Japan Mood Monitoring

Japan: Mood Monitoring

Mitte Mai 2020: Sommerferien verschieben? - Home-Office - neue Wortkreationen - Abkapselung aus Angst - jeder trägt Maske - Warten auf normalen Alltag - Anstieg der FIT-Reisenden erwartet

Verschiebung und/oder Verkürzung der Sommerferien?

Die Verlängerung des Notstandes wurde in 39 von 47 Provinzen frühzeitig aufgehoben. Nur die am stärksten besiedelten Städte Japans, wie Tokyo, Osaka und Umgebung sind derzeit noch von den strengen Sicherheitsmaßnahmen bis vorerst Ende Mai betroffen. In der zweiten Maihälfte wird darüber entschieden, ob auch in diesen Gebieten der Notstand bereits früher beendet wird. Die Stimmung ist vorsichtig optimistisch. Zwar wurden einige Großveranstaltungen, wie die, für die Sommermonate charakteristischen Feuerwerke und Feste bereits abgesagt, doch viele Organisatoren halten noch an einer planmäßigen Durchführung von Konzerten und anderen Veranstaltungen unter verstärkten Sicherheitsmaßnahmen ab Juli fest. Zahlreiche Schulen sind bisher noch geschlossen, weshalb über eine Verschiebung und die Verkürzung der Sommerferien diskutiert wird.

Digitales profitiert

Um die Ausbreitung der Pandemie zu stoppen, wurden Firmen in ganz Japan dazu angehalten, ihre Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten zu lassen. Plötzlich war es in Tokyo nur noch schwer möglich Wifi-Router zu bekommen, die Telekommunikationsservices verzeichneten einen sprunghaften Anstieg von Nachfragen. Auch Streaming Services für Filme & Serien sowie Gaming Companies profitieren eindeutig von den Verordnungen daheim zu bleiben.

Sanmitsu, Stay Home Week und Corona Rikkon

Die japanische Sprache ist besonders bekannt für die Kreation neuer Trendwörter, die die Berichterstattung und Medienwelt nun auch im Zusammenhang mit dem Covid-19-Virus besonders prägen. Derzeit beherrschen neue Schriftzeichen-Zusammensetzungen wie „Sanmitsu“ (bezieht sich auf drei Wörter, die allesamt mit dem Schriftzeichen für „mitsu" beginnen: verschlossener Raum, Orte mit vielen Menschen sowie enger Kontakt; diese drei Situationen sollten möglichst vermieden werden), Stay Home Week (Bezug zur Golden Week vom 29. April bis 6. Mai) sowie Corona Rikkon (Corona Scheidung) die Medien. Obwohl die japanische Bevölkerung natürlich den Einsatz sämtlicher in medizinischen Institutionen tätiger Personen schätzt, werden gerade diese Berufsgruppen und ihre Familienmitglieder in der aktuellen Situation oftmals aus Angst vor Infektionen ausgegrenzt. Allgemein sorgt die Panik vor Ansteckung dafür, dass die japanische Bevölkerung sich noch mehr abkapselt. Weitgehend wird versucht, soziale Kontakte zu vermeiden. Auch wenn es keine verpflichtende Verordnung für das Tragen von Masken gibt, geht niemand mehr ohne aus dem Haus.

Globalisierung steht außer Frage

Allgemein sind Japaner dazu aufgefordert, verstärkt lokale Produkte zu konsumieren, um die eigene Wirtschaft zu unterstützen. Allerdings ist Japan zu einem großen Teil von Importen abhängig, was eine negative Haltung zu freiem Warenverkehr nahezu unmöglich macht. Da Japan allgemein noch mit der Eindämmung des Virus kämpft, wünscht sich die japanische Bevölkerung nur die Rückkehr zu einem normalen Alltag. Die strengen Ein- und Ausreiseregulierungen werden als gegeben hingenommen, einzig und allein die späte Implementierung wird kritisiert.

Momentan Sehnsucht nach Enspannung der Lage vorherrschend

Bisher ist es noch schwer absehbar, wie sich die Einstellung zu Reisen nach Österreich, bzw. vielmehr nach Europa allgemein entwickeln wird. Generell gibt es aber sehr positive Rückmeldungen auf unseren Social Media Kanälen, mit zahlreichen Kommentaren von Usern, die eine Entspannung der derzeitigen Lage herbeisehnen, um nach Österreich reisen zu können.

Kommunikation ohne Corona-Fokus

Allgemein wird vor allem in der ersten Phase nach der Wiederaufnahme der Interkontinentalflüge ein deutlicher Anstieg von FIT Reisenden erwartet. Hygienemaßnahmen werden eine wichtige Rolle bei der Bewerbung von Reisedestinationen einnehmen. Eine besondere Herausforderung wird dabei sein, diese zu kommunizieren, ohne das Corona-Thema dabei zu sehr in den Fokus zu rücken.


Mehr zu ÖW Global