Coronavirus: Situation auf den Märkten

Coronavirus: Aktuelle Updates aus den Märkten

Die Österreich Werbung ist mit 21 Büros auf den wichtigsten ausländischen Herkunftsmärkten vertreten. Hier ein Überblick über die Situation auf den Märkten mit Stand 27. März 2020.

Region Deutschland und Schweiz

Deutschland

Es gibt knapp 45.000 Infizierte im gesamten Bundesgebiet und 264 Todesfälle. Die Bundesregierung setzt alle Energie in die Verlangsamung der Verbreitung. Es gibt eine Kontaktsperre für mehr als eine haushaltsfremde Person. Alle Schulen, Kitas, Restaurants, Kultureinrichtungen, Einkaufszentren, Sport- und Spielplätze sind geschlossen. Alle Messen, Kongresse, Festivals, Kultur- und Sportveranstaltungen wurden abgesagt. Die wirtschaftlichen Folgen werden direkt und indirekt weite Teile der Bevölkerung treffen. Viele Unternehmen haben ihre Produktion eingestellt, setzen auf Kurzarbeit oder schicken ihre Mitarbeiter ins Homeoffice.

Urlaubsreisen ins In- und Ausland sind untersagt. Touristische Übernachtungsangebote und Zusammenkünfte von Glaubensgemeinschaften werden untersagt.

In der Öffentlichkeit muss ein Mindestabstand von 1,5 m gehalten werden.

Es wurde ein 750 Milliarden-Euro-Hilfspaket beschlossen.

In den letzten Tagen haben alle relevanten deutschen Medien über Ischgl und auch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft berichtet. Österreich wird zum heutigen Tage, ein sehr entschiedenes Vorgehen bescheinigt, aber die Überschriften zu Ischgl lauten z.B. "Chronologie des Versagens", "Ischgl und die Fehleinschätzung".

Das Robert Koch-Institut und weitere offizielle Stellen gehen davon aus, dass die jetzige Situation nur der Anfang der Pandemie in Deutschland ist. Damit das deutsche Gesundheitssystem im Mai nicht kollabiert, ist ein optimistischer Verlauf nötig und Einschränkungen für viele Wochen und Monate sind wahrscheinlich. Die Frage, wie lange sich die Gesellschaft den wirtschaftlichen Stillstand leisten kann, gewinnt Raum in den Medien.

Wegen des Nachfrageeinbruchs streichen alle Fluggesellschaften ihre Flugpläne zusammen. Die deutschen Reiseveranstalter und -büros verzeichnen Umsatzeinbrüche – Der Reiseverband DRV meldet, bei einer Umfrage unter mehr als 450 Unternehmen habe eine Mehrheit von Umsatzrückgängen von bis zu 75 Prozent berichtet.
Die deutsche Bahn erwartet einen weiteren Rückgang um 40 Prozent. Bei der Lufthansa werden bis 24. April 23.000 Flüge gestrichen.
FTI und TUI setzen den größten Teil aller Reiseaktivitäten bis auf weiteres aus. Pauschalreisen, Kreuzfahrten und Hotelbetrieb sind betroffen.

Schweiz

161 Todesfälle, mehr als 10.714 bestätigte Fälle. Der Bundesrat stuft die Situation als "außerordentliche Lage" gemäß dem Epidemien-Gesetz ein und kann damit für die Schweiz einheitliche Regeln erlassen. Bis zum 19. April 2020 werden alle Geschäfte, Märkte, Restaurants, Bars, Freizeiteinrichtungen, Friseur- und Beautysalons etc. geschlossen. Offen bleiben Lebensmittelläden, Banken, Apotheken, Post. Hotels können ebenfalls geöffnet bleiben, sie könnten als Unterkünfte für die öffentlichen Dienste wie Militärpersonal und Pflegepersonal oder leichte Fälle aus den Spitälern dienen. Der öffentliche Verkehr wird ausgedünnt. Ansammlungen von mehr als fünf Personen sind verboten, der Abstand von 2 Metern ist einzuhalten.

Es gibt seit 25.3.2020 Einreisebeschränkungen für alle Schengen- und alle Nicht-Schengenstaaten (mit Ausnahme von Liechtenstein). Es dürfen nur noch Schweizer Bürger (oder Personen mit einer gültigen Aufenthaltsgenehmigung) einreisen. Der Transit- und Warenverkehr ist weiterhin erlaubt.

11 % aller Erwerbstätigen in der Schweiz haben bereits Kurzarbeit angemeldet. Zahlreiche Messen und Veranstaltungen sind abgesagt, die Event- und auch die Werbebranche verzeichnen massive Einbrüche. Es gibt weitere Empfehlungen des Bundesrates zum Verhalten: vermehrt Home-Office oder Nutzung des öffentlichen Verkehrs entzerren (Arbeitszeiten anpassen, um die Stoßzeiten zu vermeiden).

Mit 27.3. sind rund 5.500 Mitglieder des Zivilschutzes für den COVID-19 Einsatz aufgeboten, schwerpunktmäßig in den besonders stark betroffenen Kantonen Tessin, Waadt und Genf. Diese werden für Unterstützungsleistungen wie Fahrdienste, Mahlzeitendienste, Unterstützung im Gesundheitswesen, die Unterbringung von Obdachlosen, u.ä. eingesetzt. Insgesamt könnten bis zu 76.000 Zivilschützer mobilisiert werden.

Es wird von allen Auslandsreisen abgeraten. Reiseveranstalter melden entweder Kurzarbeit an oder fahren ihre operative Tätigkeit komplett zurück. Reisebüros bleiben bis 19. April 2020 geschlossen.

Da das Risiko einer Ansteckung in fast allen Regionen der Welt besteht, definieren das Bundesamt für Gesundheit und damit auch das Außenministerium keine „betroffenen Gebiete“ mehr. Dies hat vor allem auf die Leistungen der Reiseversicherungen Auswirkungen, da sich diese an den offiziellen Reisewarnungen orientieren. Der Schweizer Reiseverband versucht mit den Versicherungen Lösungen zu erarbeiten, um den Buchungsstopp zu brechen.Die Swiss fliegt nur noch mit fünf Kurz- und Mittelstreckenflieger. Zahlreiche Airlines wie Etihad, Cathay etc. haben die Schweiz gestrichen.

Die Airlines der Lufthansa Group, auch Swiss, bieten ihren Kunden auf jede Umbuchung EUR 50 Discount an. Umbuchungsgebühren entstehen weiterhin nicht, egal welcher Tarif gebucht wurde.

Region CEE

Insgesamt weisen die Schätzungen in der Region ca. 6.410 Virus-Erkrankte (5.669 am Vortag) Personen aus.

Tschechien

Es gilt seit dem 24.03.2020 eine Quarantäne für das ganze Land. Das bedeutet, es gilt ein Verbot des freien Personenverkehrs in der gesamten Tschechischen Republik. Ausgenommen sind Fahrten zur Arbeit, notwendige Familienreisen, zur Deckung von Grundbedürfnissen und Besuche von medizinischen Einrichtungen. 942 Soldaten werden zur Unterstützung der Polizei an die Grenzen entsandt. Die Regierung hat empfohlen, dass Senioren über 70 Jahre gar nicht ausgehen sollen. 24.000 Menschen in Südmähren sind in Quarantäne mit strengeren Maßnahmen. Leider haben die Betroffenen den Virus aus dem Urlaub in Österreich mitgebracht. Es besteht ein Export-Verbot von relevanten medizinischen Artikeln (Masken, Desinfektionsmittel etc.). Ausgehen ohne Gesichtsmaske ist verboten. Personen über 65 Jahre dürfen ab 20.03. nur von 10.00 - 12.00 Uhr einkaufen gehen. Alle Jüngeren nur zu den übrigen Öffnungszeiten. In der Regierungs-PK vom 23.03.2020 wurde die Beschränkung des freien Reiseverkehrs bis 01.04.2020 festgelegt.

