Wenn auf der Verpackung von sündhaft süßer Schokolade ein gesundes Wellnesswochenende zu gewinnen ist, freut sich nicht nur der diätgeplagte Kunde, der seine Schokorationen sonst nur mit schlechtem Gewissen in den Einkaufwagen schlichtet. Die süße Verführung lässt aufgrund der vorteilhaften Synergien vor allem die beiden beteiligten Unternehmen als Gewinner aussteigen.
Zufriedene Kunden durch Zusatznutzen
In der Regel darf der Branchenpartner auf eine Steigerung der Verkaufszahlen hoffen und - weil der Gewinnspielpreis dem Produkt einen Zusatznutzen verleiht – auch auf einen zufriedenen Kunden. Dazu kann bei geringem finanziellen Aufwand von einem positiven Imagetransfer ausgegangen werden: Was für den Wirtschaftspartner zurückbleibt, ist nicht nur die erhöhte Aufmerksamkeit auf sein Erzeugnis, sondern im Idealfall eine mit Wellness-Anmutung aufgeladene Süßigkeit. Der Tourismusanbieter wiederum erhält über den Vertriebsweg und den Kundenstock seines Partners Kontaktadressen und möglicherweise eine Publikumsstreuung, die er über seine gewöhnlichen Werbeaktivitäten nicht erreichen könnte.
Kostenteilung als Vorteil
Synergien durch Kooperationen können praktisch über jede Werbemaßnahme erzielt werden: Neben dem Auftritt auf der Website des Partners scheint im Duett vor allem die gemeinsame Werbung in teureren Medien wie TV verlockend. Im Hinblick auf aktuelle Mediennutzungstrends sollten jedoch alternative Formen, wie die "On-Pack-Werbung" nicht aus den Augen gelassen werden: Manche Zielgruppen sind über die klassischen Channels oft nur mehr schwer zu erreichen. Die Durchdringung mit MP3-Playern und DVD-Recordern – Endgeräte, mit denen Werbung umgangen werden kann - ist stark im Steigen. Was die gute alte Kornflakesschachtel oder die Getränkeflasche als "Kommunikationsmittel" wieder aufwertet.
Synergien nutzen
Im Tourismus offenbaren sich die besonderen Synergie-Möglichkeiten von Kooperationen speziell beim Schritt über die Landesgrenzen. Wirtschaftsunternehmen, die an ausländischen Zielmärkten etabliert sind, verfügen über Kenntnisse und Marketinginfrastrukturen (etwa eine fremdsprachige Homepage), die für den "Einzelgänger" nur schwer aufzubauen sind.
Österreichische Skiregionen, die diesen Pluspunkt erkannten, setzten mit diversen Marketingaktivitäten beispielsweise schon vor Jahren einen Einkehrschwung in polnische Mercedes-Häuser und in ungarische BauMax-Filialen. Umgekehrt sorgten "Urlaub in Österreich"-Gewinnspiele beim Markteintritt heimischer Traditionsmarken in Nachbarländern immer wieder für die nötige Aufmerksamkeit.
Hierzulande steht mit der Fußball EM 2008 das nächste für Tourismuskooperationen prädestinierte Großereignis vor der Tür. Das Marketinggetriebe läuft bereits auf Hochtouren. In Kärnten bemüht man sich etwa, Fußballclubs aus interessanten Urlaubermärkten für – im Allgemeinen von einer Schar treuer Fangs begleitete - Trainingscamps zu gewinnen. Im Gegenzug für Sonderkonditionen gibt es Adressen von Fanclubmitgliedern oder man ist auf der Clubhomepage vertreten.
Partner müssen zueinander passen
Die Kosten für Kooperationen seien im Vergleich zu Alleingängen gering, bei gleichzeitig hohem Profit, heißt es allerseits lobend. Als "Billigmarketing" ist dieser Mittel aber nicht anzuraten. Sind etwa Gewinnspielpreise nicht verlockend genug, wird die Responserate spärlich ausfallen. Außerdem sind strategische Marketingverbindungen nicht ideal für Eilige. Die Anbahnung für Kooperationen kann sich langwierig gestalten, die Vorlaufzeit nimmt mitunter Monate in Anspruch.
Grund dafür sind die nötigen Erhebungen, die sowohl das eigene Unternehmen als auch den Kooperationspartner betreffen. Am Anfang steht die systematische Darstellung des erwarteten Nutzens und der finanziellen Möglichkeiten. Danach erst kann die Suche nach potenziellen Partnern beginnen. Dabei ist nicht nur die maximale Leistung des Kompagnons (möglichst viele Kontakte, Marktpräsenz, Bekanntheit,…) entscheidend. In touristischer Hinsicht muss auch die Frage gestellt werden, ob der Partner bzw. sein Produkt gegenüber den Konsumenten ein authentisches Österreich-Image vertreten kann, oder ob eventuell eine Konkurrenz zu anderen Länderbildern besteht.
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11.02.2008
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