Die Spanier lieben Ferien auf Iberien. Kaum zu glauben, aber nur 3,4 % der 132 Mio Spanier zieht es im Urlaub in Ferne und das größtenteils nach Europa. Die Lust, Destinationen ferab von rot-gelb-roten Mittelmeerküsten und –städten zu entdecken, nimmt aber stetig zu. 2004 stieg die Zahl der Auslandsreisen um 17 %. Auch in den nächsten Jahren dürfte mit einem weiterem, deutlichen Zuwachs zu rechnen sein. Die Gründe dafür:
- die gute Konjunktur: Heuer soll die spanische Wirtschaft um 3,6 %, der private Konsum um 3,9 % wachsen.
- Die Angebote der Billig-Airlines beflügeln City-Trips.
- Spanien gilt noch als junger Auslandsreisemarkt mit Nachholbedarf.
- Der Euro erlaubt den Vergleich der Reisepreise.
- Europa gilt als sichere Destination.
Frankreich, Portugal und Italien stehen primär am Reiseplan de Spanier. Österreich, das im Ranking der meist besuchten Auslandsdestinationen auf Platz elf liegt, konnte seit 2002 in der Gunst der Spanier stark zulegen. So erhöhten die Nächtigungen von 2004 auf 2005 um knapp 13 % auf 632.000, die Ankünfte erhöhten sich im selben Zeitraum um 10 % auf 248.000.
Im Fokus: Kultur
Das Profil der spanischen Österreich-Gäste lässt sich folgendermaßen skizzieren: In Spanien liebt man die Kultur und Städte der Alpenrepublik, man fliegt primär im Sommer Richtung Österreich, vorzugsweise nach Wien, Salzburg, Innsbruck und Graz und definiert diese Reise eher Bildungstrip und weniger als Ferien.
Zusätzliches Potenzial für Österreich lässt sich in den Segmenten naturnaher Urlaub und Winter mit Skifahren und sanften Schneeaktivitäten orten. Immerhin gibt es in Spanien zwei Mio. Skifahrer mit den bevorzugten Tummelplätzen Andorra, Frankreich, Spanien und Schweiz. Aber auch für Österreich wären die spanischen Wintersporturlauber mit Tagesausgaben von 120 Euro pro Person eine interessante Zielgruppe. Derzeit flitzen 27 % der spanischen Österreich-Urlauber in den Wintermonaten über rot-weiß-rote Pisten. Da Golf in Spanien immer mehr Anhänger gewinnt und sich allmählich zum Breitensport entwickelt, bietet sich Österreichs Touristikern auch in diesem Segment die Chance, Gäste für die Zwischensaison zu gewinnen.
Flugverbindungen wichtig
Welche Faktoren entscheiden die Wahl für diese oder jene Destination? Das Image eines Urlaubslandes, mediale Präsenz in Verbindung mit Themen-Turbos – im Falle Austrias z.B. Mozarts 250. Geburtstag, Sisi oder Freud – und das Preis-Leistungsverhältnis. Eine maßgebliche Rolle bei der Entscheidungsfindung spielen inzwischen auch die Low-Cost-Carrier. Das nützen auch die Reisebüros, indem sie ihre Angebote verstärkt auf die Ziele der Billigairlines ausrichten. Low-fare-Flüge nach Österreich bieten derzeit Sky Europe (zweimal wöchentlich von Barcelona nach Salzburg), Fly Niki (viermal wöchentlich von Palma de Mallorca nach Linz und siebenmal nach Wien) sowie Austrian mit Ferienflügen im Sommer von Malaga nach Wien (dreimal wöchentlich). Darüber hinaus verbinden Austrian, Iberia und Spanair Wien mit Madrid und Barcelona direkt mehrmals täglich. Weitere Gateways zur Anbindung Spaniens an Westösterreichs Ferienregionen zur Hauptreisezeit stellen u.a. Lufthansa- bzw. Condorflüge von Madrid und Barcelona nach München.
Buchung äußerst kurzfristig
Als Informationsquelle nützen die Spanier online wie offline Kataloge von Reisebüros und -veranstaltern, Berichte von Verwandten und Freunden, aber auch Reportagen in den Medien.
Die Spanier gelten als „Weltmeister“ in Sachen kurzfristiger Buchung. Sie informieren sich oft erst zwei Wochen vor Beginn des geplanten Trips, frühestens einen Monat vor Reiseantritt.
Da die Mehrheit der spanischen Österreich-Urlauber ihren Trip ganz oder teilweise über ein Reisebüro bucht, führt bei der Marktbearbeitung kein Weg an der spanischen Reiseindustrie vorbei. Hier ein kurzer Überblick über die Touroperator- und Reisebüroszene: Fast alle großen spanischen Reiseveranstalter wie Iberostar oder Travelplan sind wirtschaftlich eng mit den großen europäischen Reisekonzernen verflochten. Für Österreichs Touristiker zählen Condor Vacaciones, der Österreich-Spezialist Exit-Tours, Iberojet oder Viajes El Corte Ingles zu den wichtigsten Partnern.