Neuregelungen gelten nur für die Grenzen zu Österreich und Deutschland, nicht für die Slowakei und Polen. Pendler können für drei Wochen (oder länger) im Ausland bleiben. Bei Rückkehr müssen sie in 14-tägige Quarantäne. Die Polizei wird alle Ausreisen überprüfen. Nach Angaben des Leiters des Krisenstabes soll ein neues System der „Smart Quarantäne“ eingeführt werden. Das System soll in der zweiten Aprilwoche getestet werden. Mit den Daten des Mobiltelefons und der Zahlungskarten eines Infizierten werden seine Bewegungen der letzten fünf Tage dargestellt. Der Betroffene muss seine Zustimmung geben und Angaben zu seinen Kontakten machen. Diese werden unmittelbar kontaktiert, über sie wird Quarantäne verhängt und ein Test wird durchgeführt. Der Premierminister hat entschieden, dass das Militär in diesem System stark beteiligt sein wird und dafür Vollmachten erhalten wird. Das System wird auch von Sanktionen bei Verletzung der Quarantäne begleitet sein.

In Tschechien gibt es Stornos, die Buchung von neuen Reisen hat sich komplett abgekühlt, da man eher wartet und kurzzeitig buchen möchte. Alle Aufenthalte und Reisen mit Abreise bis 13.4. werden automatisch ohne Stornokosten storniert. Dann wird weiter entschieden, wie sich die Lage entwickelt. Sowohl die Reiseveranstalter als auch der Reisebüroverband in Tschechien appellieren an die Kunden abzuwarten und keine bereits gebuchten Sommeraufenthalte zu stornieren.

Polen

Es wurde nach dem sogenannten Epidemie-Zustand ein genereller Lock-Down ausgerufen. Um der Verbreitung des Coronavirus vorzubeugen hat die polnische Regierung radikale Maßnahmen, wie Ausgangssperren oder das Sperren der polnischen Grenzen, etc., bis 11.04.20 beschlossen. Darüber hinaus wurde der internationale und nationale Flugverkehr eingestellt. Die Berichterstattung zu Österreich ist insbesondere aufgrund der Situation in Tirol sehr negativ.

In Polen kommt es zu Massenstornierungen von Reisen. Man erwartet, dass das Ministerium für Entwicklung ein Rettungspaket für RVs sowie Hotels beschließt.

Slowakei

Die Slowakei hat den Notstand ausgerufen, was bedeutet, dass Menschen, die aus den Hochrisikoländern kommen, in 14-tägige Quarantäne müssen. Die Slowakei lässt nur mehr slowakische Staatsbürger und (ausländische) Personen mit Daueraufenthalt oder temporärem Wohnsitz in die Slowakei einreisen. Es gilt ein generelles Veranstaltungsverbot und darüber hinaus wurden alle Schulen, Kindergärten, Hochschulen sowie alle Skigebiete, Kurorte, Freizeitparks, Aquaparks, Fitnesscenter, Bars, Diskotheken, Clubs und Casinos in der Slowakei geschlossen. Bei Verstößen wurden Strafen von EUR 20.000-30.000 in Aussicht gestellt. Generell bleiben Restaurants und Hotels geöffnet, in Einkaufszentren sind aber an den Wochenenden nur Lebensmitteleinzelhändler, Apotheken und Drogerien geöffnet. Um die Sicherheit in der Öffentlichkeit zu gewährleisten ist das Tragen eines Mundschutzes nun überall Pflicht. 

Ungarn

Ungarn hat alle Grenzen geschlossen, sodass der Personenverkehr via Straßen, Flughafen, Bahn und Schiff eingestellt ist und nur ungarische Staatsbürger ins Land einreisen dürfen. Fachverbände, wie der ungarische Reisebüro-Verband oder der Verbund ungarischer Eventorganisatoren, haben unter ihren Mitgliedern Abfragen gemacht, um die Auswirkung der Situation einschätzen zu können und so Entlassungen zu vermeiden. Es wurden Reisewege und Tankstellen für die Durchreisenden bestimmt, die sofern sie schnellstmöglich das ungarische Staatsgebiet verlassen, benützt werden dürfen.

Kleine Reisebüros, die sich besonders auf Italien spezialisiert haben, befinden sich in einer kritischen Situation. Hier kommt es zu fast 60 % Stornos. Ihnen fehlt der Cash Flow, weshalb sie um ihre Existenz fürchten. Diese Reisestornos betreffen vor allem Italien und nur in geringem Maße Österreich. Die ungarische Tourismus Agentur hat jegliche Werbung eingestellt. Ungarische Reiseveranstalter bitten ihre Kunden, anstatt ihre Buchungen abzusagen, diese zu verschieben.

Kroatien

In Kroatien wurden alle öffentlichen Versammlungen von mehr als 5 Personen verboten. Museen, Theater, Tanzschulen, Bibliotheken, Ausstellungen, Friseure, Kosmetikstudios und Fitnesscenter wurden geschlossen und alle Sportwettbewerbe, religiöse Versammlungen und dergleichen abgesagt. Geschäfte, in denen die notwendigen Lebensmittel und Hygieneprodukte verkauft werden sowie Apotheken, Drogerien, Tankstellen, Bäckereien, Kioske, Geschäfte mit Baby- und Tiernahrung bleiben geöffnet. Arbeitgeber werden aufgefordert, Teleworking und Homeoffice zu ermöglichen sowie sämtliche Termine und Dienstreisen abzusagen. Das Hauptquartier für Katastrophenschutz der Republik Kroatien hat am Seit 19. März 2020 ist es vorübergehend untersagt, die Staatsgrenze zu überschreiten. Kroatische Staatsbürger dürfen nach Kroatien zurückkehren oder in ein Land einreisen, in dem sie arbeiten oder leben, wenn sie dabei die Anweisungen des kroatischen Instituts für öffentliche Gesundheit (CIPH) umsetzen. Die Grenzen zu Serbien sind für den Personenverkehr geschlossen, dzt. sogar für serbische Bürger. Ebenso wurden die Grenzübergänge für den kleinen Grenzverkehr mit Slowenien geschlossen. BLAGUSS/FLIXBUS hat sämtliche Linien Deutschland-Österreich-Kroatien bis 29.03.2020, ROATIA BUS die Linien Wien-Zagreb und Wien-Vinkovci eingestellt.

