Ungarn Facts

Ungarn: Facts

Aktuelle Situation

Es wurde das sogenannte „Coronavirus-Gesetz“ erlassen, das es der Regierung ermöglicht, ohne das Parlament mit Verordnungen bis Ende der Notfallsituation zu regieren. Am 4.5. wurden die Ausgangsbeschränkungen am Land gelockert, am 18.5. auch in Budapest. Damit ist im ganzen Land folgendes gültig: Maskenpflicht (Mund-Nasen-Schutz) in den Geschäften und im öffentlichen Verkehrsmittel, und ein Mindestabstand von 1,5 Meter muss eingehalten werden. Man kann wieder Parks und Spielplätze besuchen. Für über 65-Jährige gibt es eine eigene Zeitspanne (9-12 Uhr) für Einkäufe (Lebensmittel, Drogerie, Apotheke). Alle Geschäfte sowie Außenbereiche von Gastronomiebetrieben können ohne zeitliche Einschränkung geöffnet sein. Badestrände und Außenbereiche von Thermen, Outdoor-Museen und Tierparks ebenso. Die Universitäten dürfen unterrichten, die Rektoren entscheiden darüber. Hochzeitsfeiern bis zu 200 Personen sind ab 15. Juni erlaubt.  Die Schulen bleiben landesweit weiterhin geschlossen.  
Bis 14. Mai lief die landesweite repräsentative Stichprobenuntersuchung - die ersten Ergebnisse zeigen, dass max. 1 % Durchseuchung vorhanden ist.  

Ab 26.5. werden 48-Stunden-Grenzübertritte für Personen aus Tschechien, der Slowakei und Ungarn erlaubt.

Ungarns Außenminister hat sich mit Österreich, Slowakei und Tschechien über die Grenzöffnung abgestimmt und erstmals ein öffentliches Statement über einen geplanten Termin gemacht, indem er den 15. Juni genannt hat. Die Grenze zu Serbien wurde heute vollständig geöffnet. Über Lockerungen Richtung Polen wird am Mittwoch und Slowenien am Donnerstag verhandelt.

Seit 24.5. dürfen österreichische Staatsbürger nach Ungarn einreisen und müssen dabei ein ärztliches Attest über einen negativen Test auf COVID-19 vorlegen. Das ärztliche Zeugnis darf bei der Einreise nicht älter als vier Tage sein. Ungarische Staatsbürger können statt der bisherigen verpflichtenden 14-tägigen Heimquarantäne auch ein ärztliches Attest über einen negativen COVID-19-Test vorlegen und damit einreisen. Slowakische Staatsbürger dürfen für max. 24 Stunden nach Ungarn einreisen.

Seit 13.5. stehen zwei weitere und somit insgesamt 12 Grenzübergangsstellen für Pendler zur Verfügung. Seit 3.5. dürfen Geschäftsreisende aus Österreich, der Slowakei, Tschechien, Polen, Deutschland und Korea wieder einreisen. Auch Ungarn können wieder, ohne in Quarantäne zu müssen, in ihr Land einreisen.  
Auslandsflüge wurden nicht eingestellt, aber aufgrund der Beschränkungen gibt es kaum Personenverkehr. Im Mai hat WizzAir mit 10 % ihrer Flüge gestartet, in den weiteren 2-3 Monaten soll auf 30 % hochgefahren werden.  

News aus der Branche

Aeolus, der Griechenland-Spezialist macht auch in Ungarn zu, nachdem die slowakische "Mutterfirma" bereits Ende März ihre Tätigkeit beendet hat.

Laut Befragung der Ungarischen Tourismusagentur kommen zur Zeit anstelle von Absagen eher Buchungen herein, dementsprechend ist im Juni mit einer Auslastung von 20-25 %, im Juli ca. 50 %, im August bis zu 60 % im Vergleich zum Vorjahr zu rechnen. Laut Geschäftsführer der Ungarischen Tourismusagentur sind die Inlandsbuchungen für die Sommermonate um 46 % gestiegen (im Vergleich zum Stand vor einem Monat). Auch die Absagewelle bei Reiseveranstaltern ist zurückgegangen. Es gibt sogar Anfragen für Österreich, obwohl die Ungarn ihre Reise nach Österreich üblicherweise vorwiegend selbständig organisieren. 
Die Ungarische Tourismusagentur hat ein COVID-Handbuch mit Empfehlungen zum Neustart des Tourismus (Hotellerie, Gastgewerbe, Bäder, touristische Attraktionen) erstellt und online veröffentlicht.  
Die Inlandskampagne #visszajövök (ich komme zurück) läuft seit einigen Wochen, die internationalen Kampagnen sind derzeit eingestellt. Am 20. April wurde die Kampagne #jótettem (#ichhabegutgegessen) gestartet. Ziel ist, mit der Bewerbung der Liefer- und Abholservices, die Restaurants zu unterstützen. Zahlreiche Influencer und berühmte Personen wurden in die Kommunikation miteinbezogen. 
Am 11.5. wurde bekannt, dass Robinson Tours, ein RV, der seit 25 Jahren existiert und über einen guten Ruf am ungarischen Reisemarkt verfügte, seine Tätigkeit als Reiseveranstalter, wegen finanzieller Folgen der COVID-19 Situation, beendet hat. Die Firma war v.a. Spezialist für Bulgarien und als Incomer tätig, hatte aber auch Ferndestinationen mit Charterflügen in die Türkei, Slowenien, Albanien usw. Es gab keine (oder kaum) Österreich-Angebote. Alle Kunden wurden bezahlt. 

News aus lokalen Umfragen

Die Ungarische Tourismusagentur hat eine Befragung unter 4.000 Personen durchgeführt: wegen COVID-19 konnten insgesamt 43 % der geplanten In- und Auslandreisen nicht durchgeführt werden. Sobald der Epidemiezustand vorbei ist, planen 36 % der Befragten innerhalb von 3 Monaten eine Inlandsreise zu machen, während 15 % eine Auslandsreise vorhaben. Aktivprogramme, Kur- und Wellnessaufenthalt sind gesucht. 1/3 bevorzugt Hotels, 1/5 Appartements, 1/6 favorisiert Privatunterkünfte.
 


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