Arabische Länder Mood Monitoring

Arabische Länder: Mood Monitoring

Mitte Mai 2020: Wieder strenge Maßnahmen - keine Printmedien mehr - Österreichimage positiv - Reiselust vorhanden

Wieder Verschärfung der Maßnahmen

Während es in den letzten Wochen während des Ramadan zu Lockerungen bei den einschränkenden Maßnahmen im täglichen Leben kam, werden diese mit Ende des Ramadan und Beginn der Eid-Feiertage wieder verschärft. Grund ist neben der gleichbleibenden Zahl der Fälle in den VAE bzw. steigenden Fälle in Kuwait und Saudi-Arabien, dass dieser Zeitraum als Zeit für die Zusammenkunft mit der Großfamilie gilt. Dies wird durch die Maßnahmen einzuschränken versucht. Gleichzeitig sind vor allem die VAE darum bemüht, die Öffnung des Landes voranzutreiben und alle großen Fluglinien kündigen die Aufnahme des Passagierverkehrs in den nächsten 2-3 Wochen an. Die Möglichkeit wieder Urlaub im Land zu machen, wird in den VAE ebenfalls sehr gut angenommen und an den Wochenenden sind die Strandhotels voll mit Inlandsgästen.

Statt Printmedien nur noch digitale Publikationen

Der digitale Medienkonsum war in den Golfstaaten immer schon sehr hoch. So hat z.B. Saudi-Arabien die längste durchschnittliche Nutzungsdauer pro Kopf auf Youtube weltweit. Die Nutzungsdauer von Streaming-Diensten etc. stieg aufgrund Covid-19 noch weiter an. Durch die stark digitalisierte Gesellschaft ging auch das Umstellen auf Home-Office und Distance-Learning leichter vonstatten als in anderen Ländern. Printmedien wurden seit Mitte März in Saudi-Arabien und den VAE komplett eingestellt und es gibt nur noch digitale Publikationen. Auch merkt man sowohl bei der lokalen Bevölkerung als auch bei den Expats, dass traditionelle Begrüßungen nur noch in eingeschränkter Form unter Einbehaltung der Social-Distancing Regeln passieren. Videokommunikationstools wie Zoom erfreuen sich sowohl im beruflichen als auch im privaten Alltag extremer Beliebtheit.

Starke Einschränkung bei Traditionen

Generell scheint die Sehnsucht nach Bewegung sowohl bei den Expats als auch bei der lokalen Bevölkerung nach den Ausgangssperren zugenommen zu haben. Trotz des heißen Wetters sieht man vermehrt Outdoor-Sportler und Online-Trainings-Apps erfreuen sich großer Beliebtheit. Die muslimischen Golfstaaten mussten im Ramadan (Ende April bis Ende Mai) auch ihre Traditionen stark ändern, da ein gemeinsamens Zusammenkommen in den Moscheen und zum Fastenbrechen nicht bzw. nur beschränkt möglich ist. Dies wurde im gesamten Golfraum akzeptiert - selbst von Meinungsbildnern konservativerer Strömungen des Islams. Interessant ist auch, dass stärker als sonst in den Medien über islamfeindliches Verhalten weltweit berichtet wird. Es wird jedoch nicht abwertend über andere Religionen berichtet. Was z.B. in den VAE nicht spürbar ist, ist ein verstärkter Zusammenhalt der gesamten Gesellschaft. Dies scheint eher innerhalb der verschiedenen ethnischen Herkunftsgruppen (Indien, Pakistan, lokale Bevölkerung) der Fall zu sein.

Teilweise Abkehr von Expats?

Immer stärker wird im Nahen Osten bzw. in bestimmten Golfstaaten davon gesprochen, weniger abhängig von ausländischen Gastarbeitern zu sein. So plant z.B. das Land Kuwait (4,5 Mio. EW, über 70 % Anteil an Expats) in naher Zukunft 600.000 teils auch unqualifizierte Arbeitsplätze mit "Locals" zu besetzen. Gleiches wird z.B. im Libanon diskutiert und wird von der Bevölkerung sehr kritisch aufgenommen. Es ist davon auszugehen, dass die extreme Expansionswut (Bau neuer Stadtteile in den Megastädten, Airline-Großprojekte etc.) in den Golfstaaten in der Zukunft etwas zurückgenommen wird.

Österreich als positives Beispiel

Das Image von Österreich hat sich nicht wesentlich verändert. Es gab vereinzelt Artikel über Ischgl. Das Thema war jedoch nicht stark in den Medien präsent. Viel öfter wurde Österreich neben Deutschland und der Schweiz als positives Beispiel im Umgang mit Covid-19 genannt. Somit ist dies eine gute Ausgangsposition für die Zukunft. Sauberkeit und Hygiene war für Gäste aus den Golfstaaten immer schon wichtig und wird in Zukunft noch wichtiger. In diesem Punkt werden die in Österreich gesetzen Maßnahmen auf Zustimmung stoßen. Da die Gäste meist mit dem eigenen Auto unterwegs sind und sich viel in der Natur aufhalten (Ausnahme Shopping), wird das Angebot Österreichs weiterhin für die Gäste attraktiv bleiben.

Warten auf Reiseerlaubnis

Wichtig ist es, den richtigen Zeitpunkt zu finden, an dem wieder mit der konkreten Urlaubsbewerbung gestartet werden kann. Arabische Gäste sind äußerst spontan und sobald das Reisen wieder erlaubt ist, wird es sehr schnell stattfinden. Die bisherige Content-Kommunikation (virtuelle Erlebnisse etc.) wurde sowohl von den B2C-Usern als auch von Medien und OTAs sehr gut angenommen und es gab einige größere Veröffentlichungen. Der Grundtenor in der Social-Media Kommunikation ist, dass darauf gewartet wird, das Land bald wieder besuchen zu können. Seitdem der Inlandstourismus in den VAE wieder möglich ist und erste Hotels aufgesperrt haben, wird auch in den Medien wieder verstärkt über das Thema Reisen berichtet.


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