Slowakei Mood Monitoring

Slowakei: Mood Monitoring

Mitte Mai 2020: Einigkeit bei den Maßnahmen - Möglichkeiten gegen den Stress - Familie, Sport und Gesundheit wichtiger - gute Qualität Österreichs wird gesehen - zuerst Reisen in naher Umgebung

Sorgen um die Auswirkungen auf eigenes Einkommen und die Volkswirtschaft

Laut einer internationalen Umfrage namens COVIDiSTRESS Global Survey sind mehr als 80 Prozent der slowakischen Bevölkerung besorgt über die Auswirkungen der Epidemie auf die Volkswirtschaft, und 36,3 Prozent der Befragten halten die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie für angemessen, während 15,1 Prozent diese als mild und 48,6 Prozent als zu streng bewerteten. Ein wichtiger Teil der Forschung besteht darin, die Gründe für die Unruhe und Aufregung herauszufinden: 73,2 Prozent sind sich nicht sicher, wie lange die derzeitigen Vorsichtsmaßnahmen und Beschränkungen in Kraft bleiben werden. 72 Prozent der Befragten befürchten, dass sie oder jemand, den sie kennen, sich mit dem Coronavirus infizieren könnte. 58 Prozent machen sich über ihr Einkommen und ihre zukünftigen Beschäftigungsmöglichkeiten Sorgen. Die politische Streitigkeiten bleiben bestehen, aber in Fragen rund um den Umgang mit der Epidemie sind sich die Parteien einig.

Die Ankündigung der Lockerungen in 4 Etappen hat die psychischen Belastungen bedeutend gemildert, weil die Slowaken die Vorschriften strikt eingehalten haben. Die letzte Phase wird höchstwahrscheinlich Anfang Juni erfolgen.

Was tun gegen den Covid19 - Stress?

Das Kontakthalten hilft Menschen mit den deprimierenden Gefühlen bezüglich der Epidemie umzugehen. Die meisten Menschen - 94,6 Prozent der Befragten der COVIDiSTRESS Survey - bleiben telefonisch mit Familie und Freunden in Kontakt. Die Benützung von Social Media war auch vor der Krise hoch. Jetzt werden auch verschiedene Apps stärker zum Kontakthalten verwendet.

Religion hilft 41 Prozent der Befragten, die Situation zu verarbeiten.

Die Medianutzung hat sich weiter verändert: Die Bedeutung von Printmedien ist noch deutlicher zurückgegangen, viele Medien erscheinen nur online.

Streamingdienstleister werden mehr genutzt, z.B. Netflix. Nur weniger als ein Viertel der Befragten bauen Stress durch Computerspiele ab.

Digitale/virtuelle Lösungen für Homeoffice, Lernen, Einkaufen, Sport usw. haben an Bedeutung gewonnen.

Die Lockerungen ermöglichen jetzt mehr Kontakte, mehr Bewegungsfreiheit, diese werden aber vorerst mit Vorsicht genossen. Eine gewisse stärkere Distanzierung als vor Corona ist auch noch im Privatleben spürbar.

Verschiebungen bei der Bedeutung: Familie, Sport, Gesundheit

Familie an sich war traditionell ein wichtiger Wert in der Slowakei, der in den letzten Wochen noch bedeutender wurde. In  das Kontakthalten und die Unterstützung, die Sorge um sie wurden aufgewertet. Gleichzeitig treten aber auch Konflikte stärker hervor und so geben viele Artikel Ratschläge wie z.B. Kinder diese schwierige Zeit am besten verarbeiten können.

Die gesellschaftlichen Unterschiede sind in der Slowakei enorm groß. Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben, bekommen jetzt mehr Unterstützung, der Romakonflikt wurde dadurch aber nicht kleiner.

Die Wichtigkeit von Bewegung in der Natur ist markant gestiegen, die Verkaufszahlen von Fahrrädern haben sich extrem erhöht.

Eigenverantwortung in Bezug auf die Gesundheit wurde viel bewusster, Online-Yoga-Sessions, -Trainings etc. haben an Bedeutung gewonnen. Gesunde Ernährung, Kochen, Brotbacken usw. erleben eine Blütezeit.

Reisen ist Grundbedürfnis

Der Online-Handel hat an Bedeutung gewonnen, es werden aber Waren eher von lokalen Anbietern gekauft. Die Kritik an der schlechten Qualität der Waren aus China (Masken, Tests usw.) ist stark präsent in den Medien. Dies kann zu einem langfristigen Vertrauensverlust gegenüber asiatischen Lieferanten führen.

Die Geschäfte haben mittlerweile bereits geöffnet, viele bevorzugen weiterhin Online-Lösungen.

Der Pendlerverkehr zwischen Österreich und der Slowakei war eine heikle Frage, die Regierung hat schrittweise für Pflegepersonal und andere Arbeitnehmer eine Lösung ausgearbeitet. Slowaken können zwar nicht ins Ausland reisen, aber die Bewegungsfreiheit innerhalb des Landes wurde nicht eingeschränkt. Die Tourismusbetriebe wurden zwar geschlossen, aber im Vergleich zu Ländern, in denen man den Wohnort/die Wohnung nicht wirklich verlassen durfte, hatten die Slowaken mehr Bewegungsfreiheit.

Die Öffnung der Restaurants und Beherbergungsbetriebe wird Schritt für Schritt in Angriff genommen. Reisen ist ein Grundbedürfnis unserer Zielgruppe. Die Reisetätigkeit wird bald aufgenommen. Inlandsangebote werden wieder an Bedeutung gewinnen, aber die sicheren Nachbarländer wie Österreich und Tschechien werden gleich nach der Öffnung der Grenzen besucht werden. Die Buchungen werden noch kurzfristiger, flexible Stornobedingungen werden bevorzugt.

Österreich steht für Qualität

Österreich hatte und hat ein gutes Image in der Slowakei: Man hat Vertrauen in das Qualitätsversprechen in Österreich. Es gab wenige negative Berichte, die Maßnahmen und Ergebnisse werden als positiv betrachtet. Nach der Grenzöffnung werden Kurzreisen nach Östereich, bzw. Urlaub in Österreich einfacher sein als Reisen in ferne Destinationen. Angebote wie z.B. Wandern in der Natur oder alleinstehende Ferienhäuser entsprechen den Sicherheitserwartungen.

Online-Kommuikation und hochwertige Magazine

Online-Kommunikation kann rasch auf die Änderungen reagieren und ist kosteneffizient.

Führende Magazine, die hochwertige Inhalte vermitteln, werden weiterhin als qualitative Quellen für Informationen herangezogen.

Inwieweit eine Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern fortgesetzt werden kann, in welchem Ausmaß und mit welchen konkreten Anbietern, werden wir erst zu einem späteren Zeitpunkt beurteilen können.


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