Deutschland Mood Monitoring

Deutschland: Mood Monitoring

Mitte Mai 2020: Jetzt: Kommunikationsstart - breiter Konsens beim gemeinsamen Ziel - Urlaubsland Österreich - Urlaub nicht mit Virus in Verbindung bringen

Politik hat Rückhalt in der Bevölkerung

Es gibt einen breiten Konsens durch alle gesellschaftlichen Schichten, Parteien, Wirtschaftszweige und Religionsgemeinschaften hinweg, dass der Erhalt der gesellschaftlichen Ordnung, der Versorgungslage und des Gesundheitssystems das gemeinsame Ziel in der aktuellen Phase der Corona-Krise ist. In Deutschland wird diese Stimmung bisher eher mit ruhigen Stimmen zum Ausdruck gebracht. Die politisch Verantwortlichen haben durch das langsame und stufenweise Hochfahren des teilweisen Shutdown, eine gut abgestimmte Informationsvermittlung durch verschiedene politische Ministerien, Experten und Bundeskanzleramt und durch das bisherige Vermeiden eines Kontrollverlustes einen hohen Rückhalt in der Bevölkerung. Somit werden die meisten Auflagen auch ohne weitere staatliche Repressionen freiwillig umgesetzt. Unverständnis gibt es meist aufgrund des Föderalismus in Deutschland und den damit verbundenen, sehr unterschiedlichen Regelungen in den Bundesländern. Immer mehr Menschen (vor allem Selbstständige und Arbeiter/Angestellte in Kurzarbeit) haben massive wirtschaftliche Ängste. Es gibt eine deutliche Zunahme an Insolvenzankündigungen.

Die Krise als Katalysator

Im Individualverhalten wird deutlich mehr Wert auf Hygiene, Abstand und Risikovermeidung gelegt. Einkäufe werden reduziert, gebündelt oder in den Onlinehandel verlegt. Zusammenkünfte mit Risikogruppen (vor allem im Familien- und Freundeskreis) werden vermieden. Schul- und Kitaschließungen, Homeoffice und Kurzarbeit wirken sich massiv auf das Zusammenspiel in den Familien und Beziehungen aus. Die Nutzungsdauer digitaler Medien stieg bei den Menschen deutlich an. Vor allem für den digitalen Unterricht und das Homeworking ist die Corona-Krise der stärkste Katalysator der letzten Jahrzehnte. Die aktuelle Entschleunigung fördert die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Werten und Fragestellungen (z.B. die Kommerzialisierung des Sports).

Keine/kaum Änderungen bei Werten und Einstellungen

Es sind derzeit keine grundlegenden Werteverschiebungen erkennbar. Das Bewußtsein für lokale Anbieter und deren Wertschätzung hat zugenommen.

Die Notwendigkeit des freien Warenverkehrs zur Wahrung der Grundversorgung ist Bestandteil der täglichen Berichterstattung. Vor allem aber die Beschränkung der Einreise von Hilfskräften, wie Erntehelfern sind ein großes Problem im sozialen, wirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Bereich. Grundsätzliche Änderungen bei der Einstellung, auch zum Reisen, sind derzeit nicht beobachtbar. Es gibt vereinzelt Meinungsbekundungen für und gegen die globalen Reisebeschränkungen. Eine Tendenz ist derzeit nicht wahrnehmbar.

Österreich als Urlaubsland

Der Wanderurlaub gilt im Moment als die coronakonforme Urlaubsaktivität. Österreich wird auch weiterhin als eines der sichersten Urlaubsländer der Welt wahrgenommen. Es gibt eine sachliche Berichterstattung zu den Möglichkeiten eines Sommerurlaubes in Österreich. Es gibt die Vermutung, dass die touristische Nachfrage in Deutschland das vorhandene Angebot übersteigt, bzw. deutlich verteuert. Auch deswegen wird das Interesse an Urlaub in Österreich auf einem sehr hohen Niveau bleiben.

Empfehlungen für die Kommunikation

Nicht Urlaub in Österreich mit Corona in Verbindung bringen (Ergebnis aus Sophie Karmasins Experteninterviews), denn sonst wird Österreich psychologisch negativ konnotiert. Das heißt auch, nicht davon zu sprechen, dass man sich jetzt wieder etwas gönnen kann, denn das zieht den Vergleich zur "schlechten Corona-Zeit".

Allerdings gilt jetzt: Schnellstmöglicher Kommunikationsstart mit konkreten Planungshilfen und einfachen Zugängen zu Buchungsmöglichkeiten.

Video und Podcast zu Deutschland

Zürich, 17. April 2020: In der zweiten Folge der Podcast-Reihe ÖW Global erklärt Carmen Breuss, warum Kooperationen inner- und außerhalb der Corona-Krise sinnvolle Schachzüge sind. Sie erklärt die wichtigsten Motive und Ziele für Tourismus-Kooperationen und die richtige Herangehensweise. Ihr Credo: „Kooperationen sind wie Beziehungen. Alle Beteiligten müssen dran bleiben, Vertrauen aufbringen und einen fairen Beitrag zum gemeinsamen Erfolg leisten.“


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