Rumänien

Seit 26.03.2020 gilt in ganz Rumänien ein sogenannter Lock-Down. Die meisten Zugverbindungen wurden einstweilen eingestellt sowie alle Flüge nach und aus Spanien und Italien für geraume Zeit verboten. Alle Schulen wurden geschlossen, wobei ein Elternteil mit einem Kind bis 12 Jahren (bis 18 Jahren bei Kindern mit Behinderung) zu Hause bleiben kann und Anspruch auf Sonderurlaub hat, falls keine Heim- oder Telearbeit möglich ist. Durch mehrere Militäranordnung wurden strengere Maßnahmen erlassen. Restaurants, Hotels, Cafés oder andere öffentliche Orte dürfen keine Nahrungsmittel und Getränke in den eigenen Räumlichkeiten anbieten; Drive-In, Room Service und Catering sind weiterhin gestattet. Alle kulturellen, wissenschaftlichen, künstlerischen, religiösen, Sport-, Unterhaltungs- oder Glücksspiel-, Spa-Behandlungen und Körperpflege-Aktivitäten, die in Innenräumen stattfinden, sind ausgesetzt. Alle Geschäfte mit Ausnahme von Lebensmittelhändlern und Apotheken sind geschlossen. Es wird empfohlen, tagsüber nicht rauszugehen, während der Nacht (22:00-06:00) sind Aufenthalte außerhalb des Hauses strikt verboten. Ausnahmen sind berufliche und medizinische Anlässe, als auch Pflegebesuche. Um das Haus zwischen 22 und 6 Uhr verlassen zu können, müssen rumänische Staatsbürger eine eidesstaatliche Erklärung ausfüllen und unterschreiben. Die lokalen Behörden sind ab jetzt verpflichtet, die stark gefährdete Zielgruppe über 65 Jahren zu schützen. Laut der letzten Presseerklärung des rumänischen Präsidenten gibt es auf Ebene der EU gemeinsame Beschaffungsverfahren im Gesundheitsbereich. Rumänien ist für die Einrichtung einer strategischen Reserve für medizinische Geräte (45 Tonnen aus Südkorea bereits in Rumänien eingetroffen) zuständig. Die 100.000 Schutzanzüge, die Rumänien über das Nationale Amt für zentrales Beschaffungswesen und die Generalinspektion für Notsituationen erworben hat, werden je nach Bedarf dem medizinischen Personal des Gesundheitsministeriums und den Einsatzkräften des Innenministeriums zugewiesen. Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus werden von den rumänischen Armeekräfte unterstützt. Rumänien steht momentan still.

In Rumänien denkt niemand an Reisen oder Ferien und die Buchungsaktivität der Rumänen ist fast komplett zum Erliegen gekommen, erklärt Nicolae Demetriade, der Präsident vom nationalen Verband der Reiseagenturen. Reisebüros werden regelrecht von Stornierungsanfragen überrollt, denn die Reisenden wollen ihr Geld zurück. Jeden Tag werden Flüge storniert. Die Reiseveranstalter bemühen sich, die gezahlten Beträge von den Fluggesellschaften oder externen Partnern zurückzufordern. Die Reiseveranstalter bitten Reisende, die von Mai bis Juli Reisepakete bezahlt haben, die Entwicklung der Situation abzuwarten.

Slowenien

Slowenischen Staatsbürgern wird von allen Reisen abgeraten. Der Flugverkehr im EU-Raum wird bis 30.03.2020 nach den Vorschriften der EU eingestellt, ebenso der Flugverkehr von/aus nicht EU-Staaten. Rückkehrern wird geraten, sich in 14-tägige Selbstquarantäne zu begeben. Seit 06.3.2020 gilt ein generelles Verbot des öffentlichen Personenverkehrs inkl. Seilbahnen, Liften und Standseilbahnen in ganz Slowenien. Ausnahmen gelten nur für Taxis mit der Auflage, vor dem Einsteigen eines neuen Fahrgasts eine ordnungsgemäße Desinfektion von jenen Teilen des Fahrzeugs zu veranlassen, die in regelmäßigem physischem Kontakt mit dem Fahrgast stehen.

Seit 16.03.2020, werden alle Schulen und Kindergärten, alle Geschäfte "in nicht alltagsnotwendigen Branchen" sowie Restaurants, Hotels, Kinos, Theater, Sportstäten etc. geschlossen. Davon ausgenommen ist der Handel mit Lebensmitteln, medizinischen Hilfsmitteln und Agrarmitteln sowie Tankstellen, Banken, Post, Versanddienste, Trafiken, Kiosken und andere Dienstleistungen für die Gewährleistung der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit. Lebensmittelgeschäfte und Banken haben ihre Öffnungszeiten eingeschränkt. Ämter haben Parteienverkehr de facto eingestellt.

Die slowenische Regierung hat einige Unterstützungsmaßnahmen für die Wirtschaft und zum Erhalt der Arbeitsplätze vorbereitet. Zu diesen Maßnahmen gehören Steuerstundungen bis zu 2 Jahren, Fristverlängerungen für Steuererklärungen, 12-monatiger Aufschub von Kreditrückzahlungen, staatliche Garantien und Kreditlinien, Förderungen für den Tourismus, Mikrokredite für Kleinstunternehmen und KMUs, Lockerung der Telearbeit etc.

Seit 25.03.2020 Uhr werden in Slowenien Kontrollen an der Grenze zu Österreich durchgeführt. Nicht-slowenische Staatsbürger müssen bei Einreise ein Gesundheitszeugnis (nicht älter als 3 Tage) vorweisen. Die Einreise kann gestattet werden, wenn die Körpertemperatur weniger als 37,5° beträgt und keine Krankheitssymptome vorliegen. Ausnahmen gelten für Pendler, Güterverkehr und Transit, wenn die Ausreise gesichert ist oder z.B. Landwirte mit landwirtschaftlichem Grund im jeweils anderen Land. Slowenische Staatsangehörige und Personen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Slowenien dürfen einreisen, müssen sich aber  in 14-tätige Quarantäne begeben. Seit 18.03. hat Österreich 51 kleine Grenzübergänge zu Slowenien geschlossen. Der Güterverkehr aus Italien über Slowenien in andere Zielländer (z.B. auch Österreich) wurde gestoppt. Für Transitfahrten nach und via Kroatien werden teilweise Konvois gebildet und durch das Land zur Grenze begleitet. Gleiches gilt für Ungarn für begrenzte Zeiträume. Ausgenommen von den Beschränkungen sind LKWs mit medizinischen Gütern, humanitärer Hilfe oder Postversand.

Russland

Russland hat seine Grenzen komplett geschlossen, was bedeutet, dass Ausländer ab 18.03. bis mindestens Ende April nicht mehr einreisen dürfen. Darüber hinaus wurde auch der Flugverkehr zwischen Österreich und Russland eingestellt. In Moskau werden neben Schulen, Parks und Kultureinrichtungen auch Gastronomiebetriebe geschlossen. Der Moskauer Bürgermeister ersucht Firmen nach Möglichkeit um Heimarbeit oder Arbeitsfreistellung. Der öffentliche Verkehr ist von den Maßnahmen noch nicht betroffen. Russland setzt tägliche neue Schritte zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus, so gilt ab 26.03. eine Ausgangssperre für alle Einwohner Moskaus über 65 Jahre.

In Russland ist die Reiselust aufgrund Corona und der medialen Berichterstattung allgemein gering, darum ist mit Beginn der Sommersaison mit einem Rückgang zu rechnen.

Ukraine

Die Ukraine hat ihre Grenzen geschlossen. Sämtliche U-Bahnen sind außer Betrieb gesetzt, es gilt landesweite Quarantäne bis mindestens 03.04. Das ukrainische Außenministerium hat eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen.

Region Nord- und Westeuropa

Die Fälle der positiv getesteten Coronavirus-Erkrankten steigen nach wie vor. Die Gesundheitsbehörden konzentrieren sich weiterhin auf die Eindämmung der Krankheit und auf die Verlangsamung der Ausbreitung. Aufgrund der negativen Berichtserstattung zu Ischgl gibt es in den skandinavischen Ländern derzeit ein sehr negatives Bild zu Urlaub in Österreich.  

