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Welche Bedeutung hat der Tourismus für den heimischen Arbeitsmarkt? In welchen Destinatiionen ist dieser Wirtschaftszweig der wichtigste "Brötchengeber"? Antworten dazu präsentiert die ÖHV in einer aktuellen Studie.

Mit geschätzten Ankünften in Höhe von 842 Millionen wird 2006 als Rekordjahr in die Geschichte des Weltourismus eingehen. Rund um den Globus stiegen die internationalen Ankünfte im Vorjahr um satte 4,5%. Der Tourismus gehört derzeit zu einer der aufstrebensten Wirtschaftsbereiche und entwickelt sich immer mehr zu einem Motor für Wachstum und Beschäftigung. Allein in Europa hat der Tourismus durch direkte und indirekte Effekte laut EUROSTAT einen Anteil von 10.9 Prozent an der gesamten Wirtschaftsleistung und impliziert somit auch entsprechende Beschäftigungseffekte. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im EU-Raum gehen derzeit 23,8 Mio Arbeitsplätze – da sind immerhin 11,8 Prozent der Gesamtbeschäftigung – auf das Konto des Tourismus, 2016 sollen es laut Progrnosen 13 Prozent sein.

Der Blick auf Österreich zeigt eine noch engere Verquickung von Tourismus und Beschäftigung: 2005 – aktuellere Zahlen liegen nicht vor – waren dem Tourismus direkt und indirekt 423.000 Vollzeitarbeitsplätze zuzurechnen. Diese Zahl erhöht sich gleich nochmal auf 731.500, addiert man jene 308.500 Arbeitspätze aus dem nicht touristischen Freizeitkonsum (Aufwendungen am Wohnort) hinzu. Das heißt konkret: Jeder fünfte Vollzeitarbeitsplatz in Österreich wird durch die Tourismus- und Freizeitwirtschaft generiert.

Dynamische Entwicklung

Zirka zwei Drittel der Erwerbstätigen der Tourismusbranche arbeiten in der Gastronomie und Hotellerie - so macht es durchaus Sinn, den Arbeitsmarkt speziell für diese Bereiche näher unter die Lupe zu nehmen. Nach den Berechnungen der Wirtschaftskammer Österreich sind Hotellerie und Gastronomie im Jahresschnitt Arbeitgeber von rund 215.406 Beschäftigten, 80 Prozent davon werken als unselbständig Beschäftigte. Bei näherer Betrachtung der Zeitreihe von 1997 bis 2005 zeigt sich eine dynamische Entwicklung: Immerhin können Hotellerie und Gastromomie mit um 1,7 % mehr Arbeitnehmer pro Jahr aufwarten.

Soweit die nüchternen Hard facts. Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) widmete sich den soft facts dieser Zahlenspiele und analysierte die regionale Verteilung der Beschäftigten – die Ergebnisse dieser Untersuchung stellte sie beim diesjährigen ÖHV-Hotelierkongress in Bad Ischl vor.

Beschätigungskaiser Wien

Das Gros der heimischen Mitarbeiter in Hotellerie und Gastronomie löhnt nicht wie vermutet beim Nächtigungskaiser Tirol, sondern in Wien sowie in Niederösterreich und Salzburg. Im Beschäftigungszahlen-Ranking präsentiert sich die Region Graz auf Platz zwei, gefolgt von Salzburg inklusive Umgebungsorten. Gleich danach kommen das Mostviertel, die Regiion Donau Niederösterreich, das Salzkammergut, die Destination Bodensee und Innsbruck samt seiner Feriendörfer – konkret gemessen an der Gesamtzahl der Beschäftigten sind das also jene Feriendestinationen mit den meisten Beschäftigten in Hotellerie und Gastrononmie.

Aussgagekraft haben Zahlen allerdings nur dann , wenn sie mit anderen Variablen ins Verhältnis gesetzt werden. Die Anzahl der Beschäftigten eines Wirtschaftszweiges in einer Destination gibt noch wenig Auskunft darüber, wer der wahre "Boss" ist. erst der Vergleich mit anderen Branchen bringt fundierte Informationen über Umfang und Zusammensetzung der Beschäftigung. Zu diesem Zweck wertete die ÖHV sämtliche Beschäftigte (Beschäftige je Arbeitsort) getrennt nach 17 verschiedenen Wirtschaftstätigkeiten aus.

Tirol: Touristischer Arbeitgeber Nr. 1

Die Ergebnisse der ÖHV-Studie belegen ganz klar die hohe Bedeutung von Hotellerie und Gastronomie für die Beschäftigten in den einzelnen Regionen. Bei rund einem Fünftel der heimischen Destinationen arbeiten 30 Prozent der Erwerbstätigen im Beherbungs- und Gaststättenwesen, der Österreich-Schnitt liegt bei einem Mittelwert von 17 Prozent. In welchen Bundesländern bzw. Destinationen sind diese Wirtschaftszweige die obersten "Vorgesetzen"? Das Bundesland Tirol hat hier ganz klar die Nase vorne, bei den Destinationen sind es Obertauern, das Tannheimer Tal sowie Serfaus-Fiss-Ladis. Hier fungieren diese Wirtschaftsbereiche mit einen Anteil von über 50 Prozent aller Erwerbstätigen als Arbeitgeber Nummer eins. Auch in der Olympiaregion Seefald, Saalbach-Hinterglemm, Nauders, Arlberg (Tirol/Voralberg), Kleinwalsertal, Achensee sowie in der Tiroler Zugspitz Arena zählen Hotellerie und Gastronomie zu den wichtigsten Brötchengebern (siehe auch Grafik).

Ein weiterer Blick in die Tiefe: Hotellerie und Gastronomie weisen gerade in Feriendestinationen wie etwa im Mostviertel, in den Regionen Bodensee und Donau Niederösterreich die höchste Zahl an Erwerbstätigen auf - diese beiden Wirtschaftszweige sind aber gemessen an anderen Branchen für diese Regionen eher unbedeutende Arbeitgeber.
Text: Silvia Ahrens


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12.03.2007
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