Österreich. Treffpunkt Europas

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Themenschwerpunkt 2014

Österreich. Treffpunkt Europas

Österreich hat eine reiche Ressource, um sich von anderen Urlaubsdestinationen abzuheben: einen einzigartigen Kulturreichtum. Damit ist nicht nur die Hochkultur gemeint, sondern vor allem auch die besondere Lebensart der Menschen, die hier leben. Die kulinarischen Spezialitäten, die als Wahrzeichen der Regionen dienen. All diese Ausprägungen sind heute deswegen so eindrucksvoll, weil sie das Resultat unterschiedlichster Einflüsse aus West und Ost, aus Nord und Süd sind. Österreich hat nämlich in der Geschichte immer eine besondere Rolle im Herzen Europas gespielt, als Brückenbauer, als Ort der Begegnung.

Österreich ist ein Treffpunkt Europas, an dem Österreichs typische Mentalität, Kulinarik und die kulturellen Besonderheiten zusammengeschmolzen sind und heute unvergleichbar sind. Eine Entdeckungsreise.

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Die österreichische Mentalität

Egal wie man es dreht und wendet, welche und wie viele Gäste man befragt – man kommt immer zum gleichen Ergebnis: Was ein Land erst richtig einzigartig macht, sind die Menschen, die dort leben. Denn was wäre ein Urlaubsland ohne Gastgeber? Was wäre eine Wanderung in den Tiroler Alpen, ohne das „Griaß enk“ der Einheimischen zu hören? Und was wäre eine spektakuläre Aufführung in der Staatsoper, wenn man dieses Glücksgefühl nicht mit anderen Menschen teilen könnte? Wenn man von und über die Österreicher spricht, dann ist von einer besonderen Mentalität die Rede. Damit sind zunächst weniger die sichtbaren Ausprägungen wie Skifahren oder Walzertanzen gemeint. Sondern eine Geisteshaltung, die historisch gewachsen ist.

Die österreichische Mentalität

Das imperiale Österreich war ein großer Vielvölkerstaat. Unter der Habsburgerkrone waren unter anderen Deutsche, Tschechen, Ungarn, Slowaken und Bosnier vereint. Heute ist Österreich der wohl kleinste Vielvölkerstaat der Welt. Die Gene aus jener Zeit sind bestens erhalten geblieben. Die Menschen entwickeln in dieser multikulturellen Vielfalt eine besondere Fähigkeit. Nämlich jene, Kompromisse zu schließen, um anschließend mit ihnen, den Kompromissen, ganz hervorragend zu leben. Eine gewisse Gelassenheit ist dafür Voraussetzung. Ja, die Härten des Lebens werden hierzulande gerne relativiert, die angenehmen Seiten hingegen ausgekostet.

Die österreichische Mentalität

Die österreichische Mentalität, sie ist eine Melange aus charmanter Höflichkeit, Schmeichelei und Heimtücke, aus alter Disziplin und dem lockeren Gefühl des Lebenlassens. Somit sind die verschiedensten Einflüsse und Stile, die vor 100 Jahre im Vielvölkerstaat vereint waren, noch deutlich spürbar: die deutsche Ordnung und Gründlichkeit, die slawische Seele, die ungarische, böhmische und italienische Lebensart. Ja, was wäre nur Österreich ohne die Österreicher? Ein ganz normales Urlaubsland.

Österreichs Küche als Kulturgeschichte

Essen ist viel mehr als nur Essen. Regionale Spezialitäten sind Wahrzeichen ihres Herkunftslandes. Sie verraten viel über die Seele eines Landes, über die Offenheit gegenüber anderen Kulturen. Jene Rezepturen, die wir heute als österreichische Spezialitäten betrachten, wären ohne interkulturellen Dialog niemals zustande gekommen. Und gerade die Österreicher sind seit jeher Meister darin, verschiedenste Kulturen auf den Teller zu vereinen und in die österreichische Speisekarte zu integrieren. Dazu zwei Beispiele.

