Der deutsche Markt ist noch lange nicht ausgereizt: Um das Potenzial auszuschöpfen, muss die Marke Urlaub in Österreich Alleinstellungsmerkmale, mehr Begehrlichkeit und Sehnsucht schaffen. Wie, das hat das bulletin für Sie recherchiert.
Die jüngste Krise konnte die Reiselust der Deutschen kaum bremsen, denn der Urlaub besitzt bei unseren westlichen Nachbarn hohe Konsumpriorität. Ihn gänzlich einzusparen kommt nicht in die sprichwörtliche „Tüte“. Daher unternahmen die Deutschen mit knapp 140 Mio. Urlaubsreisen 2009 in etwa ebenso viele Trips wie im Jahr zuvor.
Im Vergleich zu 2008 erhöhten sich die längeren Urlaubsfahrten mit einer Dauer von fünf Tagen und mehr geringfügig um 1,2 Prozent auf 65 Mio. Reisen, wobei diese Entwicklung hauptsächlich auf den Anstieg der längeren Zweit- und Dritturlaube (+ 7,8 %) zurückzuführen ist, während die Haupturlaubsfahrten leicht (- 0,7 %) zurückgegangen sind. Dies spiegelt die Polarisierung der Nachfrage am deutschen Reisemarkt wider: Angehörige unterer Einkommensschichten schränkten den Urlaubskonsum vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise ein, Besserverdiener hingegen reisten öfter als noch 2008. Diese Daten gehen aus der jüngsten Deutschen Reiseanalyse (RA 2010) hervor, einer jährlich wiederkehrenden Erhebung des Reiseverhaltens der Deutschen, die die Forschungsgesellschaft für Urlaub und Reise (F.U.R.) durchführt.
Krise ändert Urlaubsverhalten
Die wirtschaftlich unsichere Lage beeinflusste jedoch auch das Urlaubsverhalten jener Menschen, die im Vorjahr Ferien machten: Sie schränkten sich bei ihren Urlaubsausgaben ein, zögerten ihre Urlaubsentscheidungen hinaus und verbrachten ihre Reisen mit fünf und mehr Tagen Dauer verstärkt im Inland (+ 5,3 %). Die Auslandsreisen sind hingegen leicht gesunken (- 0,7 %).
Nach Österreich unternahmen die Deutschen (ab 14 Jahren) rund 7,2 Mio. Trips, davon in etwa je zur Hälfte längere Reisen mit einem Aufenthalt von fünf Tagen und mehr und Kurzurlaube mit einer Dauer von zwei bis vier Tagen. Nach einem Anstieg 2008 erlitten die Österreich-Reisen mit längerer Dauer 2009 wieder einen leichten Rückschlag (- 3,3 %). Diese Abnahme lässt sich ausschließlich auf die Haupturlaubsreisen zurückführen, während die Zweit- und Drittreisen mit längerer Dauer zulegen konnten. Die Kurzreisen zeigten eine stabile Performance.
Österreich als Top-Ziel
Wenn auch Österreichs Marktanteil an allen längeren Reisen 2009 leicht auf 5,9 Prozent gesunken ist, rangierte Österreich nach Spanien und Italien an dritter Stelle der beliebtesten Auslandsdestinationen und konnte die Türkei wieder auf Platz vier verweisen. Im Kurzreisensegment hält Österreich einen Marktanteil von 4,6 Prozent und war damit 2009 erneut das mit Abstand gefragteste Ziel für kürzere Trips im Ausland.
Rund drei Viertel aller längeren Reisen der Deutschen entfielen 2009 auf den Sommer – mit Spitzen von Juli bis September. Urlaube in Österreich verteilten sich etwa je zur Hälfte auf die kalte und warme Jahreszeit (51,4 % bzw. 49,7 %). In absoluten Zahlen entspricht dies einem Rückgang um 230.000 Reisen – ein Trend, der seit Jahren zu beobachten ist. Obwohl die Aufenthalte mit einer Dauer von fünf und mehr Tagen im Winter zulegten, konnten die Schneeferien die sommerliche Abnahme nicht zur Gänze kompensieren.
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26.09.2010
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