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Markt China: Trend zu Individualreisen
istockphoto.com

Mit dem Trend zu Individualreisen öffnen sich auf dem riesigen chinesischen Markt neue Chancen. Wie Sie dieses Potenzial für sich nutzen, fasst das bulletin hier zusammen.

Wirtschaftswunderland China: Seit Jahren boomt die Konjunktur – mit Wachstumsraten, von denen Europa oder die USA nur träumen können. Aktuelle Prognosen rechnen auch für heuer mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um knapp neun Prozent.
Mit dem anhaltenden wirtschaftlichen Aufstieg hat sich eine breite Mittelschicht etabliert, die sich aufmacht, die Welt zu entdecken. Bis 2020 soll die Zahl der Auslandsreisen der Chinesen um jährlich 17 Prozent steigen, rechnet eine Studie des Beratungsunternehmens Boston Consulting Group (BCG) vor. Und die Ankünfte chinesischer Touristen in Europa dürften sich gegenüber 2010 bis zum Ende der Dekade auf mehr als acht Mio. vervierfachen. 

Die große Reiselust
Im Vorjahr unternahmen nach Einschätzung des auf China spezialisierten deutschen Marktforschungsinstituts Cotri 65 Mio. der rund 1,3 Mrd. Chinesen Trips ins Ausland, was einer Zunahme um 13 Prozent gegenüber 2010 entspricht. Der Löwenanteil der Auslandsreisen der Chinesen entfällt auf asiatische Destinationen, wobei die sogenannten „Special Administrative Regions“ (SARs) Hongkong und Macao (68 % aller Auslandsreisen) hier die Nase vorne haben. Europa darf sich über einen Anteil von 5 Prozent an den grenzüberschreitenden Trips der Chinesen freuen.

Das Ranking der beliebtesten europäischen Ziele führt Frankreich gefolgt von Deutschland und Italien an. Österreich liegt hinter der Schweiz auf Platz fünf. Im Mittelpunkt des Interesses auf einem Europa-Trip, der die Chinesen meist in mehrere Länder führt, stehen die schnelle Besichtigung sowie das Abfotografieren bekannter Sehenswürdigkeiten und der Einkauf von Markenwaren.

Die Kultur und die Geschichte eines Land tiefer zu entdecken – dieser Wunsch ist ebenso wie das Bedürfnis nach sportlichen Aktivitäten kaum vorhanden. Erste Ansätze, einen Erholungsurlaub europäischen Zuschnitts zu verbringen, gibt es bereits, allerdings sollten sich Österreichs Touristiker nicht erwarten, dass Chinesen in absehbarer Zukunft eine ganze Woche oder länger an einem Ort verbringen.

In den vergangenen Jahren konnte das Urlaubsland Österreich das Incoming aus China beständig steigern. Die Ankünfte erhöhten sich von 2005 bis 2010 um drei Prozent auf 182.000, die Nächtigungen stiegen im gleichen Zeitraum um 7,6 Prozent auf 267.000. Vor allem in den letzten beiden Jahren verzeichnete Österreich beachtliche Zuwächse aus China: Die Nächtigungen stiegen 2010 um 20 Prozent, die Ankünfte nahmen um 17,5 Prozent zu. Im Vorjahr „explodierten“ die Reisen nach Österreich geradezu: In den ersten elf Monaten 2011 legten die Nächtigungen um rund 38 Prozent zu, die Ankünfte verzeichneten ein Plus von knapp 43 Prozent.

Sisi und Musik punkten

Urlaub in Österreich punktet in China vor allem mit seiner Kultur: Österreich gilt als Wiege der klassischen Musik – Stichwort Mozart und Donauwalzer. Und auch Österreichs imperiales Erbe mit Sisi als Ikone gefällt. Die unberührte Natur begeistert Chinesen ebenfalls, was vor allem in den Abbildungen der Seenlandschaften wie Hallstatt in den Katalogen der Veranstalter zum Ausdruck kommt.

Beim Besuch in Österreich stehen (ein eher oberflächliches) Sightseeing, die Teilnahme an touristischen Musikvorführungen und intensives Shoppen ganz oben auf der Wunschliste. Die Besichtigung von Sehenswürdigkeit entspricht weniger dem Bedürfnis, fremden Kulturen auf die Spur zu kommen, sondern eher dem Wunsch nach Prestigezuwachs: Wieder zurück in der Heimat lässt sich dann mit den Fotos berühmter Bauwerke – mit den Reisenden im Vordergrund – Anerkennung erzielen.

Einen ähnlichen Effekt hat die Mitnahme von im Ausland erworbenen Markenartikeln, weswegen ein Trip nach Österreich auch immer einer Shopping-Tour gleichkommt, die Österreichs Handel Traumumsätze beschert: Im Vorjahr haben chinesische Gäste in Österreich in den ersten elf Monaten rund 50 Mio. Euro fürs Einkaufen ausgegeben. Dies entspricht einem Zuwachs um 53 Prozent gegenüber 2010, wie aus den Daten des Mehrwertsteuerrückerstatters Global Blue hervorgeht. Danach lässt jeder Gast aus dem Reich der Mitte 511 Euro über den Ladentisch wandern. International haben die Chinesen mit ihrem Ausgabevolumen bereits den Russen den ersten Rang als Shopping-Aficionados abgelaufen. In Österreich liegen sie nach den russischen Gästen auf Platz zwei der Liste der Besucher mit den höchsten Ausgaben.

Nach welchen Maßstäben die chinesischen Gäste ihre Unterkünfte auswählen und über welche Kanäle sie sich informieren, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe des bulletin Februar/März 2012.

Den gesamten Artikel lesen Sie hier ab Seite 6:


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07.02.2012
 
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