Belgien Mood Monitoring

Belgien: Mood Monitoring

Mitte Mai 2020: Lockerungen freudig genutzt - gegenseitges Vertrauen muss noch aufgebaut werden - Gartenartikel, Sportartikel und Foodbox gefragt - Campingplatz im Garten

Verstand gefragt

Die Gemeinschaft ist gestärkt: Älteren Generationen wird Hilfe angeboten, lokale Geschäfte, Restaurants, etc. werden durch take away und Online-Bestellungen vermehrt unterstützt. Im öffentlichen Raum wird Abstand gehalten und von der Polizei stichprobenartig kontrolliert. Aktuelle Aktionen sind nach wie vor das gemeinsame Applaudieren jeden Abend um 20 Uhr für das Pflegepersonal in den Krankenhäusern oder auch die Teddy-Suche: In Fenstern zur Straßenseite sitzen Teddys, die Kinder beim Spazierengehen suchen können. In den Schulen wird mit einigen Einschränkungen und nur bestimmte Klassen wieder unterrichtet. Für Lehrerinnen und Lehrer gilt Mundschutzpflicht bzw. Gesichtsschutz aus durchsichtigem Plastik, damit Schülerinnen und Schüler die Mimik sehen können.

Das gute Wetter und die ersten Lockerungen seitens der Regierung tragen dazu bei, dass Parks und öffentliche Plätze vor allem am Wochenende gut besucht sind. Es werden weniger Polizeikontrollen durchgeführt und es wird an den Verstand der Bevölkerung appelliert.

Ein wenig Mißtrauen

Es besteht ein erhöhter Konsum von News, Internet, TV/ Filmen, Spotify und auch Videospielen. Außerdem wird vermehrt online bestellt, zu Beginn der Krise vor allem IT Zubehör und Produkte, um beschäftigt zu bleiben (DIY, Garten, Sport). Festgestellt wurde außerdem, dass Werbung intensiver und aufmerksamer konsumiert wird.

Seit 10. Mai (Muttertag) ist es erlaubt, innerhalb einer Bubble von max. vier Personen FreundInnen und/oder Familie zu sehen. Der Abstand muss dennoch gewährt werden und am besten sollten die Treffen im Freien stattfinden. Das Vertrauen gegenüber den Mitmenschen ist diesbezüglich nicht hoch. Die Mehrheit der BelgierInnen denkt, dass sich andere nicht an diese neuen Richtlinen halten und mehr als vier Personen sehen.

Fair Trade gefragt

Da mittlerweile alle Geschäfte wieder geöffnet haben, sind die Verkaufszahlen von Produkten zur Gartengestaltung und Sportartikel stark gestiegen. Leergekaufte Regale und die vermehrte Bewerbung von Onlineshops sind die Folge. Auch der Verkauf von Foodboxen mit frischen Gemüse und Fleisch ist angestiegen. Generell kaufen BelgierInnen seit der Krise vermehrt bewusst nachhaltige und faire Produkte ein.

Welcome to my garden

Derzeit sind die Sitzplätze in den öffentlichen Verkehrsmitteln beschränkt, seit 4. Mai gilt hier Mundmaskenpflicht. Mundmasken werden von der Regierung kostenfrei an BürgerInnen geliefert. Brussels Airlines bleibt bis 15. Juni am Boden. Sobald der Flugverkehr wieder aufgenommen wird, gilt bis 31. August auf allen Flügen Maskenpflicht. Dennoch ist die Sehnsucht nach Urlaub bei den BelgierInnen groß. Die Wiederaufnahme des Tourismus wird schrittweise erfolgen und unter Einhaltung eines strikten Besuchermanagements, um Menschenmassen zu vermeiden. Beliebte Inlandsreiseziele, wie die Küste oder Ardennen gaben jedoch schon vorab bekannt, dass die Kapazitäten knapp werden. Momentan wird an der Kampagne "Flandern Urlaubsziel 2.0" gearbeitet. Diese beinhaltet Tagesausflüge und Aktivitäten - es werden weniger bekannte Touristenziele wie Naturschutzgebiete und alternative Strände beworben. Es soll eine gemeinsame Website erstellt werden, auf der gezeigt wird, wo sich in Belgien wenige Touristen befinden und es daher sicher ist, eine Reise zu planen. Wann genau der Tourismus wieder anläuft, ist noch nicht klar und auch abhängig von der Entwicklung der Gesundheitskurve.

Die Chance ist hoch, dass im Sommer Urlaub nur im eigenen Land möglich ist. Eine neue belgisch Online-Initiative wurde diesbezüglich gestartet: 'Welcome to My Garden' ist eine Plattform, auf der BürgerInnen ihren Garten kostenlos als rudimentären Campingplatz für Reisende frei zur Verfügung stellen können.

Österreich gilt als sicher

Österreich gilt als Land, dass die Krise gut im Griff hat, dennoch haben sich 109 BelgierInnen an der Sammelklage gegen Ischgl beteiligt. Im Gegenteil dazu möchten die vielen belgischen Stammgäste ihren gebuchten Sommerurlaub nicht stornieren, sondern wahrnehmen. Ob sie im Sommer bereits wieder ins Ausland reisen können, ist im Moment noch unklar. BelgierInnen möchten im Urlaub nichts mit der Krise zu tun haben und vertrauen darauf, dass Hotels nur unter strengen Auflagen wieder aufsperren können.

Derzeit: Inspirationsphase

Derzeit befinden sich BelgierInnen in der Inspirations- und Informationsphase. Sie nehmen sich Zeit, um Zeitschriften und Magazine aufmerksam zu lesen. Auf den owned media Kanälen werden BesucherInnen inspiriert und informiert.


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