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Benelux: Noch Potenzial vorhanden
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Ihre Lust auf mehrmalige Ferien im Ausland ist ungebremst. Sie verfügen über eine hohe Kaufkraft und tragen schon heute deutlich zum österreichischen Gästeaufkommen bei: die Märkte Niederlande, Belgien und Luxemburg.

Ein g’schmackiges Souvenir: Mit der Fleischhauerfamilie Handschoewerker aus dem belgischen Roeselaar drehte TV één, der größte öffentlich-rechtlich TV-Sender aus dem flämischen Teil Belgiens, eine Reisereportage im Gasteinertal. Dabei machten die Handschoewerkers die Bekanntschaft eines Gasteiner Fleischhauers und verkosteten dessen selbst gefertigte Liebingswurst. Mit dem Rezept im Gepäck kehrten sie nach Hause zurück und produzieren nun eine Hartwurst namens "Gasteiner".

Die Märkte Niederlande, Belgien und Luxemburg zeichnen mit rd. 11,5 Mio. Nächtigungen für beachtliche 13 Prozent des gesamten österreichischen Nächtigungsaufkommen verantwortlich. Es lohnt sich daher, in diese Märkte zu investieren. Mit welchen Angeboten Sie punkten, was die Gäste aus diesen kulturell verwandten Ländern erwarten, und wie Sie die Marktbearbeitung forcieren, lesen Sie in den nachfolgenden Länder-Porträts.

Niederlande
Die Lust, Ferien jenseits der eigenen Landesgrenzen zu verbringen, ist ungebrochen: 82 Prozent der Bevölkerung (11 Mio.) reisten in den vergangenen drei Jahren ins Ausland oder planen einen solchen Trip in naher Zukunft. Jeder Zweite unternahm zuletzt drei oder mehr Reisen von über fünf Tagen Dauer in Destinationen fern der Heimat. Dies ist eines der Ergebnisse der Länderstudie Niederlande, die die ÖW 2005 auf Österreichs zweitwichtigsten Herkunftsmarkt durchführen ließ. Rund 30 Prozent der niederländischen Auslandsurlauber – das sind etwa 3,1 Mio. – haben oder hatten Österreich im Visier, und dies vor allem im Winter.

Die Schönheit der Landschaft, die Sportmöglichkeiten im Winter und Wandergebiete im Sommer, Gastfreundschaft, Ruhe und Gemütlichkeit, angenehmes Klima und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zählen zu den entscheidenden Kriterien bei der Wahl eines Urlaubslandes.

Jeder zehnte Niederländer verbringt jährlich seine Ferien in vorwiegend alpinen Gegenden Österreichs. Niederländer fühlen sich dem Urlaubsland Österreich sehr verbunden, was mit kurzen Unterbrechungen kontinuierliche Zuwachsraten und die überdurchschnittlich hohe Aufenthaltsdauer von 5,8 Tagen belegen. Als Gründe für einen Trip Richtung Österreich nennen die Niederländer vor allem den Wintersport (23 %), die intakte, schöne Natur, die saubere Luft, Seen, Gemütlichkeit, Ruhe – und den Umstand, bereits Stammgast zu sein (je 12 %). Mit der UEFA EURO 2008™ bietet das Gastgeberland Österreich auch nächstes Jahr einen enormen Anreiz zum Wiederkommen.

Die besten Chancen
Zu den Zielgruppen mit hohem Potenzial fürs österreichische Incoming zählen die Wanderer, Wintersportler und Golfer: Mehr als die Hälfte aller Niederländer bewegen sich bereits regelmäßig in der Natur – überwiegend des Genusses wegen, aber auch aus sportlichen Motiven. "Fitwalking" und Nordic Walking erfreuen sich daher steigender Beliebtheit. Bereits heute liegt der Marktanteil der Winterdestination Österreich bei über 55 Prozent. Familien schätzen vor allem das kinderfreundliche Angebot, bei den 19 bis 49-jährigen Skifahrern und Snowboardern – oftmals ohne Anhang unterwegs – punkten neben der sportlichen Betätigung das Après-Ski-Erlebnis und die Gemütlichkeit. Mit einer Aufenthaltsdauer von 6,1 Tagen weist der Niederländer im Winter die längste Aufenthaltsdauer unter allen Nationen auf. Und: In den Niederlanden gibt es rund 255.000 registrierten Golfer mit überdurchschnittlich hohen Einkommen, hinzu kommen noch Spieler ohne Klubmitgliedschaft, deren Zahl in den nächsten Jahren noch stark zulegen dürfte.

Online-Buchung beliebt
Im Marketing für wichtige Zielgruppen gilt das Internet als besonders wichtiges Tool: Im EU-Raum zählen die Niederländer immerhin zu den Top-Usern des Internets, das auch als dominante Informationsquelle für die Urlaubsplanung punkto Unterkunft und Urlaubsdestinaltion gilt. Über das Internet auch zu buchen empfindet diese Gästeschicht als positiv. Touristiker sollten daher ihre Produkte im Web erlebbar und auch online buchbar machen.

