Im Rahmen eines Pressefrühstücks stellten die Umweltminister aus Österreich und der Schweiz, Josef Pröll und Moritz Leuenberger gemeinsam mit UEFA EURO 2008™-Turnierdirektor Christian Schmölzer die Eckpunkte des Nachhaltigkeitskonzeptes zur UEFA EURO 2008™ vor. Österreich, die Schweiz und die UEFA wollen die UEFA EURO 2008™ damit als zukunftsweisende Sportveranstaltung nachhaltig gestalten, die sich an den Dimensionen Umwelt, Wirtschaft und Soziales/Kultur orientiert.
Im Anschluss an die Präsentation unterzeichneten Pröll und Leuenberger eine „Nachhaltigkeits-Charta“, um die wesentlichen Zielsetzungen der geplanten Aktivitäten zu unterstreichen. „Wir sind zuversichtlich, damit die Basis für eine möglichst „grüne EM“ zu legen“, so die beiden Umweltminister.
Im Umweltbereich liegt die Zielsetzung des Konzepts darin, durch umweltfreundliche Stadien und Maßnahmen im Bereich Energie, Mobilität und Abfall Standards für künftige Großveranstaltungen zu setzen, hob Josef Pröll hervor. Nachdem in Österreich bereits während der EU-Ratspräsidentschaft 2006 positive Erfahrungen mit einem „Green Events“-Konzept gemacht wurden, solle mit der UEFA EURO 2008™ der nächste Schritt erfolgen. „Das gemeinsam mit unseren Partnern in der Schweiz und der UEFA ausgearbeitete Nachhaltigkeitskonzept für die UEFA EURO 2008™ ist für mich ein echter Meilenstein. Ich bin zuversichtlich, dass von einem „grünen“ und nachhaltigen Turnier auch für Österreich zahlreiche positive Effekte ausgehen werden.“
Sein Schweizer Amtskollege Moritz Leuenberger wies besonders auf die Rolle des Verkehrsbereichs hin, der ausschlaggebend für die Umweltbilanz der Veranstaltung sei. „Wir investieren in den öffentlichen Verkehr, damit die Zuschauer der UEFA EURO 2008™ ihr Auto stehen lassen und per Zug und Bus zu den Fußballspielen anreisen. Mehr öffentlicher Verkehr bedeutet weniger Treibhausgase. Als Alpenländer sind die Schweiz und Österreich vom Klimawandel besonders betroffen, und beide verfolgen eine nachhaltige Politik, welche Großveranstaltungen einbezieht.“
Das Nachhaltigkeitskonzept nimmt aber auch zu wirtschaftlichen und sozialen Aspekten Bezug und listet hier konkrete Zielsetzungen auf. Im ökonomischen Bereich geht es etwa darum, die errichtete Infrastruktur langfristig zu nutzen und regionale und biologische Produkte einzusetzen. Im sozialen und kulturellen Bereich wird ein besonderer Schwerpunkt auf Völkerverbindung, Anti-Rassismus und Fanarbeit gelegt.
Turnierdirektor Christian Schmölzer hob in seinem Statement auch die lange Tradition von sozialen Projekten bei der UEFA hervor. „Mit unserer Unterstützung des Nachhaltigkeitskonzeptes wollen wir unsere ökologische und vor allem soziale Verantwortung dokumentieren, die wir bereits in den letzten Jahrzehnten durch Aktivitäten im Schul- und Fanbereich oder mit Anti-Rassismus Projekten gesetzt haben.“ Bei künftigen Veranstaltungen will die UEFA die Erfahrungen aus der Umsetzung des Konzeptes einfließen lassen.
Länderübergreifendes Projekt
Das Nachhaltigkeitskonzept wurde im Rahmen mehrerer länderübergreifender Meetings von ExpertInnen beider Länder erarbeitet. Dies erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Euro 2008 SA und in Abstimmung mit den acht Austragungsstädten.
Die Umsetzung der Empfehlungen wird in beiden Ländern über die vorhandenen Gremien der Bundeskoordination bzw. der öffentlichen Hand abgestimmt. Dieser Prozess wird in beiden Ländern transparent dokumentiert und erfolgt in enger Abstimmung mit der Euro 2008 SA.
In Österreich wird die Umsetzung im Auftrag des Lebensministeriums von der Firma brainbows koordiniert, die bereits im Vorjahr mit Unterstützung des Bundes in Kooperation mit dem Österreichischen Ökologie-Institut ein Vorkonzept für eine „nachhaltige Euro“ erarbeitet hat.
In der Schweiz erfolgt die Umsetzung via Kommunen respektive Kantone, denen der Vollzug der vorgeschlagenen Massnahmen obliegt. Diese werden von den zuständigen Fachstellen des Bundes im Amt für Raumentwicklung (ARE) beziehungsweise Bundesamt für Umwelt (bafu) begleitet.
Die Austragungsländer werden nach der UEFA EURO 2008™ mittels eines Nachhaltigkeitsberichtes eine Bilanz über die Umsetzung des Konzeptes vorlegen. Um die Evaluierung zu erleichtern wurden deshalb in den Kernbereichen bereits jetzt einheitliche Indikatoren und Vorgehensweisen festgelegt. Damit soll auch die Basis für ein erfolgreiches Wissensmanagement für die Organisation von zukünftigen Veranstaltungen gelegt werden.

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20.07.2007
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