Sie sind unermesslich reich – und kaufen und kaufen und kaufen: die Russen. Das mag für einige Dollarmillionäre unter den 143 Mio. Einwohnern Russlands gelten. Aber vor allem in den Städten gibt es – neben einigen Super-Betuchten – eine kaufkräftige und gebildete Mittelschicht, die zunehmend das Reisen entdeckt. Diese Zielgruppe von geschätzten 15 Mio. Menschen, etwa zehn Prozent der Bevölkerung, birgt das wahre touristische Potenzial. Aufgrund der guten Wirtschaftsentwicklung im flächenmäßig größten Land der Erde können sich immer mehr Menschen Reisen ins Ausland leisten: Laut dem russischen Statistikamt Rosstat unternahmen letztes Jahr 7,8 Mio. Russen einen Auslandstrip, was gegenüber 2005 ein sattes Plus von 15 Prozent bedeutet. Ähnliches gilt auch für die Ukraine: Hier sind es ebenfalls rund zehn Prozent der Ukrainer, also 4,5 Mio. Urlauber in spe, die heute über ein Budget für Urlaub jenseits ihrer Landesgrenzen verfügen – Tendenz steigend.
Rasante Zuwächse
Seit 2000 bestechen diese Märkte mit rasanten Zuwächsen zum heimischen Incoming: Die Zahl der Nächtigungen und Ankünfte hat sich in den letzten sechs Jahren bereits verdoppelt. Allein 2006 erhöhten sich Nächtigungen und Ankünfte aus Russland um rund 20 Prozent auf 631.000 bzw. auf 134.000. Noch steiler nach oben entwickelte sich der ukrainische Markt: Nächtigungen (132.000) und Ankünfte (37.000) stiegen um 50 Prozent gegenüber 2005. Laut Statistik Austria zählen Russland und die Ukraine zu den dynamischsten aller zentral- und osteuropäischen Märkte.
Nach Österreich reisen Russen und Ukrainer vor allem zum Skifahren, denn ein Wintersporturlaub in der Alpenrepublik ist mit hohem Prestige verbunden. Nicht überraschend ist daher der deutliche Überhang an Winternächtigungen aus diesem Raum: 75 Prozent der russischen und 61 Prozent der ukrainischen Nächtigungen in Österreich gehen auf das Konto der kalten Jahreszeit. Der beliebteste Termin für den Wintertrip: die Ferientage rund um das orthodoxe Weihnachts- und Neujahrsfest Mitte Jänner. Mehr als ein Drittel aller russischen Nächtigungen in Österreich entfallen auf diesen kurzen Zeitraum.
Um das Wissen über die Destination Österreich weiter zu steigern und zu verfestigen, setzt die ÖW auf intensive Schulung der ReisebüromitarbeiterInnen. Im Herbst 2006 startete die ÖW erstmals Kurse im Rahmen ihrer Austrian Web Academy (AWA), einem webbasierten E-Learning-Tool. Das Internet ist übrigens das einzige Medium, mit dem sich das größte Land der Erde flächenmäßig leicht abdecken lässt. Gleich zu Beginn beteiligten sich an der AWA über 1.000 Reisebüromitarbeiter, nächstes Jahr sollen es bereits 2.000 sein, die ihr Österreich-Know-how auf Vordermann bringen. In Planung für 2008 befindet sich eine ÖW-Marktgruppe für Russland und die Ukraine, die heimischen Touristikern die Intensivierung ihrer Marktbearbeitung ermöglichen soll.
Wie Sie Ihre GUS-Gäste begeistern
- Unterscheiden Sie zwischen Russen und Ukrainern.
- Verfassen Sie Speisekarten und andere Informationen in der jeweiligen Landessprache.
- Beachten Sie die Essgewohnheiten: Alle Speisen sollen gleichzeitig auf den Tisch kommen, wenn nicht eine Gangfolge bestellt wird.
- Wenn Russen oder Ukrainer Wodka trinken, dann vor oder während des Essens und nicht als Digestif.
- Russen und Ukrainer denken weniger perspektivisch. Was zählt, ist das "Hier und Jetzt".
- Frühstück und Abendessen sind besonders wichtig. Ein reichhaltiges Frühstücksbuffet lässt den Tag für die russischen und ukrainischen Gäste so richtig gut beginnen.
Weitere wertvolle Informationen über den Markt Russland finden Sie in der aktuellen Printausgabe des bulletin Mai 2007, die bei der ÖW erhältlich ist.






