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Michael Beck/'Sportverlag
In den vergangenen zehn Jahren musste Österreichs Sommer-Incoming deutliche Einbußen hinnehmen. Könnte eine stärkere Ausrichtung auf die positiv besetzten Angebotsfacetten Abhilfe schaffen?
Als der junge Dirigent Bruno Walter den großen Komponisten Gustav Mahler 1896 in Steinbach am Attersee besuchte und bei einem Spaziergang von der großartigen Aussicht auf das Höllengebirge überwältigt war, meinte Mahler. „Sie brauchen gar nicht hinzusehen - das habe ich schon alles weg komponiert.“ Was Mahler und Walter annodazumal in den Bann zog und zu künstlerischem Schaffen inspirierte, fasziniert Österreichs Gäste auch heute noch: Die landschaftlichen Reize der Berge, Seen und Wälder. Die Alpenrepublik besticht - wie kontinuierliche Länderanalysen der Österreich Werbung belegen - darüber hinaus mit ihrer intakten und unberührten Natur, der sauberen Luft, dem gesunden und angenehmen Klima sowie der Ruhe und der Gemütlichkeit.

Die Attraktivität des Sommerurlaubs in Österreichs Bergen bestätigen auch die jüngsten Daten aus dem European Travel Monitor des Münchner Marktforschungsinstituts IPK. Danach stellt die Alpenrepublik 2006 mit einem Anteil von 28 Prozent den Marktleader in Sachen „Sommerurlaub in den Bergen“ in Europa. Auf den weiteren Plätzen rangieren Italien (15 %), Frankreich (12 %), die Schweiz (10 %) und Deutschland (7 %). Insgesamt liegen die Sommerferien in den Bergen und auf dem Land mit einem Marktanteil von zwölf Prozent an vierter Stelle im Ranking der beliebtesten sommerlichen Urlaubsarten der Europäer.

Ein verstärkten Trend zum Wandern zeigt sich auch bei einer Gegenüberstellung der Marktforschungsdaten aus der Gästebefragung Österreich aus 1994 und jener des Tourismus-MOnitor-Austria (T-MONA) aus 2006: 28 Prozent Wandergäste aus dem Jahr 1994 stehen beachtlichen 37 Prozent Marschieren im Jahr 2006 gegenüber.

Die Angebotsfacetten
Aus den Marktforschungsdaten lässt sich zudem die Marschrichtung für die Produktgestaltung ablesen.
  • Die Stärken hervorheben: Berge & Seen, Kultur und Wellness, intakte Natur.

  • Statt Austauschbarkeit im kunterbunten Angebots-Dschungel ist die eindeutige Positionierung des Sommerproduktes gefragt. Neue Gästeschichten lassen sich nur von einzigartigem Nutzen bzw. echten Attraktionen anziehen.

  • Wichtig ist die Fokussierung auf die Wünsche und Bedürfnisse des Gastes – danach richtet sich das Angebot. Und nicht der Gast hat sich nach dem Angebot zu richten.

  • Aus der Nachfragelage ergeben sich zwei Hauptzielgruppen für die warme Jahreszeit: Familien und die Altersgruppe 50 Plus. Sommerferien heißt in Europa meist Familienurlaub – Arrangements für Kids & Co., die Abenteuer, Spaß und Erholung für Klein und Groß zu einem guten Preis in den Bergen und an Seen kombinieren, schnüren.

  • Zwar eine Nische, jedoch die wichtigste Absicherung für die Zukunft, sei die jugendliche Zielgruppe. Zur Ankurbelung des Tourismus für die Generation unter Dreißig braucht es zeitgeistige Angebote, Abendgestaltung sowie die passenden Unterkünfte.

  • Der moderne Gast möchte in immer kürzerer Zeit immer mehr erleben. Dieser Mentalität sollten die Beherbergungsbetriebe mit hoher Flexibilität entgegenkommen – z.B. in der Ferienhotellerie mit der Zweiteilung der Woche in ein preisgünstigeres Paket von Montag bis Freitag und in ein teueres Wochenend-Paket von Freitag bis Sonntag.

  • Das Wandern erlebt eine Renaissance und begeistert mittlerweile auch ein jüngeres Publikum.
    Österreich entwickelte sich für viele zu einen Kurzurlaubsland – damit ist Flexibilität im Schnüren von Packages und der Preispoliitik angesagt.

Mehr Tipps und Infos zum Sommer-Incoming in Österreich lesen Sie in der aktuellen Printausgabe 6/07 des bulletin, die bei der ÖW erhältlich ist.

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15.06.2007
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