Niederlande

Die niederländische Regierung hat eine Reihe von Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus beschlossen. Ein vollständiger Lockdown ist laut Regierung noch nicht notwendig, aber das könnte der nächste Schritt sein.

  • Alle Versammlungen (auch weniger als 100 Personen) sind verboten.
  • Bevölkerung soll so viel wie möglich zu Hause bleiben.
  • Strikte Einhaltung der 1,5 Meter Abstandsregel
  • Ins Freie nur zusammen mit max. 3 Personen
  • Geschäfte und öffentliche Verkehrsunternehmen müssen Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass die Menschen einen Abstand von 1,5 Meter haben.
  • Hohe Geldstrafen bei Nicht-Einhaltung von Regeln.

Die niederländische Regierung möchte bis Dienstag, 31.3. die Wirksamkeit der gesetzten Maßnahmen evaluieren und entscheiden, welche Maßnahmen über den 6. April hinaus gesetzt werden müssen. Generell hat die Verschärfung der Maßnahme hinsichtlich Social Distancing in den letzten Tagen Wirkung gezeigt und die Regeln werden großteils eingehalten.

Das niederländische Wirtschaftsforschungsinstitut CBP hat 4 Szenarien zu den Auswirkungen der Corona-Krise erstellt: Alle 4 Szenarien gehen von einer Rezession für 2020 und 2021 aus, mit einem Wirtschaftsabschwung zwischen 1,2 % und 7,7 % des BIP.

Die Gesundheitsbehörde RIVM betont, dass Infektionszahlen in Wirklichkeit höher sind, da auf Grund des immer akuter werdenden Mangels an Testkapazität nicht alle Personen mit möglicher Symptomatik getestet werden können.

Die strengeren Maßnahmen in den Niederlanden, allen voran das Verbot von Veranstaltungen und Menschenansammlungen bis 1. Juni, führen dazu, dass die Reisebranche davon ausgeht, dass sie bis 1. Juni keine Reisen durchführen wird. Der große Reiseveranstalter Corendon führt bis 1. Juni keine Reisen durch. Ebenso setzt der für Österreich wichtige Reiseveranstalter De Jong Intra alle Reisen bis 1. Juni aus. Die Reiseveranstalter bieten den Kunden den Corona-Gutschein des niederländischen Fachverbands der Reiseveranstalter ANVR und des SGR-Reisegarantiefonds an, der eine Umbuchung der Reise auf ein späteres Datum erlaubt. KLM reduziert den Sommerflugplan massiv.

7.431 Erkrankungen, 434 Todesfälle

Belgien

Ähnlich wie in Österreich gibt es in Belgien seit 18.3. eine "Ausgangssperre light", das Verlassen des Hauses ist nur aus wichtigen Gründen erlaubt (für Arbeit, Pflege, Einkauf, Spazierengehen). Weitere Maßnahmen (gelten bis voraussichtlich 5.4.): Alle nicht essenziellen Geschäfte sind geschlossen. Home Office wo geht, wenn Social Distancing (1,4 m) im Unternehmen nicht eingehalten werden kann: Sofortige Schließung durch Behörden und hohe Strafen, ebenso Bestrafung von Zivilpersonen bei "Versammlungen" dh. bei mehr als 2 Personen ohne Sicherheitsabstand. Keine Auslandsreisen. Belgiens Gesundheitsministerin erwartet eine Fortsetzung der Maßnahmen für noch weitere 8 Wochen, "Lock down" sollte Mitte dieser Woche positive Ergebnisse bei der Anzahl Neu-Infizierter bzw. Krankenhaus-Aufnahmen zeigen.

Es kommt zu einem explosiven Anwachsen von Infizierten, die Krankenhäuser machen sich auf einen Ansturm gefasst. Momentan gibt es aber noch ausreichend Kapazitäten in den Krankenhäusern. Virologen und Experten sind wenig zuversichtlich, dass sich die Lage bis Ostern verbessert.

Die belgische Regierung hat sich mit den touristischen Berufsverbänden auf einen "Corona-Voucher" bei Annullierung der Reise aufgrund von COVID-19 geeinigt: Höhe =  Buchungsbetrag des Kunden, ein Jahr gültig, bei Insolvenz des Unternehmens versichert, nicht in Bargeld ablösbar.

Die Coronakrise führt dazu, dass das belgische Haushaltsdefizit auf 7 Prozent des BIP oder mehr als 30 Milliarden Euro explodiert. Bereits jeder vierte Arbeitnehmer/in in Belgien ist in der "Corona-Arbeitslosigkeit": 1,1 Mio. Personen (durchschn. Netto EUR 1.750,-/Monat, Betrag zwischen EUR 1.500,- min. und 1.800,- max., Dauer max. bis 30.09.2020)

Die Anzahl Erkrankter wird nicht mehr veröffentlicht, stattdessen die Anzahl der Krankenhausaufnahmen: 2.652, davon 605 in IC (Intensive care)

Dänemark

Dänemark verlängert die gesetzten Maßnahmen bis 13.4.2020: Schließung der Restaurants, Café, Bars, Fitnessklubs und Geschäfte. Nur noch Lebensmittelgeschäfte und Apotheken dürfen geöffnet sein. Versammlungen von mehr als 10 Personen sind verboten. Die Grenzen sind geschlossen.

Die Infiziertenzahlen wurden verstärkt in den Medien mit Österreich und Tirol in Verbindung gebracht.

Die Regierung hat für Reiseveranstalter ein Nothilfepaket in der Höhe von 200 Mio. EUR verabschiedet. Außerdem wurde auch ein Hilfspaket für Selbstständige, Freelancer, Studenten und Arbeitslose geschnürt.

Private Firmen werden aufgefordert, ihre Mitarbeiter nicht zu entlassen, sondern andere Möglichkeiten auszuschöpfen und die Hilfsmaßnahmen der Regierung anzuwenden. Es gibt schon vermehrt Massenentlassungen und Entlassungen in der Hotellerie, Gastronomie, etc.

1.851 Erkrankungen (davon 298 in Österreich infiziert), 41 Todesfälle
Eine hohe Dunkelziffer ist zu erwarten, da nur schwer Erkrankte getestet werden. Daher ist auch nicht mehr festzustellen, wie viele sich in Österreich (oder anderen Ländern) angesteckt haben.

Schweden

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern verfolgt Schweden eine andere Strategie, die nicht alles on hold setzt. Das Leben geht weiter - auch in Corona-Zeiten! Personen über 70 protestieren und wollen nicht zu Hause bleiben. Die Verbreitung von Corona beschränkt sich noch größtenteils auf Stockholm. Menschen werden aufgefordert, wenn möglich von zu Hause zu arbeiten. Abiturschulen und Unis bleiben geschlossen.

Leichte Änderungen im Restaurant-Bereich: Es ist nur noch möglich, am Tisch zu essen oder das Essen mitzunehmen. Stehtische sind nicht länger erlaubt.

Seit 19.03. und vorerst für einen Monat sind die schwedischen Grenzen geschlossen.

Reisebüros werben mit flexiblen Buchungspaketen und Geldzurück-Garantie. Die Reisewarnung vom Auswärtigen Amt gilt bis 14.4. – wird danach eventuell verlängert. Reisegruppen auf Facebook diskutieren eher, wo die nächste Reise hingehen könnte, aber keiner spricht von konkreten Reiseplanungen im Sommer. Einige fragen auch nach Urlaubstipps in Schweden - höchstwahrscheinlich werden viele Schweden Urlaub im eigenen Land machen.

