Lösungen werden daher vermehrt bei den unterschiedlichsten Gebieten des Lebens in Anspruch genommen: zum Kontakthalten, Lernen, Home-Office, zur Unterhaltung und für Hobbys.

Viele Medien konnten die Printausgaben nicht mehr produzieren, einige erscheinen nun online, einige sind aus der Medienlandschaft verschwunden. Der Online-Handel ist stark gestiegen, obwohl Slowenen auch lokale Produkte sehr bevorzugen.  Mit den Öffnungen kehren die Slowenen zu den beliebten kleinen Geschäften/Märkten zurück. Der Fortschritt in der Digitalisierung bedeutet aber einen nachhaltigen Vorteil.

Freiheit, Bewegung, Nachhaltigkeit und Sauberkeit

Die Freiheit, die Selbstbestimmtheit sind traditionell wichtige Werte für die Slowenen, die in dieser Situation noch stärker zur Geltung kommen, wie es auch die Demonstrationen gezeigt haben.

Bewegung, Sport, körperliche Herausforderung sind wichtige Bestandteile des Lebens - diesen Bedürfnissen wurde in der Zeit der Einschränkungen noch bewusster nachgegangen.

Slowenen sind stolz auf ihr grünes Land, sie legen viel Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Neu dazu kam in der Kommunikationen nun noch der Wert Sauberkeit.

Reisen und Online-Handel

Slowenen haben einen starke Sehnsucht nach Reisen, nur finanzielle Problemen können die zukünftige Reiseintensität verhindern. Anfangs werden sie sicher das eigene Land bevorzugen, aber nach einer gewissen Zeit sicher immer stärker die Nachbarländer. Die Slowenen bevorzugen die lokale Produkte, lokales Handwerk, kleine Geschäfte und Märkte - die sie in der Corona Zeit stark vermisst haben. Online Handel hat stark an Bedeutung gewonnen, aber ob dies weiterhin so bleibt ist fraglich.

Nähe ist in Zeiten der Unsicherheit wichtig

Österreich ist ein beliebtes Zielland für die Slowenen. Die vielfältigen Sportmöglichkeiten und die intakte Natur entsprechen den Erwartungen der Gäste. Die Nähe zu Österreich ermöglicht mehrere Kurzreisen, kurzfristige Entscheidungen und Buchungen, die in unsicheren Zeiten wichtig sind.

Achtsame und indirekte Kommunikation

In erster Linie sollten die Informationen und Angebote online kommuniziert werden, weil diese Form sehr flexibel und schnell adaptierbar ist.

Achtsame Kommunikation ist notwendig, denn auch Slowenien hat hochwertige Angebote, intakte Umwelt und Natur.

Ein Vorteil ist die leichte Erreichbarkeit und eine gewisse Buchungsflexibilität.

Naturbewusstsein, Nachhaltigkeit und Sauberkeit sind grundlegend für die Urlaubsentscheidung - diese sollten aber nicht direkt kommuniziert werden: Die ganze Bildsprache und Textierung sollte diese Werte subtil ausstrahlen.


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