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Heute setzen sie die Trends, denen der Mainstream morgen folgt: junge Reisende, eine Zielgruppe mit hohem Wachstumspotenzial. Was begeistert Teens und Twens wirklich?
Trotz sinkender Geburtenraten in den Industriestaaten wächst der Markt für Jugendreisen kontinuierlich – dieses Segment verjüngt und veraltet sich gleichermaßen. "Heute fühlen sich schon Elfjährige als junge Erwachsene und ältere Semester mit weit über 20 Jahren definieren sich noch als jugendlich", erklärt Klaus Hurrelmann, Koautor der aktuellen "Shell Jugendstudie", dieses Paradoxon (siehe auch Kasten). Mit dem höheren Wohlstand in den sogenannten Schwellen-Ländern wächst auch die Schar der besser ausgebildeten Schüler und Studenten, die es in die Ferne zieht: 25 % aller internationalen Trips entfielen nach den Berechnungen der World Tourism Organisation (WTO) auf junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren. In absoluten Zahlen heißt das: Rund 200 Mio. Jugendliche waren quer über alle Kontinente unterwegs.

Noch Potenzial für Österreich
Das Segment der jungen Gäste im Alter von 15 bis 25 Jahren birgt für den österreichischen Tourismus noch ein großes Potenzial: Junge Europäer unternehmen jährlich knapp 50 Millionen Reisen, wie aus dem World Travel Monitor (WTM) hervorgeht. Von diesen Trips entfallen rund fünf Prozent oder 2,3 Mio. Urlaubsfahrten auf Österreich. Damit steht die Alpenrepublik in der Hitliste der beliebtesten Destinationen junger Europäer an sechster Stelle. An der Spitze der Top Ten liegen Spanien, Frankreich und Italien, gefolgt von Deutschland und Großbritannien.

Das Image Österreichs als Feriendestination im Sommer gilt als wenig ausgeprägt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die die ÖW beim Jugendforschungsinstitut T-Factory für den deutschen und österreichischen Markt in Auftrag gab. Danach assoziieren die Jugendlichen Österreich-Ferien vor allem mit Winterurlaub oder einem City-Break in Wien. Zum Sommertrip fallen den jungen Touristen vor allem "alte Leute in Wandersocken" ein.

Während Österreich im Winter bei den Jungen punkten (22 % aller Gäste) und in diesem Altersegment steigende Besucherzahlen aus Deutschland aufweisen kann, macht der Anteil der Teens und Twens an den heimischen Urlaubern im Sommer nur 14 Prozent aus. Auswertungen aus der Deutschen Reiseanalyse zeigen, dass jugendliche Gäste von vor 20 Jahren ihr Reiseverhalten auch im fortgeschrittenen Alter beibehalten. Für Österreich heißt das: Wenn Jugendliche der rot-weiß-roten Destination fernbleiben, werden sie sie auch in späteren Jahren meiden. Jugendmarketing ist daher eine gute Investition in die Zukunft.

Abgesehen von dem beachtlichen Volumen jugendlicher Touristen nennt die WTO folgende Gründe, warum sich Touristiker für diese Zielgruppe stärker engagieren sollten:
  • Jugendliche reisen saisonunabhängig, könnten also leere Betten in Vor- und Nachsaisonen füllen.
  • Junge Menschen sehen kaum Reisehemmnisse, sie reisen trotz Terrordrohungen oder Epidemieankündigungen.
  • Sie tragen zum kulturellen Austausch der Nationen bei und bereiten so den Weg für ältere Gäste auf.

Die besten Tipps für Ihr Jugendmarketing
  • Das Internet, insbesondere das Web 2.0, ist das Marketingtool.
  • Klassische Werbung erreicht Jugendliche kaum.
  • Eine "aufgesetzte" Jugendsprache kommt bei Teens und Twens schlecht an.
  • Behandeln Sie Jugendliche wie erwachsene Gäste.
  • Für Reiseentscheidungen ist das biologische Alter weniger ausschlaggebend als die Zugehörigkeit zu - Wertegruppierungen.
  • Jugendliche gelten als sehr umweltorientiert, ökologische Aspekte müssen daher Teil des Angebots sein.
  • Gestalten Sie Produkte so flexibel, dass sie spontane Änderungen zulassen.
  • Fördern Sie das Gemeinschafts-Feeling reisender Jugendlicher.

Endlich. Jugendliche Gäste in Österreich

Hier ein Kurzprofil der Österreich-Gäste unter 30 Jahre, die im Sommer rund 14 % aller Urlauber ausmachen:

Herkunftsmärkte: Österreich, Deutschland, Niederlande, Schweiz und Italien

Buchung: häufiger über das Internet (27 %)

Unterkunft: Sie wohnen öfter auf Campingplätzen, in Jugendherbergen oder Gratisunterkünften.

Urlaubsart: Bade- und Aktivurlaub (Teens), mit zunehmenden Aller werden Erholungs- und City-Trips wichtiger. 

Aktivitäten: Teens und Twens legen überdurchschnittlich viel Wert auf das Nachtleben.

Ausgaben: Teens 76 Euro pro Tag, Twens 98 Euro pro Tag, Durchschnittsgast 106 Euro pro Tag.

Quelle: ÖW-Sonderauswertung aus dem Tourismus-MONitor Austria (T-MONA)


Was motiviert die Jugendlichen zu einer Reise? Welche Ansprüche stellen Sie an Angebot und Unterkunft? – Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Printausgabe des bulletin April 07, die bei der ÖW erhältlich ist.


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10.04.2007
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