SWE:   2.806 Erkrankungen (davon 262 in Österreich infiziert), 66 Todesfälle

NOR:    3.156 Erkrankungen (davon 604 in Österreich infiziert), 14 Todesfälle

FIN:      880 Erkrankungen, 3 Todesfälle

Großbritannien

Verkündung verschärfter Maßnahmen durch Boris Johnson:

  • Personen müssen zu Hause bleiben, außer sie müssen Notwendiges (Lebensmittel, Medizin) einkaufen, für einen Spaziergang/Sport (1x am Tag) oder für die Fahrt zur Arbeit, wenn es unbedingt notwendig ist.
  • Geschäfte (außer Lebensmittel, Medizin) werden geschlossen.
  • Zusammenkünfte von mehr als 2 Personen in der Öffentlichkeit sind nicht mehr erlaubt.

Die Polizei hat die Erlaubnis entsprechend einzugreifen. Dies gilt bis 13.4.

London ist im Moment am stärksten betroffen und daher sollen die Maßnahmen v.a. dort befolgt werden. UKs mobile Telefonanbieter haben zum ersten Mal eine Nachricht der Regierung mit den neuen Maßnahmen verschickt.

TFL (Transport for London) verstärkt die Maßnahmen und führt Kontrollen ein, um Personen, die nicht unbedingt reisen müssen, davon abzuhalten. Dafür wurden u.a. 500 zusätzliche Officers damit beauftragt, dies zu kontrollieren.
Tests sollen weiter ausgebaut werden, um das National Health Service (NHS) zu stärken.

NHS soll auch durch Freiwillige unterstützt werden (405.000 haben sich gemeldet).

Die Regierung hat ein Hilfspaket für Selbstständige vorgestellt. Selbstständige bekommen 80 % ihres monatlichen Gehalts von der Regierung. Dieses wird auf Basis eines Durchschnitts der letzten 3 Jahre kalkuliert (max. GBP 2.500/Monat für 3 Monate).

In Großbritannien verzeichnet OTT (Online Travel Training für Travel Agents) im Moment mehr Abschlüsse ihrer Online-Schulungs-Module. Die freie Zeit wird für Schulungen genützt. Die ÖW ist bereits dabei, die Inhalte auszubauen.

GBR:    9.962 Erkrankungen, 479 Todesfälle

ISL:      802 Erkrankungen (wobei sich ein Großteil in Österreich infiziert hat), 2 Todesfälle

Region Südeuropa

Italien

Reisetätigkeit außerhalb der Provinzen ist nur gegen Vorlage eines Antrages zu Arbeitszwecken, medizinischer Versorgung und anderen wichtigen Gründen möglich. Es gelten verpflichtende Home-Office Regelungen. Weiterhin wird von den Behörden aufgerufen, Ausgangsverbote und Mobilitätsregelungen konsequent einzuhalten. Die Kurve der Neu-Infektionen ist bereits abgeflacht. Die Städte Bergamo und Brescia sind von der Virus-Ausbreitung am stärksten betroffen. Dort sind die Gesundheitseinrichtungen bereits am Limit und Ärzte aus anderen Landesteilen wurden zur Verstärkung angefordert. Alle Flug- und Zugverbindungen sind eingestellt.

Der Vatikan hat bereits alle Ostermessen mit Publikumsbeteiligung für heuer abgesagt. Mit 19.3. gibt es erste Medienberichte über stark steigende stressbedingte Erkrankungen. Seit dem 23.3. gelten landesweit nochmals verschärfte Bewegungsverbote und Ausgangssperren. Nur mehr jene Berufsgruppen und Gewerke, die einen elementaren Beitrag zur Grundversorgung des Landes (Gesundheits- und Energieversorgung, Lebensmittel-Produktion, Reparaturen, Nachrichtentechnik, etc.)beitragen, dürfen mit Verkehrsmitteln unterwegs sein. COVID-19-infizierten Menschen, die die Heim-Isolation verlassen, droht mittlerweile eine Freiheitsstrafe bis zu 15 Jahren.

Aufgrund der Notfalls-Verordnung wird Reisenden dringend empfohlen, allfällige Reisen durch Italien (aktuell Reisewarnung, Sicherheitsstufe 6!) zu vermeiden. Derzeit sind die Grenzen zwischen Frankreich und Italien noch offen. Eine Einreise über Deutschland ist derzeit nicht mehr möglich, da Deutschland die Grenzen zu Frankreich geschlossen hat. Die Grenze zur Schweiz ist derzeit noch geöffnet, der öffentliche Verkehr jedoch bereits stark eingeschränkt. 

Alle Flüge sind bis in die erste Aprilwoche ausgesetzt. Erste Kommunikationsmaßnahmen seitens der Reisebranche, um zumindest Reisethemen via Online in den Köpfen der Menschen zu platzieren. Die Situation ist vor allem für den Tourismus in Italien dramatisch – hier kommt es zu Einbußen in Milliardenhöhe. Die Regierung stellt bereits € 25 Milliarden für die Wirtschaft und € 3,7 Milliarden Sondermittel für den Gesundheitsbereich zur Verfügung.

80.539 Fälle insgesamt, 8.165 Todesfälle und 10.361 genesene Patienten

Spanien

In Spanien ist der Notstand seit 0 Uhr des 15. März in Kraft und gilt vorläufig bis 11. April. Es wurde ein Krisenstab bestehend aus den Ministern für Gesundheit, Inneres, Verteidigung und Verkehr/Infrastruktur aktiviert. Am selben Tag wurden die ersten Verordnungen bekanntgegeben.

Dazu zählen unter anderem:

  • Die Spezialeinheiten für Katastrophen (UME) sind schon im gesamten Territorium im Einsatz.
  • Militärspitale und Feldlazarette wurden unter die Leitung des Gesundheitsministeriums gestellt.
  • Aufgrund mangelnder Kapazitäten wurde bereits eine Eislaufhalle in eine Leichenhalle umfunktioniert.
  • Es werden Straßenkontrollen durchgeführt, um die Bürger auf die Bestimmungen des Notstanddekrets aufmerksam zu machen. Wer die Anweisungen nicht befolgt, kann mit einem Betrag zwischen 600 und 6000 Euro bestraft werden. In Extremfällen kann es zur Verhaftung wegen Widerstands kommen.

Die Sicherheitskräfte überwachen auch die Lebensmittelverteilung.

Von Reisen wird abgeraten, die spanische Regierung hat am 17.3. per 0 Uhr beschlossen, die Grenzen zu schließen.

Das Gesundheitsministerium schloss am 23.3. per Dekret mit sofortiger Wirkung alle Hotels, Pensionen, touristische Unterkünfte, Campingplätze und sonstige Unterkünfte für Touristen. Alle müssen spätestens bis 30.3. geschlossen sein. In Madrid werden große Hotels wie Marriott Auditorium und Grand Hotel Colon in temporäre Notspitäler umfunktioniert.

Neben der Verbreitung des Virus rücken die wirtschaftlichen Konsequenzen immer mehr in den Vordergrund. Die Regierung hat einen Fond von 200 Mrd. Euro (20 % des BIPs) bereitgestellt, um die Wirtschaft aufrecht zu halten und die Beschäftigung zu sichern.
Hinzukommen Maßnahmen für die Sicherung der Arbeitsplätze: Unter anderem ein Moratorium der Kreditrückzahlungen, ein Aufhebung der Steuer- Sozialabgaben für KMUs und Unterstützung.

