Inside Czech Republic: Ein Land in Bewegung

Inside Czech Republic: Ein Land in Bewegung

Beobachtungen und Erfahrungen aus dem Alltag der Markt Managerin für Tschechien, Franca Kobenter

Nach vier Jahren Arbeit für die Österreich Werbung in Prag und Lebensmittelpunkt in dieser prachtvollen mitteleuropäischen Metropole, habe ich nicht nur die Möglichkeit in das Kulturleben Prags einzutauchen, sondern auch die Chance, das Land und die Menschen besser kennen zu lernen. 

Auf dem halbstündigen Fußweg ins Büro, den ich manchmal auch über einen Park nehme, begegnen mir in der Früh und am Abend Prager in Laufschuhen und modernster Markenlaufkleidung. Taxifahrer auf dem Weg zum Flughafen zeigen mir ihre Radstrecken und erzählen, dass sie nach getaner Arbeit 20 bis 30 km täglich mit dem Mountainbike ihre Runden absolvieren, um den Bewegungsapparat nicht verkümmern zu lassen. Ein Tscheche, der nicht Langlaufen kann, ist eine rare Ausnahme. Die sanfte hügelige Landschaft, auf der Höhe von 600 bis 1000 m,  mit ihren schönen, tiefverschneiten Wäldern bietet für Langläufer ideale Bedingungen. In schneereichen Wintern kann man in Prag mit der U-Bahn bis zur Endstation in die Natur fahren und sich dort die Langlaufskier anschnallen. Skifahren gehört zu den, auch beim Nachwuchs beliebten Trendsportarten, man lernt es auf Simulatoren in Hallen und in den kleinen Skigebieten Tschechiens, um für die Skiwochenenden und Winterurlaube in den Alpen gerüstet zu sein. Trainiert wird das ganze Jahr über, am liebsten in freier Natur – sei es Laufen, Mountainbiken, Straßenradfahren, Golfen, Bergwandern, Klettern in der ursprünglichen Felslandschaft der Böhmischen Schweiz oder im Böhmischen Paradies.  Die Kinder steckt man zu den Scouts/Pfadfindern, in Kampfsport- oder sonstige Vereine, damit sie von klein an am aktiven Lebensstil ihrer Eltern teilhaben.

Bereits Friedrich Smetana fasste die vielfältige romantische Landschaft in seiner Symphonie „Mein Vaterland“ in Noten.  Einen Satz widmete er der Moldau. Wasser in Form der Karpfenteiche, die das Land durchziehen, der Bäche und unzähligen Flüsse geben der Landschaft Böhmens und Mährens nicht nur einen romantischen Anstrich – die Flüsse bieten den sportbegeisterten Tschechen ein weiteres Spielfeld: Kajakausflüge gehören zu den beliebtesten Freizeitvergnügen der tschechischen Familien. Bei seinem ersten Pragaufenthalt kam unser neuer Region Manager Michael Strasser bei einem späten Abendspaziergang nicht aus dem Staunen, als wir um 22 Uhr an der Moldau im Kampaviertel zwei fröhliche tschechische Gruppen in Neoprenanzügen ihren Raftingbooten entsteigen sahen. Eine praktische Bestätigung zu meiner Markteinführung am Nachmittag.

Pressefahrten mit tschechischen Journalisten verlangen mir immer einen langen Atem und meinen ganzen körperlichen Einsatz ab. Pünktlich um 9 Uhr geht es ab ins Skigebiet, gefahren wird bis 14 Uhr ohne Pause, egal bei welchem Wetter. Nebel und Schneefall stellen kein Problem dar, schließlich gibt es die richtige Kleidung, Ausrüstung, verschiedene Brillen und genug Mut, sich ins milchige Weiß zu stürzen. Und bei frischem Pulverschnee „fällt man schön weich“. Unlängst hatte ich einige Bedenken als ein 27-jähriger Journalist, der noch keine Minute auf Alpinskiern stand, mit exzellent skifahrenden Journalisten mitkam. Mit einem eigenen Skilehrer fuhr er bereits am zweiten Nachmittag alleine die rote Piste, ohne zu stürzen.  Ein junger Mann, der von Kind an täglich Sport betreibt und einfach merkte, dass seine besten Freunde alle skifahren, also kein Problem, es auch erlernen zu wollen.

Werfen wir einen Blick zurück ins 19. Jahrhundert und auf die Erschließung der Alpen und des höchsten Bergs in Österreich. Es ist dem Prager Arzt Dr. Stüdl zu verdanken, dass der Großglockner für das bergbegeisterte Prager Großbürgertum zu einem Sehnsuchtsort mutierte. Die Stüdlhütte zeugt auch heute noch von der Bergbegeisterung der Tschechen. Die Tradition versiegt nicht. Die Innsbrucker Sektion des österreichischen Alpenvereins zählt etwa 26.000 aktive tschechische Mitglieder, die Wiener Sektion Austria etwa 15.000 Mitglieder aus Brünn und Mähren. Adam Ondra, ein Tscheche ist der weltbeste Kletterer und Role Model für viele junge bergbegeisterte Tschechen. Mit ein Grund, warum die Ramsau am Dachstein mit seinem vielfältigen Kletterangebot und den viae ferratae der Tschechen liebstes Urlaubsgebiet Österreichs im Sommer ist.

Österreich mit seiner hervorragenden Sportinfrastruktur, der hochalpinen Landschaft, der Vielfalt an Möglichkeiten, der hohen Servicequalität und der guten regionalen Küche hat sich auch im Sommer zum beliebtesten „Freizeitpark“ der Tschechen entwickelt. Spontan auf ein Sportwochenende, zu einem Mountainbikemarathon oder auf eine der alpinen Wanderrouten. Sind die tschechischen Urlauber zufrieden, dann kommen sie immer gerne wieder in die Region und auch in dieselbe Unterkunft zurück. Studien bestätigen uns, dass tschechische Österreichurlauber mit 90 % das höchste Stammgästepotenzial haben. Mit unserer Kampagne #playgroundAustria liegen wir am Markt Tschechien goldrichtig.