Belgien
Drei Sprachen, drei Kulturkreise: Mehr als zwei Drittel der Belgier zieht es regelmäßig in die Ferne. Rund ein Viertel davon reist nach Österreich. Hohe Kaufkraft, eine überdurchschnittlich lange Aufenthaltsdauer und vorzügliche Sympathiewerte für das Angebot sorgen seit Jahren für eine gute Nächtigungsentwicklung in Österreich. Nur 10 Prozent aller Belgier, die Ferien im Ausland planen, fassen Österreich in den nächsten Jahren als Destination ins Auge. Allerdings ist für die 56 Prozent, die Österreich bereits kennen, Österreich das absolute Lieblingsziel.

Natur und Sport punkten
Im Urlaub suchen die Belgier Erholung und Vergnügen. Zu den beliebtesten Aktivitäten zählen die Besichtigung von Sehenswürdigkeiten und Naturattraktionen, Spaziergänge, der Genuß von regionaltypischen Speisen und – ganz einfach – nichts tun. Acht Prozent der belgischen Auslandsreisenden sind begeisterte Wintersportler. Zum Vergleich die Fakten von belgischen Österreich-Gästen: 23 Prozent sind Wintersportfreaks und ihnen liegen das Naturerlebnism und Sport am Herzen.

Schöne Landschaft, sehenswerte Städte und ein großes Angebot an Wanderwegen – diese Attribute weisen Österreich-Kenner wie Nichtkenner der Alpenrepublik zu. In Bezug auf Klima, Bademöglichkeiten, Wellness- und Gesundheitsangebote, leichter Verständigungsmöglichkeiten und dem Preis-Leistungs-Verhältnis, scheiden sich die Geister: Belgische Österreich-Kenner vergeben hier weit bessere Noten als jene, die noch nie in Österreich waren. Über das Image Österreichs sind die Belgier ebenfalls uneinig: Die Fans vergeben Spitzenwerte für Eigenschaften wie gast- und familienfreundlich, gesund, gepflegt, sicher sowie erholsam, während die belgischen Auslandsreisenden diese Kompetenzen Österreich in nicht so hohem Maße zuschreiben.

Kultur & Sport mit Potenzial
Der belgische Markt birgt interessantes Potential für Österreichs Anbieter.


  • Als ausbaufähiges Segment gilt der Familien- sowie der Wintersporturlaub: Wiedereinsteiger, Kinder und Jugendliche könnten die Nachfrage nach Ferien in österreichischen Skigebieten weiter steigern.

  • As sommerliche Outdoor-Destination hat Österreich in Belgien einen guten Ruf. Wander-, Rad- und Mountainbike-Angebote liegen im Trend.

  • Weiteres Potential birgt der Kultururlaub. Schließlich zählen Kultur- und Städtereisen zu den beliebtesten Urlaubsarten der Belgier.

Dass auch der belgische Markt für Österreichs Tourismus noch Chancen birgt, belegt auch die Entwicklung der Ankünfte und Nächtigungen im vergangenen Sommer. Von Mai bis inkl. August 2007 schnellten Ankünfte und Nächtigungen aus diesem Markt um jeweils rund sechs Prozent in die Höhe.

Luxemburg
Das Herzogtum Luxemburg mit seinen rund 500.000 Einwohnern gilt als kleiner, aber feiner Herkunftsmarkt. Fast 80 Prozent der Luxemburger machen jährlich mindestens eine Urlaubsreise, die sie zu 99 Prozent ins Ausland führt. Jeder neunte Luxemburger urlaubt in Österreich.

Der Gast aus Luxemburg, der auf Österreichs Skipisten "abfährt" (61 % der Österreich-Nächtigungen), verfügt über hervorragendes Österreich-Wissen und schätzt Gemütlichkeit und Gastfreundschaft. Er legt Wert auf hohe Qualität und exzellentes Essen. Außerdem verfügen die Luxemburger über die höchste Kaufkraft Europas.

Neben dem Wintersport und dem Naturerlebnis gilt sein Interesse vor allem der Kultur und den Städten. Im Gegensatz zu Belgien besteht keine Sprachbarriere, da der Luxemburger neben Französisch und "Letzeburgerisch" auch Deutsch spricht.

Niederlande:
Nächtigungen 2006: 8.8 Mio (+ 0,9 %)
Ankünfte 2006: 1.516.463 (+ 2,2 %)
Aufenthaltsdauer: 5,8 Tage
Saisonverteilung: 37 % Sommer, 63 % Winter
Unterkunft: 39 % in 5- bis 3-Sterne-Hotels, 16 % in Ferienwohnungen

Belgien:
Nächtigungen 2006: 2.4 Mio (+ 1,4 %)
Ankünfte 2006: 437.141 (+ 2,8 %)
Aufenthaltsdauer: 5,5 Tage
Saisonverteilung: 45 % Sommer, 55 % Winter
Unterkunft: 63 % in 5- bis 3-Sterne-Hotels, 7,4 % in Ferienwohnungen

Luxemburg:
Nächtigungen 2006: 262.780 (+ 5,9 %)
Ankünfte 2006: 47.694 (+ 8,1 %)
Aufenthaltsdauer: 5,5 Tage
Saisonverteilung: 36 % Sommer, 64 % Winter
Unterkunft: 79 % in 5- bis 3-Sterne-Hotels


Text: Susanna Gassner für das "bulletin"

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01.02.2008
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