Großbritannien Mood Monitoring

Großbritannien: Mood Monitoring

Mitte Mai 2020: Unterstützung der Maßnahmen - große Hilfsbereitschaft - Videoplattformen und soziale Medien als Austauschformat - Gesundheit und Nachhaltigkeit wichtig - Last Minute - inspirieren und informieren

Positive Stimmung trotz Unklarheiten

Obwohl der Lockdown verlängert wurde, bleibt die Stimmung relativ positiv. Unsicherheit gibt es teilweise hinsichtlich des neuen 3-Stufen Plans aus dem Lockdown, da die Maßnahmen nicht klar formuliert sind. Außerdem wurden die Maßnahmen in Wales, Schottland und Nordirland nicht angepasst, hier wurde zunächst an den bisherigen Vorgehensweisen und Botschaften festgehalten. Nordirland und Schottland haben nun für die nächsten Tage auch einige Lockerungen für die Lockdown Regeln angekündigt. Allgemein ist aber eine gewisse Spannung zwischen den Landesregiergungen und der Regierung in London festzustellen.

Radfahren statt Öffis

Social Distancing wird weitgehend eingehalten, sowohl in den Parks als auch in den Shops. Öffentliche Verkehrsmittel werden soweit wie möglich gemieden, man steigt vielfach aufs Radfahren um. Die mentale Gesundheit, die bereits vor COVID ein Thema war, spielt in dieser Zeit natürlich eine große Rolle. Aber auch hier kommt die Hilfsbereitschaft der Briten ins Spiel. Zahlreiche Personen bieten Unterstützung an und fungieren als 'Telefonpartner'. Digitale Medien werden jetzt verstärkt genutzt. Die Onlineausgaben der Tageszeitungen sowie Magazine haben erhöhte Zugriffszahlen. Es besteht Vertrauen in die etablierten Medien, vor allem wenn es um Fakten und neue Informationen zu COVID-19 geht. Der soziale Austausch mit Freunden und der Familie passiert über die sozialen Medien und Videoplattformen. So gibt es z.B. virtuelle Pub Quizzes, Personen treffen sich online um Sport zu machen, für Schulkinder gibt es jeden Morgen eine Sportstunde.

Leben vor Freiheit

Briten sind grundsätzlich sehr positiv eingestellt und sehr hilfsbereite Menschen. Dies zeigt sich durch den Lockdown verstärkt. Freiheit als Grundbedürfnis bekommt eine neue Bedeutung. Im Moment stecken die Menschen diesbezüglich zurück und stellen den Schutz von Leben in den Vordergrund. Gesundheit und Nachhaltigkeit spielen weiterhin eine große Rolle. In den Shops ist zu sehen, dass unter anderem biologische Nahrungsmittel, Vollwertkost sehr schnell vergriffen sind, in den Parks sind vermehrt Läufer unterwegs bzw. sieht man Personen bei ihrem Workout, da die Fitnessstudios geschlossen sind.

Langsamer Anstieg bei Buchungen

Die Briten sind prinzipiell sehr reisefreudige Menschen, sie sind Entdecker. Sie werden zunächst – solange es nicht anders möglich ist – Inlandsurlaub machen, sich aber, sobald es möglich und sicher ist, auch über den Inlandsmarkt hinausbewegen. Im Moment passiert das 'Reisen' nur virtuell und man lässt sich von Bildern und Berichten inspirieren. In den Medien wird vermehrt über diverse geplante Grenzöffnungen in Europa berichtet, immer mit der Hoffnung, der Sommerurlaub könne noch gerettet werden. Reiseveranstalter melden einen langsamen Anstieg von Buchungen, allerdings eher für den Winter und für 2021. Es werden verstärkt Last-Minute-Buchungen erwartet. Eine gewisse Unsicherheit herrscht zur Zeit hinsichtlich der Einreise nach Großbritannien. Personen, die per Flugzeug anreisen, sollen in Zukunft in eine 14-tägige Quarantäne. Ein Verstoß dagegen wird mit bis zu GBP 1.000 bestraft. Diese Aussicht schränkt die Reisefreude der Briten etwas ein. Allerdings ist noch nicht klar, wann diese Regelung eingeführt wird und es werden Pläne über mögliche Luftbrücken in sichere Staaten diskutiert, die dann von Quarantäne ausgeschlossen sein sollen. Während man selbst zwar gerne reisen möchte, ist vor allem bei den lokalen Bevölkerungen außerhalb Londons derzeit auch eine gewisse Sorge bermerkbar, Touristen (auch Tagestouristen aus London) könnten das Virus wieder vermehrt mitbringen. Mit sinkenden Zahlen im eigenen Land wird sich diese Sorge aber demnächst ein wenig legen.

Österreich wird gutes Vorgehen zugeschrieben

Österreich hat grundsätzlich ein gutes Image. Wir werden als gemütlich und gastfreundlich wahrgenommen, als Land mit guter Lebensqualität und gutem Preis-Leistungsverhältnis - besonders bei Personen, die bereits in Österreich waren. Hinsichtlich dem Umgang mit der Coronakrise hat man in Großbritannien ein gutes Bild von Österreich. Man ist der Meinung, dass wir gut mit der Krise umgegangen sind, dass die Maßnahmen erfolgreich und rasch umgesetzt wurden und wir ein sicheres Land sind.

Österreich als zeitweiser Ausstieg aus der Wirklichkeit

Im Moment geht es darum, die Briten zu inspirieren und einen 'Escapism' zu bieten. Die Kommunikation sollte gleichzeitig auch informieren und die Sicherheit und Qualität des österreichischen Angebots hervorheben. Basisinformationen zur Anreise und den Gegebenheiten vor Ort sind wichtig. Corona sollte allerdings nicht mit einem Urlaub in Österreich und den Angeboten in Verbindung gebracht werden.

 

Video und Podcast zu Großbritannien

London, 9. April 2020: In Folge 1 unserer Video- und Podcastreihe dreht sich alles um Großbritannien: Martina Jamnig geht der Frage nach, wie wichtig dem Engländer grenzüberschreitender Zusammenhalt ist „Wenn ich auf Dich zählen kann, kannst Du auf mich zählen“ und skizziert das mögliche Reiseverhalten aus aktueller Perspektive. 


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