Attraktionen produzieren
Events können als Wachstumsmotoren die Gästeströme ankurbeln und Imagewerte nach oben treiben. Richtig fruchtbar wird die Symbiose aus Tourismus und Veranstaltung jedoch nur, wenn die beiden gut zueinander passen.
Ein Event, das ist die moderne Ausprägung der Veranstaltung. Es gibt ihn in allen möglichen Geschmacksrichtungen, gefüllt mit Inhalten aus Themenbereichen wie Kultur und Tradition, Sport, Religion, Politik oder Kulinarik. Aus der Perspektive des Konsumenten bietet ein Event einen Gegenpol zur Alltagswelt. Für den Touristiker kann der Event ein wichtiges Instrument im Marketingkanon sein. Eine Publikumsveranstaltung, die in einer touristischen Destination über die Bühne geht, sollte – neben anderen Effekten wie Verbesserung der Auslastung – zur Stärkung der Marke bzw. der zielgerichteten Kommunikation des touristischen Angebots beitragen.
Im Namen der Marke
„Eine starke Marke ruht auf zwei Säulen – auf ihrer Bekanntheit und den Werten, die die Zielgruppen mit der Marke verbinden“, erklärt Hans Bauernfeind, Markenexperte und Jury-Mitglied des Austrian Event-Awards 2007. Diese beiden Faktoren müssen die Hauptrolle bei sämtlichen Marketingaktionen spielen und das kontinuierlich sowie über Jahre hinweg. So auch beim Einsatz von Events, die im Namen einer Urlaubsmarke ins Rennen um den Gast gehen.
Das Ziel Bekanntheitssteigerung hat das Gros der Veranstalter dabei zwar noch im Kopf, die Einbindung der Markenwerte kommt laut Bauernfeind jedoch oft zu kurz. Ob stylisch, gemütlich, traditionell, jugendlich oder sportlich – die Positionierung der Region muss konsequent gespielt werden, der Event in den vorgegebenen Rahmen passen: Eine Trachten-Veranstaltung in einem Jetset-Skiort wird die Gäste eher verwirren, als zur Verinnerlichung der Markenwerte beitragen.
Stimmig im Sinne der Markenführung geht es immer dann her, wenn das touristische Angebot überhaupt im Zentrum der Veranstaltung steht, wenn der Event inhaltliche Bezüge zum touristischen Produkt herstellt oder, wenn er als zusätzliche Attraktion für eine der Zielgruppen fungiert.
Zugpferd Gams
Die Gamsjagatage in Bad Goisern präsentieren sich als Markenevent, der dem Publikum das touristische Produkt auf dem Silbertablett serviert, – das Konzept trug der dreitägigen Veranstaltung eine Nominierung für den Austrian Event Award 2007 in der Kategorie Public Events ein.
Aus einem bestehenden Veranstaltungsrelikt aus den 60er-Jahren für die lokale Bevölkerung entstand 2004 ein moderner, Event für die touristischen Zielgruppen der Region: Familien mit Kindern sowie städtische Erholungssuchende. Zur traditionellen Gamsbartolympiade gesellen sich nun jährlich am letzten Augustwochenende neue Programmhighlights: Die „Männerauktion“, bei der einheimische Herren persönliche Leistungen wie die begleitete Skitour, eine Dachsteinüberquerung oder ein privates Volksmusikkonzert versteigern, das „Pasch-Seminar“ als Lektion im kunstvollen Händeklatschen, die Gamstrophy, bei der die Teilnehmer auf Puch-Waffenrädern und in Tracht von Station zu Station radeln, die Europameisterschaft im Vogelzwitschern für Tierstimmenimitatoren, die Wahl der schönsten „Herrenwadeln“, der Markt, auf dem nur Handwerker aus der Region ausstellen usw. 2007 begeisterten die Gamsfestspiele rund 7.000 Besucher, die Betten in Bad Goisern und Umgebung waren ausgebucht.
www.gamsjagatage.at
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