Massive Rücktrittsansprüche seitens der Endkunden treffen, seitdem der Notstand in Spanien ausgerufen wurde, bei den Reiseagenturen für den Sommer ein.

57.786 Fälle davon 46.486 derzeit erkrankt, 4.365 Tote, 7.015 Genesene

Frankreich

Es gilt in Frankreich „Phase 3“. Dies ist die höchste Stufe im Kampf gegen Epidemien.

Seit Dienstag, 17.03.2020, 12:00 Uhr, schränkt Frankreich die Bewegungsfreiheit seiner Bürger stark ein. Die Vorgaben sind dieselben wie in Österreich. Frankreich verabschiedete am 23.3. ein Gesetz zum "gesundheitlichen Notstand". Der Gesetzestext schafft die rechtlichen Voraussetzungen für die schon ergriffenen sowie für zukünftige Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Der Notstand gilt für zwei Monate und erlaubt Premierminister Edouard Philippe zahlreiche Einschränkungen des öffentlichen Lebens per Dekret.
Wirtschaftsminister Bruno Le Maire kündigte unmittelbare Hilfen in Höhe von 45 Milliarden Euro für die französische Wirtschaft an.

Der internationale sowie nationale Personen-Zugsverkehr wird mit 27.3. auf ein Minimum reduziert (ca. 7 % des Normalzustandes der internationalen Verbindungen). TGV-Schnellzugverbindungen wurden um 75 % reduziert. Hauptaugenmerk liegt auf Zugverbindungen zur Heimbringung von französischen Staatsbürgern aus dem Ausland, für medizinische Transporte und andere unaufschiebbare Reisen. Ausnahme: Eurostar (Frankreich-Vereinigtes Königreich) mit 30 % der üblichen Zugverbindungen täglich. Für das bevorstehende Wochenende, 28./29. März werden die Zugsverbindungen innerhalb Frankreichs drastisch eingeschränkt.

In den meisten Reisebüros bleiben Buchungen komplett aus, bearbeitet werden nur noch die Stornierungen. RBs und RVs sind bereits mit Umstrukturierungen ihrer Unternehmen beschäftigt. Hinzukommt massiver Druck, die sich noch im Ausland aufhaltenden Reisenden nach Frankreich zurückzuholen.

Die Skigebiete in Frankreich haben alle schließen müssen, mehrere Wochen vor dem üblichen Saisonende.‎ Frankreich sperrt auch alle Mittelmeer-Strände und die Mehrheit der Strände auf der Atlantikküste.

Seit dem vergangenen Wochenende schließen immer mehr Hotelbetriebe wegen Gästemangel. Die Barrière-Gruppe hat z.B. beschlossen, alle ihre Hotels bis Mitte April zu schließen, um die Sicherheit von Kunden und Mitarbeitern zu gewährleisten. Gleichzeitig explodiert die Zahl der Anträge auf Kurzarbeit.

Bei Rückerstattung von Pauschalreisen gilt das Prinzip der Gutschrift. Diese kann rückwirkend für Stornierungen, die ab dem 1. März registriert wurden, gültig gemacht werden. Dies gilt für Reisen, die im Zeitraum von 1. März bis 15. September 2020 hätten durchgeführt werden sollen. Die Gutschrift gilt für Pauschalreisen, aber auch für Hotel- und Mietwagenbuchungen. Nicht betroffen sind Flugtickets, die nicht innerhalb einer Pauschalreise gebucht wurden (vols secs); diese sind durch einen anderen europäischen Rechtsrahmen geregelt. Reisende, die ihre Gutschrift innerhalb von 18 Monaten nicht nutzen können, haben Anrecht auf eine Rückerstattung durch Auszahlung des Reisewerts.

Mit dieser Lösung will die französische Regierung einerseits im Sinne der europäischen Reise-Richtlinien und dem Konsumentenschutz agieren, andererseits will man das Überleben von Reiseveranstaltern sicherstellen, die nicht in der Lage wären, massive Auszahlungen innerhalb eines kurzen Zeitraums rückzuerstatten.

Entscheidung der EU-Exekutive im Flugbusiness: Reisende können wählen, ob sie den Preis des gebuchten Flugtickets zurückerstattet bekommen wollen oder eine Umbuchung zu einem späteren Zeitpunkt bevorzugen. Obwohl die Fluglinien von Entschädigungszahlungen entlastet werden, beurteilen IATA-Mitglieder diesen Schiedsspruch als wenig hilfreich. Ihre Forderung war die Ausstellung einer Gutschrift für Umbuchungen anstatt Kostenrückerstattung.  

29.695 Fälle, 1.696 Todesfälle

Region USA/Australien

USA

Seit dem Abend des 26.3.2020 führen die USA die weltweite Statistik an bestätigten Coronafällen an. Gleichzeitig wurden in der letzten Woche über 3 Millionen neue Arbeitslose registriert. Dennoch, die Hoffnung ist groß, dass das 2 Billionen Rettungspaket die Wirtschaft, zumindest kurzfristig, retten kann. Die US-Börse konnte in den letzten 3 Tagen etwa 20 % der massiven Kursverluste wieder zurückgewinnen. Weiterhin ist der Bundesstaat New York mit über der Hälfte der Erkrankungen am schwersten betroffen. Die Spitäler sind an den Grenzen der Belastbarkeit angelangt. Ein neuer Hotspot entwickelt sich in der Mardi Gras Metropole New Orleans, mit einem rasanten Anstieg an Fällen auf über 2.000 innerhalb weniger Tage.

Nach Berechnungen der Columbia Universität wird der Höhepunkt der Erkrankungen verschiedene Regionen der USA zu unterschiedlichen Zeiten erreichen. New York, Kalifornien und Washington State, also jene Gebiete, die als erste Virenzentren gelten, sollten Anfang bis Mitte Mai den Höhepunkt erreichen. Andere Gebiete erst im Frühsommer. Die Grenzen zu Kanada und Mexiko sind für den Personenverkehr geschlossen. Es gilt eine weltweite Reisewarnung der Stufe 4 (Do Not Travel)

82.000+ Erkrankungen, 1.050+ Todesfälle

Australien

In Australien gilt seit 24.3. ein totales Reiseverbot. Social Distancing wurde von einem Großteil der Australier in den letzten Wochen wenig praktiziert. Mittlerweile ist das Bewusstsein aber gestiegen. Es gibt derzeit aber keine Ausgangsbeschränkungen für die Bevölkerung.
Der Schulbetrieb wird in Australien in der Landesgesetzgebung geregelt. Während in den meisten Bundesstaaten die Schulen noch offen sind, sind sie in Victoria und ACT (Australisches Hauptstadtterritorium) seit 24.3. geschlossen. In New South Wales wird den Eltern geraten, die Kinder aus der Schule zu nehmen, die Schulen bleiben aber vorerst offen. Gleiches gilt für Kindergärten. 

Seit 23.3. Mittag sind “Non-essential Businesses” geschlossen (Pubs, Bars, Fitness-Studios/Indoor-Sportstätten, Kinos, Veranstaltungsstätten, Casinos, Diskotheken, Kirchen). Restaurants und Kaffeehäuser dürfen nur noch Takeaway verkaufen.

Die Regierung hat ein Einreiseverbot für Staatsbürger anderer Länder beschlossen, das mit 20.3. in Kraft tritt. Die nationale Fluglinie Qantas hat die internationalen Flüge bis Ende Mai eingestellt. Kreuzfahrtschiffe dürfen für 30 Tage keine australischen Häfen anlaufen. Virgin Australia hat nun auch  90 % der Inlandsflüge eingestellt.

