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Annahmen über die Entwicklung der Rahmenbedingungen
Quelle: Prof. Egon Smeral im Auftrag der ÖW
Wien, 2007
Die Aussichten für den österreichischen Tourismus sind für das laufende Jahr 2007 betrachtet im Durchschnitt ungünstiger als im Jahr 2006. Hauptursachen hierfür sind die Effekte der EU-Präsidentschaft sowie des Mozartjahres, welches das Vergleichsniveau des Jahres 2006 aufblähten sowie die negativen Effekte des schneearmen Winters 2006/2007. Im Laufe des Jahres 2007 ist damit zu rechnen, dass die Rückschläge der Wintersaison ausgeglichen werden können. Im nächsten Jahr wird sich das nominelle Umsatzwachstum – zum Teil auch wegen der stimulierenden Folgewirkungen der guten Konjunkturjahre 2006 und 2007 - etwas beschleunigen.

Für das Jahr 2007 wird ähnlich wie für 2006 ein Wachstum der Weltwirtschaft von etwa 5% erwartet. Dies ist bereits das vierte Jahr in Folge mit einem realen Anstieg des BIP in dieser Größenordnung. Im Jahr 2008 dürfte sich das Wachstum der Weltwirtschaft nur leicht abschwächen.

In den USA hat sich die Konjunktur merklich abgekühlt: Nach 3,3% Wirtschaftswachstum im Jahr 2006 wird für 2007 und 2008 nur mehr rund 2% erwartet. Die Konjunkturabkühlung in den USA dürfte auch die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft beeinflussen. Heuer wird diese noch um 10 1/2% expandieren, 2008 könnte sich die Rate etwas auf 9 1/2% verringern.

Im Gegensatz zu den Vorjahren wird 2007 und 2008 Europa rascher wachsen als die USA: Im Jahr 2007 wird für die EU-27 eine Wachstumsraten von rund 3% erwartet, für 2008 eine Größenordnung von 2 1/2%.

Nach wie vor weisen die Unternehmungsumfragen im Euro-Raum auf ein Anhalten der lebhaften Konjunktur hin. Auch für die kommenden Monate des Jahres 2007 sind keine Abschwächungstendenzen erkennbar. Die Verlangsamung der Konjunktur in den USA wird erst mit einiger Verzögerung die Außenwirtschaft Europas beeinträchtigen. Dann sollte die Binnenwirtschaft bereits vermehrt expansive Kräfte entfalten. Die Haupttriebfeder der Entwicklung wird dann die Investitionsnachfrage bilden. Auch der Konsum der privaten Haushalte wird 2007 stärker wachsen, jedoch bleibt die Dynamik hinter der in dieser Konjunkturphase üblichen Entwicklung zurück. Die gute Konjunktur dürfte im Euro-Raum bis 2008 anhalten, verliert aber im Jahresverlauf an Kraft: Im Jahresdurchschnitt wird ein Wachstum von 2 1/4% erwartet. Maßgebend dafür sind die Abschwächung der Dynamik in den USA, der Anstieg der langfristigen Zinssätze, der ungünstige Wechselkurs gegenüber wichtigen Handelspartnern und auch die ungewöhnlich gedämpfte Entwicklung des privaten Konsums.

In Deutschland setzte zu Beginn 2006 eine überaus starke Konjunkturbelebung ein. Nachdem die Wirtschaft jahrelang stagnierte, beschleunigte sich das Wachstum sprunghaft auf 2 3/4%. Im Jahr 2007 wird eine ähnlich hohe Wachstumsrate erwartet. Die dynamische Konjunktur hat die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt zunehmend entspannt. Die hohe Beschäftigungs­ausweitung geht mit einer beträchtlichen Verringerung der Arbeitslosigkeit einher. Zentraler Schwachpunkt der wirtschaftlichen Entwicklung bleibt die Entwicklung des privaten Konsums, so dass zusammen mit der Konjunkturabkühlung in den USA und der Stärke des Euro im Jahr 2008 eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums auf 2 1/4% erwartet wird.

Österreich Wirtschaft wächst wie im Vorjahr auch 2007 mit gut 3% relativ kräftig. Die Wirtschaftssituation wird von den Unternehmen für 2007 sehr günstig beurteilt, dies gilt insbesondere für die Investitionsgüterproduzenten. Der Anstieg der Warenexporte wird heuer real 8 3/4% betragen und sich 2008 auf 7 1/4% verlangsamen. Im Jahr 2008 wird das Wirtschaftswachstum – zum Teil wegen der verhaltenen Entwicklung des privaten Konsums - auf etwa 2 1/2% zurückgehen.

In den neuen EU-Ländern in Ost-Mitteleuropa wächst die Wirtschaft weiterhin überdurchschnittlich. Für 2007 wird eine Wachstumsrate von real 5 1/2% erwartet, im Jahr 2008 wird sich das Wirtschaftswachstum nur geringfügig auf 5 1/4% verlangsamen.

Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist zu erwarten, dass Österreich im Jahr 2008 ein touristisches Umsatzwachstum von rund 5% erwarten kann. Die Expansion wird damit stärker als 2006 (4%) und 2007 (3%) ausfallen. Das Wachstum wird sich weiterhin differenzieren: So stehen kräftigen Zuwachsraten aus den neuen EU-Mitgliedsländern und den neuen Wachstumsmärkten (z.B. Russland, China, Indien) insgesamt nur schwache Zuwächse aus den traditionellen europäischen Herkunftsmärkten (Deutschland, Italien, Niederlande) gegenüber. Auch das Wachstumsgefälle zwischen den Städten und dem ländlichen Raum dürfte sich weiterhin zu Gunsten der Städte ausweiten.
 
14.12.2007
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