Eine Biogasanlage in Nepal und ein Family-Van auf der Südautobahn, der Richtung Urlaubsdomizil rollt. Auf den ersten Blick verbindet die beiden nichts. Auf den zweiten fungieren die beiden als Variablen einer Klimagleichung: Das Auto pufft klimafeindliches CO2 in die Luft, während die Biomasseanlage in den asiatischen Bergen den Feuerholzverbrauch minimiert und dadurch CO2-Emissionen reduziert. Die Gleichung geht auf: Die Menge an Kohlendioxid in der Atmosphäre bleibt unterm Strich trotz der Autofahrt gleich.
So funktioniert das Prinzip der Klimaneutralität: Ein Plus an CO2, das nicht vermieden werden kann oder will, wird an anderer Stelle eingespart. Dabei ist es irrelevant für das Klimagleichgewicht der Erde, an welchem Ort Emissionen entstehen und an welchem sie vermindert werden. Der Weg zur weißen Klimaweste kann daher über CO2-Ausgleichs-Anbieter führen, die atmosfair, greenmiles, Primaklima, myclimate oder ClimatePartner heißen. Gleich einem modernen Ablasshandel fließt über diese Unternehmen freiwilliges Bußgeld für CO2-Sünden in Klimaprojekte in aller Welt.
Verbraucher auf Umweltkurs
Der Klimawandel und seine bedrohlichen Folgen wie die Erderwärmung beeinflussen die Verbraucher nachweislich. Die Zielgruppe der LOHAS („Lifestyle Of Health And Sustainibility“) – Menschen, die Wert auf Gesundheit und Nachhaltigkeit legen – ist laut Meinungsforscher AC Nielsen bereits in 30 Prozent der deutschen Haushalte zu finden. Eine Studie der Universität Mainz und des Managementberaters 2hm & Associates GmbH ergab, dass sich über 90 Prozent der Konsumenten für den Klimaschutz einsetzen möchten. Dazu zählt auch, CO2 einzusparen, um dem Treibhauseffekt entgegenzuwirken. Jeder zweite Verbraucher ist bereit, für CO2-neutrale Produkte und Dienstleistungen mehr zu bezahlen.
„Das Surfen auf der grünen Welle lohnt sich, auch für Unternehmen aus der Tourismusbranche“, resümiert Studienautorin Stefanie Regier. Der Tourismus ist für bis zu neun Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Bei Fortsetzung der derzeitigen Entwicklung soll 2035 die doppelte Menge an schädlichen Emissionen auf das Konto des Tourismus gehen, prognostiziert eine Studie der Welttourismusorganisation UNWTO.
In Hotels oder Liftanlagen, Saunen und Whirlpools – überall steckt Energie, die zur Belastung der Atmosphäre beiträgt. Rund 75 Prozent der infolge touristischer Aktivitäten in den Weltraum entlassenen CO2-Emissionen verursacht jedoch der Reiseverkehr, allen voran die Ferienflieger. Laut Umfrage-Ergebnissen der Wiener MODUL University haben sich freiwillige Ausgleichszahlungen für Flugreisen jedoch noch wenig durchgesetzt: Nur drei Prozent der Flugreisenden haben bereits kompensiert, obwohl 69 Prozent diese Möglichkeit bekannt ist.
Welche Vorzeigebeispiele aus dem Tourismus in Österreich bereits auf Klimaneutralität setzen und wie Sie Ihr Angebot klimafit machen können, erfahren Sie in der aktuellen Printausgabe des bulletin 6-7 09, die bei der ÖW erhältlich ist.