Aufgrund der Waldbrandkatastrophe hat Tourism Australia zum ersten Mal in der Geschichte von der Regierung Budget zum Bearbeiten des Inlandsmarktes erhalten (76 MIO AUD). Die internationale COVID-19 Situation verstärkt nun weiter das Interesse an Inlandsurlauben im heurigen Jahr und die Bevölkerung wird aktiv dazu aufgefordert, einen Beitrag für ihr Heimatland zu leisten und am eigenen Kontinent zu verreisen.

2.985 Erkrankungen, 13 Todesfälle

Region Asien

Mittlerweile sind alle asiatischen Märkte betroffen. Auch Indien hat drastische Maßnahmen getroffen und seine Grenzen quasi geschlossen. Als letzter Markt steuert jetzt Japan auf einen Lockdown zu, jedoch gilt für das kommende Wochenende bloß eine Ausgangswarnung. Am schwersten betroffen sind China (über 80.000 Infektionen) und Südkorea (8.900 Infektionen), wobei China – laut eigener Berichterstattung - seit 19.3. keine Neuinfektionen mehr verzeichnet. Trotz verhältnismäßig wenig Infektionen setzen die arabischen Länder recht drastische Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus. 

Allen asiatischen Märkten ist gemein, dass seit den dramatischen Entwicklungen in Europa mit Argusaugen auf die europäischen Länder geschaut wird. Generell gelten Asiaten als sehr vorsichtige und besorgte Reisende. Solange das Virus in Europa nicht eingedämmt ist, ist mit starken Rückgängen bzw. Vermeidung der europäischen Destinationen zu rechnen.

China

Ab 28.3. dürfen keine Ausländer mehr nach China einreisen. Es gelten nur wenige Ausnahmen (Diplomaten, systemrelevante Kontakte). Es wird befürchtet, dass Ausländer das Virus wieder einschleppen könnten.
Seit 23.3. werden alle Flüge, die Peking ansteuern, auf 12 Provinzflughäfen umgemeldet. Dort passiert der Gesundheitscheck, bevor es weiter nach Peking geht. Kranke oder Verdachtsfälle werden in den Provinzstädten in Krankenhäuser gebracht. Man will dadurch verhindern, dass Neuinfektionen von außen nach Peking kommen.
In den letzten Tagen vermeldete China keine Neuinfektionen. Das Leben gewinnt an Normalität. Teilweise dürfen Masken an "gut ventilierten" Orten abgelegt werden. Betriebe nehmen ihre Arbeit wieder auf, die Produktion läuft an. Viele strenge Maßnahmen bleiben aufrecht, wenngleich immer mehr Restaurants und Geschäfte öffnen.

Die Medien berichten über die Hilfslieferungen von China nach Österreich. Positiv wird erwähnt, dass Österreich das erste Land in der EU war, das Anfang Februar Hilfsgüter nach China geschickt hat.

Das Thema „Rassismus“ poppt aufgrund des Virus immer wieder auf: einerseits hat man Angst vor Rassismus gegenüber Chinesen in Europa, andererseits werden Ausländer in China als potenzielle Gefahr angesehen, die das Virus nun wieder einschleppen. In den sozialen Medien wurde erfolgreich gefordert, die Grenzen quasi dicht zu machen und sich abzuschotten.

Seit Ende Jänner ist der Reiseverkehr mit dem Travel-Ban für Gruppenreisen, der Schließung der Visa-Application-Center, den Quarantäne-Maßnahmen in China praktisch zum Erliegen gekommen. Mit einem Reisestart vor Sommer ist nicht zu rechnen. Die ersten Monate des Jahres sind meist „schwächere“ Monate. Die stärksten Monate sind normalerweise Juni – Oktober.
Mit Sorge blickt man jetzt auf die Verbreitung des Corona-Virus in Europa. Das ist ein weiteres gravierendes Reisehemmnis. Mindestrückgang, hochgerechnet auf das Gesamtjahr 2020: ca. 35 %

Südkorea

Der Ausbruch des Virus erfolgte knapp nach China. Mindestrückgang, hochgerechnet auf das Gesamtjahr 2020: ca. 35 %
 Am 25.3. hat die Regierung ein "Special travel advisory” herausgegeben, das die Bevölkerung auffordert, alle Reisen innerhalb eines Monats zu stornieren bzw. zu verschieben. 

Südkorea begann am 26.3. mit dem Betrieb von „Walk-Through“ Testanlagen für das neuartige Coronavirus am internationalen Flughafen Incheon, um das Screening zu beschleunigen, da die Zahl, der aus Europa und den USA importierten Fälle alarmierend gestiegen ist.

Korea meldete am Donnerstag, 26.3. 104 neue Fälle, was die Zahl der Erkrankungen auf insgesamt 9.241 Infektionen erhöhte. Von den neuen Fällen kamen 39 aus dem Ausland. Von diesen importierten Fällen stammten 25 aus Europa, 11 aus Amerika und drei aus Asien.

Jeder Einreisende muss sich für zwei Wochen selbstisolieren. Koreanische Staatsbürger, die gegen die Regeln der Selbstquarantäne verstoßen und beispielsweise ihre Häuser ohne Erlaubnis verlassen, werden mit Geldstrafen von bis zu 10 Millionen Won (7.450 EUR) und einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr belegt. Ihnen wird die Zulage für den Lebensunterhalt verweigert (etwa 1,2 Millionen Won für einen vierköpfigen Haushalt), die Personen gewährt wird, die sich selbst isoliert haben. Ausländer werden abgeschoben, wenn sie gegen die Regeln verstoßen. Die Einhaltung wird mit einer mobilen App überwacht. Niemand kann Korea betreten, ohne die App herunterzuladen.

9.241 Infizierte (davon 4.144 bereits genesen), 136 Todesfälle

Japan

Etwas zeitversetzt brach die Sorge um das Corona-Virus über Japan herein. Am 24.3. wurden die Olympischen Spielen 2020 in Tokio auf 2021 verschoben. Seit 26.3. gilt für alle Europäer ein komplettes Einreiseverbot. Es kommt nicht mehr darauf an, woher die Einreise erfolgt, sondern nun auch auf die Staatsbürgerschaft. Es bestehen Einreiseverbote in 171 Länder inkl. Österreich und Aktivitätseinschränkung in 70 Ländern und Regionen.

Tokyo Metropolitan Government hat am 25.3. die Japaner aufgefordert, am kommenden Wochenende unnötiges und nicht dringliches Ausgehen zu vermeiden.

Am 20.3. hat die Japan Association of Travel Agents bekanntgegeben, dass die Buchungen für März und April 2020 unter den großen Reiseveranstaltern im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 70 % verzeichnen. JATA prognostiziert Verluste (inkl. Inbound) von JPY 1,5 Billionen (Euro 12,5 Milliarden) pro Monat. JATA hat von der Regierung Hilfsmaßnahmen gefordert.