Spezialisten im Vordergrund
Im Mittelpunkt der Aktivitäten der Österreich Werbung, die in Madrid und Barcelona ein Market Office hat, steht die Marketinggruppe „Austria para sus amigos“ (austria.info/sp) mit über 50 Mitgliedern. Ihr gehören sowohl österreichische Tourismusorganisationen und Hotels, aber auch ausgewählte spanische Reiseveranstalter Exit-Tours oder Años Luz an. Die heimischen Incomer, die ebenfalls zur Spezialistengruppe gehören, kaufen die Produkte ein und bieten sie den spanischen Reiseveranstaltern an. Im Vordergrund des Angebots der Marketinggruppe stehen Stadt- und Kulturprodukte.
Kurz Ziel der Gruppe erläutern, für jene die nix davon wissen
Um die steigende Nachfrage nach Golfen und Wintersporturlaub in Österreich abzudecken, sollen bis 2007 buchbare Angebote aus diesen Segmenten die Palette von „Austria para sus amigos“ erweitern.
Austria, naturalmente
Siesta-Syndrom? Von wegen: Die Spanier arbeiten hart, um ein hohes Maß an Lebensqualität zu erzielen. Ein Maßstab dafür ist auch der Urlaub, für den die Spanier viel und immer öfter Geld ausgeben.
Und wie und wo finden die Spanier „Endlich. Österreich“, „Austria, naturalmente“: Ganz einfach, die ÖW Spanien bemüht sich seit fast 50 Jahren die Reisebedürfnisse dieser iberischen Gäste zu analysieren und Österreich, als „charmantestes Urlaubsland der Welt“ zu bewerben. Klassische Marketinginstrumente wie Werbung, PR und Medienkooperationen zählen nach wie vor zu den Mitteln der Wahl, um am spanischen Markt zu punkten.
Trotz zunehmender Direktbuchungsmöglichkeiten über Internet bleiben Reiseveranstalter und Reisebüros der wichtigste Vertriebskanal für das Produkt „Urlaub in Österreich“. Der persönliche Kontakt ist die effizienteste Weise, spanische Multiplikatoren, ob in der Reiseindustrie oder der Presse, zu erreichen.
Die Marketingaktionen der ÖW Spanien stellen eine gute Plattform dar, um die spanische Vertriebswelt näher und besser kennenzulernen: Workshops, Fach- und Publikumsmessen, Reisebüroschulungen, PR-Events und vieles mehr bieten sich dazu an. Die vor 6 Jahren gegründete Spezialistengruppe „Austria para sus amigos“ garantiert Ganzjahrespräsenz beim Publikum und der Reiseindustrie. Beteiligen Sie sich daran!
Kooperationen punkten
Während wir noch vor einigen Jahren eigene Anzeigen in Printmedien geschaltet haben, sind wir nun gemeinsam mit der ÖW Spanien auf Product Placement umgestiegen: Von Oktober bis Dezember 2007 werden wir zum vierten Mal eine Wirtschaftskooperation mit Nestlé durchführen. 1.650.000 Packungen der Nestlè-Marke Café Vienés zieren dann Logo, Webadresse und ein Textteaser von Wien Tourismus, der zur Teilnahme an einem Gewinnspiel einlädt. Seit Beginn der Aktion im Jahr 2004 stieg die Rücklaufquote um mehr als 200 %. Unter rund 50.000 Einsendungen verlost Nestlé zwölf Wien-Trips. Darüber hinaus stehen in allen spanischen Supermärkten Werbedisplays zur Promotion des Gewinnspiels. Außerdem geht ein Nestlé-Newsletter zum Thema Wien an 500.000 Abonnenten.
Diese Wirtschaftskooperation trug zur hohen Popularität Wiens in Spanien deutlich bei. Seit 2003 stiegen die Nächtigungen spanischer Gäste in Wien um rund 48 % auf 386.000 im Jahr 2005. Spanien lag damit ex aequo mit Großbritannien im Vorjahr bereits auf Platz vier im Gästemix nach ausländischen Nächtigungen.
Außerdem lief zuletzt vier Wochen lang in der Quizsendung „Alla Tú“ (bis zu 2,8 Mio. Zuseher täglich) auf dem TV-Sender TV5 eine weitere Wien-Werbeaktion, die ebenfalls die ÖW Spanien konzipierte: Während der Sendung waren die Webadressen von Wien Tourismus und Austrian zu sehen. Und der Moderator erzählte dreimal wöchentlich in der Sendung über Wien.
Wie Sie Ihre spanischen Gäste begeistern:
Die besten Tipps für Ihre Marktbearbeitung:
Der spanische Gast im Profil:
- Alter: 30 – 49 Jahre (49 %), 15 – 29 Jahre (42 %)
- Unterkunft: hauptsächlich 4- 5-Sterne-Hotels (67,4 %)
- Anreise: überwiegend mit dem Flugzeug
- Tagesausgaben: ab 150 Euro (fürs Restaurant, Shoppen und Side-Events geben die Spanier gerne Geld aus)
- Reisegemeinschaft: meist in kleinen Gruppen
- Informationen: Internet gewinnt stark dazu
- Die größten Submärkte:
o Katalonien (32 % der Österreich-Urlauber)
o Madrid (22 % der Österreich-Urlauber)
o Valencia
o Baskenland
o Südspanien







