Polen Mood Monitoring

Polen: Mood Monitoring

Ende Juli 2020: Unsicherheit - Rezession - Gastgärten voll - Charterflüge - maßgeschneiderte Angebote gefragt

Weiterhin Unsicherheit

Nach wie vor ist der Mund-/Nasenschutz in öffentlichen Gebäuden, Geschäften und Verkehrsmittel verpflichtend. Nach wie vor herrscht Unsicherheit in der Bevölkerung. Viele Firmen haben ihre Mitarbeiter bis Ende des Jahres in Homeoffice geschickt. Auch wenn die Hotels bereits seit Anfang Mai geöffnet sind, gibt es dort strenge Maßnahmen (z.B. keine Buffets, das Zimmer wird nur nach Aufforderung des Gastes aufgeräumt). Es herrscht große Angst vor einer zweiten Welle im Herbst und Unsicherheit, wie es mit dem Schulbesuch sein wird.

Erste Rezession seit 1990/91

2020 wird das schlechteste Jahr der jüngeren polnischen Wirtschaftsgeschichte sein. Zu Beginn des Jahres 2020 wurde in Polen noch ein Wirtschaftswachstum von ca. 4 % erwartet. Derzeit gehen Experten für 2020 von einer Rezession in Höhe von 4 % aus. Dies ist die erste Rezession der polnischen Wirtschaft seit 1990/91. Im Jahr 2019 lag die Arbeitslosenrate in Polen laut Berechnungen bei 3,3 %. 2020 wird diese Zahl auf 7 % ansteigen und sich auch im darauffolgenden Jahr nicht ändern. Viele ukrainische Arbeiter sind zudem in ihr Heimatland zurückgekehrt und fehlen nun auf dem Arbeitsmarkt. Nur die Daten vom ersten Quartal sind besser als erwartet.

Soziale Kontakte am Abend

Trotz der Einschränkungen während des Tages (MNS, Homeoffice) scheint es, dass am Abend die sozialen Kontakte nachgeholt werden. Vor allem junge Menschen nutzen die wiedergewonnene Freiheit - die Gastgärten sind gefüllt und Abstand wird kaum eingehalten.

Renaissance der Gärten

Da das Leben schrittweise zur "neuen Normalität" zurückkehrt, sieht man, dass die Polen in erster Linie das Familien- und Freundesleben genießen. Man trifft sich wieder mit den lange nicht gesehenen Verwandten sowie Freunden. Eine "Renaissance" erleben die Gärten außerhalb der Stadt, die momentan ein begehrtes Ziel sind. Outdoor-Aktivitäten, wie vor allem Radfahren sind wieder in. Man beobachtet gleichzeitig, dass die Polen sehr vorausschauend mit ihren Budgets umgehen. Viele mussten ihre Haushaltsausgaben kürzen, man kümmert sich nach wie vor in erster Linie um das Stillen von Grundbedürfnissen, aber von Zeit zu Zeit leistet man sich auch ein Vergnügen.

Urlaubsgutscheine für Kinder

Es fliegen wieder zahlreiche Charterflüge Richtung Griechenland, die sehr gut gefüllt sind. Trotzdem werden die meisten Polen heuer Urlaub im eigenen Land machen - auch dank eines Urlaubsgutscheines in der Höhe von PLN 500 für jedes Kind. Es ist eine Veränderung des Konsumverhaltens bemerkbar - die Polen achten verstärkt darauf, woher die Lebensmittel kommen. Lokale Produzenten melden enormen Anstieg im Verkauf.

Im Winter nach Österreich

Nachdem doch die meisten Polen ihren Sommerurlaub - sofern sie ihn während des Lockdowns nicht konsumieren mussten - im eigenen Land verbringen, wird es sie (wenn es die Lage zulässt) im Winter wieder vermehrt ins Ausland und hier vor allem nach Österreich ziehen.

Gedanken zu Angebot und Kommunikation

  • Achtsam und online kommunizieren. Breites Service für alle vor und nach diversen Urlaubanfragen (Infos zu Transfer, Hygiene und Sicherheit, Alltag in der Region).
  • Als größter Vorteil fungiert aktuell die Lage Österreichs sowie die Entfernung von Polen (polnische Gäste reisen zu 70 % mit dem Auto an).
  • Kein Massentourismus, eher maßgeschneidertes Angebot mit viel Potenzial im Sommer bzw. Spätsommer (falls Reisen möglich) präsentieren.
  • Vielleicht Tendenz zu Wellness und Sportangebot, bzw. Mindfullnessurlaub (Zeit für sich selbst).

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