2.025 Infizierte, 55 Todesfälle

Arabische Länder

Seit 26.3. am Abend darf in den VAE von 20:00 – 06:00 das Haus nicht verlassen werden, außer bei medizinischen Notfällen, vorerst für 3 Tage. Es werden Haftstrafen angedroht, falls man sich dem Verbot widersetzt. Saudi-Arabien hat am 23.3. für 3 Wochen eine Ausgangssperre für die Zeit von 19 bis 6 Uhr verhängt.
VAE führte am 25.3. folgende Maßnahmen ein: Restaurants und Cafés wurden geschlossen. Es wurde angeordnet, das Haus nur für Einkäufe, Arztbesuche etc. zu verlassen. Alle Flüge weltweit wurden für mindestens 2 Wochen ausgesetzt.
Seit 19.3. dürfen auch Menschen mit Resident-Visa nicht mehr ins Land für - vorerst 2 Wochen.
Alle Schulen wurden bis Ende Juni geschlossen. Alle Strände und Parks in VAE sind seit 21.3. gesperrt. Allen Einwohnern VAEs werden seit 5.3. quasi Reisen ins Ausland verboten.
Kuwait, VAE, Oman & Saudi-Arabien haben den kompletten Flugverkehr eingestellt. Qatar Airways fliegt noch mit 30 % seiner Flotte Evakuierungsflüge in Kooperation mit verschiedenen Ländern.

Die Reisestimmung ist einerseits negativ, gleichzeitig wird auf einigen Seiten berichtet, dass nach Ende des Ramadans (Ende Mai) mit einem massiven Anstieg der Reiselust und Reisen gerechnet wird. Die AirArabia Wien-Flüge sollten mit Mitte Mai wieder starten. Emirates hat die Flüge nach Wien vorerst bis 30.6. eingestellt. Neue Flugverbindungen aus den VAE mit Etihad Airways sowie Saudi-Arabien mit der Airline Flynas sind nach derzeitigem Wissensstand weiterhin geplant. Der Grundtenor ist, dass aufgrund des heißen Wetters im Sommer trotzdem Reisen unternommen werden.
Die aufkommenstärksten Monate arabischer Gäste in Österreich sind im Sommer. Bei einer raschen Erholung könnten die Rückgänge in Grenzen gehalten werden. Mindestrückgang: ca. 20 %.


ca. 330 Infizierte in den VAE, ca. 1.000 Infizierte in Saudi-Arabien (offizielle Zahlen, die zu hinterfragen sind)

Südostasien

In den meisten Ländern sind mittlerweile die Schulen geschlossen, die Restaurants teilweise.
Singapur gilt als Musterbeispiel, setzt jedoch auf eine sehr strenge Abkapselung. Alle Flüge inkl. Transitflüge sind eingestellt. Es wird berichtet, dass wohlhabende Einwohner der Nachbarstaaten für den Verlauf der Krise versuchen, nach Singapur zu kommen, aufgrund der besseren medizinischen Versorgung etc.
Die Fälle steigen überall an aber in geringen Zahlen. Wobei die Dunkelziffer in Thailand, Indonesien und Malaysia sicherlich weitaus höher ist.

Der April gilt aufgrund des Thai Neujahrsfestes als starker Reisemonat, wird jedoch dieses Jahr reisemäßig ausfallen. Da aber die Nächtigungszahlen aus Südostasien über die Monate einigermaßen ausgeglichen sind, kann es noch zu einer Normalisierung im Herbst kommen. Mindestrückgang: 35 %
Malaysia: 2031 Infizierte, Indonesien: 893, Singapur: 683, Thailand: 1045

Indien

Bis jetzt gibt es eine sehr professionelle Vorgehensweise der indischen Regierung: dreiwöchige Ausgangssperre seit 25.3., stündliche Updates des Finanzministeriums (viele Steuererleichterungen etc.) und des Premierministers. Die Lage ist entspannt und das Alltagsleben läuft geordnet ab. Alle auftretenden Probleme, wie Güterverteilung, werden sofort von den Regierungsstellen angesprochen und es wird lösungsorientiert gearbeitet.

Es besteht ein Flugverbot für internationale Flüge bis 14.4. (Ausnahme: Rückholflüge) sowie ein Einreisestopp bis 15.4. für alle Ausländer, ausgenommen Diplomaten. Es werde keine Visaanträgen mehr an der österreichischen Botschaft und bei VFS (Visa Faciliation Services) angenommen. Inder werden nach Rückkehr unter Quarantäne gestellt.

Die Hauptreisezeit indischer Gäste in Österreich ist die erste Jahreshälfte. Viele Gruppenreisen sind an Italien gekoppelt. Das führt zu starken Rückgängen in der ersten Jahreshälfte. Mindestrückgang: 40 %

649 Infizierte, 13 Todesfälle – sobald den privaten Labors das Testen erlaubt wird, wird die Zahl der Infizierten sprunghaft ansteigen.

Taiwan

Trotz leichtem Anstieg der Infizierten scheint die Lage in Taiwan gut unter Kontrolle zu sein. Ein Team bestehend aus ca. 100 Technikern hat in den letzten sechs Wochen neue Produktionslinien für Gesichtsmasken entwickelt, womit die derzeitige tägliche Produktion von 4 Mio. auf 13 Mio. angehoben werden kann.
Taiwan erlaubt von 12.3. bis 30.4. den Export von Material, das zur Herstellung bestimmter Gesichtsmasken notwendig ist. Ein Zeichen dafür, dass Taiwan das Problem der ausverkauften Masken im Griff hat. Das Exportverbot für Gesichtsmasken, die in Krankenhäusern verwendet werden, bleibt allerdings weiterhin aufrecht.

Taiwan verkündete am 25.3., dass nun auch Personal, das stark im Kontakt mit den Risikogruppen steht (Krankenhäuser, Altersheime, etc.), auf den Virus getestet werden soll. Allerdings nur, wenn diese Personen bereits Symptome zeigen. Bisher wurden nur Personen, die aus Risikogebieten zurückgekehrt sind und Personen, die mit Infizierten in Kontakt gestanden sind, getestet.
Als weitere Präventionsmaßnahme werden in Taiwan Türgriffe sowie Knöpfe in Liftanlagen mit Kupferfolie präpariert, da der Virus darauf im Gegensatz zu Plastik und anderen Metallen (mehrere Tage) nur um die vier Stunden überlebt. 73 % der Infizierten zeigen nur milde Symptome, 13 Personen sind schwer erkrankt. In Taiwan sind 84 der infizierten Personen zwischen 20 und 29 Jahre alt.

Von 24.3. bis 7.4. werden sämtliche Transferflüge über Taiwan eingestellt. Alle Rückreisende nach Taiwan werden angehalten, sich einer zweiwöchigen Selbstquarantäne zu unterziehen. Bei Inlandsflügen von Uni Air (Tochterunternehmen von Eva Air) sowie Mandarin Airlines wird der Online Check-In bis Ende des Monats als Präventionsmaßnahme ausgesetzt, alle Passagiere müssen verpflichtend Masken tragen.

Seit 19.3. gilt ein generelles Einreiseverbot für Ausländer. Ausgenommen sind lediglich Fremde mit ARC (Aufenthaltsbewilligung) oder spezieller Genehmigung und Diplomaten (zwingend 14 Tage Quarantäne). Bei Einreise ist ein Datenerhebungsformular (Reise-Historie) auszufüllen, weiters finden Temperaturmessungen statt.  

Die großen Reiseveranstalter haben bereits alle Outbound Reisegruppen bis vorerst Ende April storniert. Die Reisestornos bis Mai sind hoch. Mindestrückgang: 40 %. Es wird geplant, Voucher im Wert von NTD 500 für Inlandsreisen an Personen auszuhändigen, die ihren Trip ins Ausland stornieren mussten.

252 Infizierte, 2 Todesfälle