Die österreichische Tourismusbranche laboriert an akutem Arbeitskräftemangel. Unternehmer, die ihre Qualitäten als Arbeitgeber gezielt vermarkten, haben die Nase im Rennen um qualifizierte Mitarbeiter vorne.
Gehen dem Tourismus die Arbeitskräfte aus?“ fragte sich jüngst eine hochrangige Expertenrunde bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Arbeitswelt Tourismus“ im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach – Eine rein rhetorische Frage, denn die Experten wissen nur zu genau, dass die Tourismusbranche schon seit Jahren an chronischem Facharbeitskräftemangel leidet.
Die Standesvertretungen der österreichischen Touristiker schnüren daher „Notfallpakete“, die Maßnahmen wie die Ausweitung der überregionalen Jobvermittlung, die Förderung des Aus- und Weiterbildungsangebots, Qualitätsoffensiven u. a. vorsehen. Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) setzt mit ihrem Mitarbeitermodell „365 Tage Arbeit im Tourismus“ etwa auf die Förderung des Ganzjahrestourismus als Lösung für die kostenintensive Mitarbeiterfluktuation aufgrund der Zweisaisonen-Struktur.
Nachwuchs begeistern
Einen der besten Auswege aus der Mitarbeitermisere sieht Johann Schenner, Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), in der Gewinnung des Nachwuchses – kein leichtes Unterfangen, denn um das Image von Tourismusberufen ist es nicht so gut bestellt. Vorstellungen von unattraktiven Arbeitszeiten, schlechtem Einkommens-Arbeitszeit-Verhältnis, fehlenden Aufstiegsmöglichkeiten und andere negative Faktoren prägen das Bild der Tourismusberufe bei den jungen Berufseinsteigern und auch den übrigen Arbeitnehmern.
Da jedoch „jede Branche heute in Konkurrenz zur anderen steht, wenn es um die Gewinnung von qualifiziertem Personal geht“, wie Egon Smeral, Tourismusexperte des Wirtschaftsforschungs- instituts, betont, benötigt der „Arbeitsplatz Tourismusbranche“ dringend eine Imagekorrektur. Eine Branchen-Imagepolitur könne nur dann klappen, wenn auch die Hoteliers an der Attraktivität ihrer Unternehmen für Arbeitnehmer feilen sowie auf die aktive Vermarktung ihrer Arbeitsplätze setzen, meint Erich Liegl von der Kärntner Tourismusberatung Kohl & Partner. „Das Ziel muss es sein, wieder Begeisterung für Jobs in der Hotellerie zu wecken“, weiß Dietmar Winkler, Abteilungsleiter für Personal- dienstleistungen bei der hogast, Einkaufsgenossenschaft für Hotellerie und Gastronomie.
Employer Branding
Sämtliche Maßnahmen, die ein Unternehmer setzt, um ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, lassen sich unter dem Fachbegriff „Employer Branding“ zusammenfassen. Große Konzerne abseits der Tourismusbranche machen es längst vor: Riesige Budgets stehen zur Verfügung, wenn es darum geht, sich bestehenden wie künftigen Mitarbeitern zu präsentieren und das eigene Personal bei Laune zu halten. Im Idealfall strahlt der Ruf einer starken Arbeitgeber-Marke so weit, dass sich qualifizierte Arbeitskräfte um einen Job „reißen“.
Welche Marketing-Maßnahmen Sie setzen können, damit qualifizierte Mitarbeiter kommen und auch bleiben, lesen Sie in der aktuellen Print-Ausgabe des bulletin Dezember 08/Jänner 09, die bei der ÖW erhältlich ist.