Österreichs Küche als Kulturgeschichte

Vorarlberger Bergkäse. Käse – dieses jahrtausendalte Lebensmittel entstand nicht in den Vorarlberger Alpen. Sondern im mittleren Osten, wo während der Steinzeit der Nährwert von Milch erkannt wurde. Nach Vorarlberg hat es die Rezeptur früh geschafft. Da der Rohstoff Milch auf den Almen einfach und billig zu beschaffen ist. Ein zweiter Vorteil: Der Hartkäse ist lange haltbar. Heute sorgen die unterschiedlichen Gras- und Kräutersorten, die die Kühe auf den Almen fressen, für eine willkommene Geschmacksvielfalt. Daher ist der Vorarlberger Käse eine so begehrte Delikatesse.

Österreichs Küche als Kulturgeschichte

Das Wiener Schnitzel hat seinen Ursprung nicht in Wien, sondern geht auf Venetien zurück. Um einen gehobenen Lebensstil zu demonstrieren, belegten die Venezianer in der Renaissance Speisen mit Blattgold. Die katholische Kirche untersagte im 16. Jahrhundert das Vergolden von Speisen. Daraufhin bedienten sich die italienischen Köche der goldgelben Panier aus Weißbrotbrösel. Nach Österreich kam das frittierte Fleischgericht der Legende nach um das Jahr 1857, durch den österreichischen Feldmarschall Radetzky. Heute ist das Schnitzel das, wofür es bekannt ist: eine unvergleichliche österreichische Delikatesse.

Österreich als kultureller Treffpunkt

Jede einzelne Region hat ihre eigene Geschichte, die heute noch lebendig ist. Eine wesentliche Voraussetzung für den Handel und die Besiedelung der Alpen war die europäische Nord-Süd-Verbindung in Österreich. Zum Beispiel im Salzkammergut, wo der Einfluss vom Süden her über die früheren Salzrouten und Handelswege in den Alpenraum kam. Ja, hier hat seit jeher ein reger Austausch stattgefunden. Heute können wir und unsere Gäste dieses typisch österreichische Kulturerbe eindrucksvoll erleben.

Österreich als kultureller Treffpunkt

Auch Österreichs Musikgeschichte ist von Einflüssen aus ganz Europa geprägt. Österreich war als Vielvölkerstaat ein Schmelztiegel der Kulturen. Diese vielen Einflüsse waren der Nährboden für Spitzenleistungen in der Musik. Etwa für die Walzermelodien, die vor dem Wiener Kongress 1814/15 entstanden. Angeblich soll der Wiener Walzer sogar den Kongress in die Länge gezogen haben. So schrieb ein Diplomat: „Der Kongress tanzt, aber er kommt nicht vorwärts.“ Österreich war Synonym für eine lockere Lebensart.

Österreich als kultureller Treffpunkt

Österreich hat eine lange Festspiel-Tradition vorzuweisen. Nach dem Ersten Weltkrieg galt es für die Österreicher, neue Einnahmequellen zu finden, den Tourismus wieder zu beleben und eine neue Lebensfreude zu gewinnen. Schwierigen politischen Zeiten auf europäischer Ebene wurde die Musik gegenübergestellt. Ein beispielhaftes Ergebnis: Die Salzburger Festspiele wurden 1920 gegründet. Und damit begann eine lange Tradition. Festivals wie das Ars Electronica Festival sind bewusst grenzüberschreitend und zukunftsorientiert ausgerichtet.

Österreich als kultureller Treffpunkt

Österreich ist auch architektonisch Treffpunkt der Kulturen. Das verdeutlicht etwa die Vorarlberger Holzarchitektur, die gleichzeitig die Mentalität eines ganzen Bundeslandes widerspiegelt. Weil sich die Architekten der nachwachsenden Ressource in der Region bedienen: Holz. Und weil sie die traditionelle Holzarchitektur ständig weiterentwickeln. Hier haben sich die Vorarlberger Architekten von der schwedischen Baukultur inspirieren lassen. Heute gelten Vorarlbergs Architekten europaweit als Kultur-Pioniere.